29.11.2018 | Geld & Recht Schlampt die Schufa? Wie ihr nicht unverschuldet zum Risikokunden werdet

Viele Menschen werden von der Schufa offenbar unverschuldet zum Risikofall erklärt. Und das, obwohl der Schufa über sie keine bedenklichen Meldungen vorliegen. Das geht aus den Recherchen mehrerer Medien hervor. Die Folge: Betroffene bekommen keinen Handyvertrag, können Kreditrahmen nicht mehr erhöhen und Ähnliches. So könnt ihr euch vor Fehlurteilen der Schufa schützen:

Foto: Foto: Jens Kalaene/dpa

Wer bei der Bank einen Kredit aufnehmen will, einen Mietwagen bucht oder eine Wohnung mietet, der wird oft nach der Schufa-Auskunft bzw. -Bewertung gefragt. Die Schufa ist eine Wirtschaftsauskunftei, die ausrechnet, wie kreditwürdig eine Person ist. Wie sie das tut, das ist ein Geschäftsgeheimnis.

Wie unter anderem das Nachrichtenmagazin SPIEGEL nach eigenen Recherchen berichtet, werden aber angeblich viele Menschen in Deutschland völlig unberechtigt als Risikofall eingestuft. Und das, obwohl es keine negativen Einträge über sie bei der Schufa gibt. Mit so einer Risiko-Einstufung könne man nicht mal einen Handyvertrag abschließen, heißt es. Dabei haben die Betroffenen stets ihre Rechnungen bezahlt.

So mächtig ist die Schufa

Wie ihr von der Schufa eingestuft werdet, hat massiven Einfluss auf euer gesellschaftliches Leben. Denn die Schufa-Auskunft ist inzwischen der Schlüssel zu einer Vielzahl von Verträgen für Handys, Mietwohnungen, Kredite oder Käufe im Onlineshop. Die Schufa verfügt nach eigenen Angaben über Informationen zu mehr als 67 Millionen Verbrauchern. 

Wenn ihr als zuverlässiger Kunde bei Kreditangeboten auf einmal horrende Zinsen präsentiert bekommt oder eine Waschmaschine nur noch gegen Vorkasse geliefert bekommt, dann deutet sich an: Hier stimmt etwas nicht!

Jedes Jahr checken: Was weiß die Schufa für mich?

Verbraucherschützer fordern schon lange mehr Transparenz darüber, wie die Schufa ihre Bewertungen ermittelt. Verbraucher haben das Recht zu erfahren, welche Daten die Schufa über sie gespeichert hat. Möglich ist das durch eine kostenlose Selbstauskunft, in der alle Informationen aufgelistet werden müssen. Dazu zählen

  • das Geburtsdatum,
  • die aktuelle Adresse,
  • frühere Adressen,
  • die Finanzhistorie mit
    • Girokonten,
    • Kreditkarten,
    • Handyverträge,
    • laufende Kredite,
    • Zahlungsstörungen,
    • Einträge im Insolvenzregister,
  • Anfragen von Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten.

Es empfiehlt sich, mindestens einmal im Jahr bei der Schufa die Informationen einzuholen, welche personenbezogenen Daten dort zu welchem Zweck gespeichert sind. Darüber hinaus soll offen gelegt werden, woher diese Daten stammen und an wen sie weitergegeben werden. Denn: Falsche Informationen können gravierende Folgen für die Einschätzung der eigenen Kreditwürdigkeit haben.

Wie komme ich an eine kostenlose Schufa-Auskunft?

Die kostenlose Auskunft ist nicht nur bei der Schufa, sondern auch bei anderen Wirtschaftsauskunfteien online meistens gut versteckt. Denn diese Unternehmen wollen natürlich Geld mit ihrem Geschäft verdienen. Deshalb bieten sie auch kostenpflichtige Auskünfte prominenter auf ihren Internetseiten an. Wer nicht aufpasst, der zahlt so schnell für eine Auskunft, die auch kostenlos zu erhalten wäre.

Schufa-Auskünfte und Co. können formlos schriftlich per E-Mail oder SMS angefordert werden. Dafür bietet die Verbraucherzentrale hier ein Musterschreiben an. Das funktioniert übrigens auch bei anderen Auskunfteien, die ähnlich wie die Schufa arbeiten und eure Kreditwürdigkeit einschätzen. Online findet ihr den Weg zur kostenlosen Schufa-Selbstauskunft hier:

Hier kostenlose Schufa anfordern!

Wichtig: Wählt bei der Schufa die sogenannte "Datenkopie (nach Art. 15 DS-GVO)" aus. Die kostenlosen Selbstauskünfte der Mitbewerber findet ihr hier:

Was kann ich tun, wenn die Daten falsch sind?

Falsche oder unzulässig gespeicherte Daten müssen die Auskunfteien berichtigen, löschen beziehungsweise sperren. Für den Korrekturwunsch reicht ein formloses Schreiben, in dem ihr konkret angebt, welche Daten falsch sind. Wenn möglich, solltet ihr das gleich mit entsprechenden Unterlagen belegen.