09.01.2009 | Geld & Recht Postbank mit deutlichem Verlust

Die Postbank ist wegen der Finanzkrise erstmals seit Jahren tief in rote Zahlen gerutscht. Im vierten Quartal 2008 habe es weitere Ergebnis-Belastungen gegeben, teilte die Postbank am Freitag in Bonn mit.

Postbank mit deutlichem Verlust
Postbank-Filiale Frankfurt
Die Postbank ist wegen der Finanzkrise erstmals seit Jahren tief in rote Zahlen gerutscht. Im vierten Quartal 2008 habe es weitere Ergebnis-Belastungen gegeben, teilte die Postbank am Freitag in Bonn mit.

Für das Gesamtjahr erwartet die Post-Tochter ein «deutlich negatives Ergebnis». Genaue Zahlen wurden noch nicht genannt. Sie sollen am 19. Februar bei der Vorlage der Bilanz für 2008 mitgeteilt werden. Trotz der Verluste durch die Finanzkrise hat das Geldinstitut bisher nicht signalisiert, möglicherweise staatliche Hilfe in Anspruch nehmen zu wollen. Die Postbank ist mit rund 15 Millionen Kunden die größte Privatkundenbank in Deutschland.

Bereits zuvor hatte die Postbank wegen der Verwerfungen auf dem Kapitalmarkt rote Zahlen nicht ausgeschlossen. Bis Ende September war ein Konzernverlust von 114 Millionen Euro (Ergebnis vor Steuern: minus 112 Mio Euro) verbucht worden. Zuvor war die Postbank für das Gesamtjahr von einem Vorsteuergewinn von 1, 1 bis 1, 2 Milliarden Euro ausgegangen, 2007 lag der Jahresüberschuss bei rund 870 Millionen Euro. Der nun erwartete Verlust ist der erste Jahresverlust für die Postbank seit der Jahrtausendwende und dem Börsengang 2004.

Nach Informationen aus Finanzkreisen könnte sich alleine das Minus aus der Abwertung der Aktienbestände auf bis zu 500 Millionen Euro belaufen. Dazu könne noch ein dreistelliger Millionenbetrag aus der Neubewertung von Derivaten kommen, hieß es. Im Gesamtjahr könnte der Verlust damit auf bis zu eine Milliarde Euro steigen. Andere Quellen sprechen von einem etwas geringeren Minus.

Die Deutsche Bank will nach festen Vereinbarungen mit dem Mehrheitseigner Deutsche Post in einem ersten Schritt mit knapp 30 Prozent bei der Postbank einsteigen. Die Transaktion war für «Anfang 2009» anvisiert worden, ist aber nach Angaben einer Post-Sprecherin noch nicht realisiert worden. Ein Sprecher des Branchenführers betonte, die größte deutsche Bank halte am geplanten Einstieg bei der Postbank im ersten Quartal fest. Über das erste Paket hinaus hat sich die Deutsche Bank noch die Option auf weitere Anteile gesichert.

Bis Ende Dezember 2008 seien die eigenen Aktienbestände komplett abgebaut worden, berichtete die Postbank. Damit könnten künftig keine weitere Belastungen der Kernkapitalquote durch fallende Aktienkurse mehr entstehen. Die Kapitalposition sei außerdem durch die im vierten Quartal erfolgte Kapitalerhöhung verbessert worden. Die Postbank hatte Ende November neue eigene Aktien für eine Milliarde Euro ausgegeben, um das Eigenkapital zu stärken. Da sich kein externer Käufer für die Papiere fand, hatte die Mutter Post alle Aktien gekauft. Der Anteil der Post stieg damit mittlerweile auf 62, 35 Prozent.

Die Deutsche Bank will 29, 75 Prozent der Postbank übernehmen und dafür 2, 8 Milliarden Euro zahlen. Bei der Vereinbarung im September war der Wert einer Postbank-Aktie auf 57, 25 Euro festgelegt worden. Der Kurs des DAX-Wertes brach aber anschließend im Zuge der Finanzkrise deutlich ein. Das Papier rutschte nach der Mitteilung auf unter 14 Euroes lag am Freitagnachmittag mit rund fünf Prozent Minus bei 13, 64 Euro. Die Anteile der Deutschen Post verbuchten ein Minus von rund zwei Prozent auf 10, 69 Euro. Die Post hatte die Postbank bereits nach dem angekündigten Einstieg der Deutschen Bank aus ihren Prognosen für 2008 herausgenommen. (Quelle: ) (Quelle: (dpa) - Bonn ) (Quelle: )