17.10.2018 | Geld & Recht So könnt ihr ohne Risiko im Diesel-Skandal mitklagen und Schadensersatz bekommen

Musterfeststellungsklage heißt das Zauberwort ab November 2018. Bislang musste jeder Verbraucher in Deutschland für sich selbst klagen. Ab November könnt ihr euch an sogenannten Muster­fest­stellungs­klagen beteiligen - ganz einfach und ohne jedes Risiko. Wir erklären euch alles, was ihr dazu wissen müsst.

Minimaler Aufwand: Ohne Anwalt, ohne Risiko

Ab 1. November 2018 können Verbraucher sich an Musterfeststellungsklagen beteiligen. Was erstmal sperrig klingt, ist für euch aber eigentlich ganz einfach und bringt wichtige Veränderungen, von denen ihr schnell profitieren könnt! Bislang musste nämlich jeder Verbraucher in Deutschland für sich allein klagen - auch bei Themen, die eigentlich ganz viele betreffen wie zum Beispiel beim Diesel-Skandal

Die Muster­fest­stellungs­klage ermöglicht es, gesammelt für alle Betroffenen fest­stellen zu lassen, dass beispielsweise grund­sätzlich eine Entschädigung zu zahlen ist.

Für euch wird es jetzt nicht nur einfacher euer Recht zu erwirken, ihr tragt auch kein Risiko und braucht keinen eigenen Anwalt! Der Verbraucherzentrale Bundes­verband (vzbv) bereitet beispielsweise gerade eine Musterklage gegen VW vor, der ihr euch dann voraussichtlich ab Mitte November anschließen könnt.

Was muss ich tun, um von einer Musterfeststellungsklage zu profitieren?

Verbraucher müssen sich für eine Musterklage registrieren lassen. Das ist kostenlos und soll elektronisch funktionieren. Dieses Klageregister wird eröffnet, sobald die Muster­fest­stellungs­klage öffentlich bekannt gemacht wurde. Verbraucher sollten dann schnell sein, denn das Verfahren findet nur statt, wenn sich inner­halb von zwei Monaten mindestens 50 Betroffene registrieren. 

Diesel-Skandal: Klage gegen VW

Im Fall der Musterfeststellungsklage gegen die Volkswagen AG reicht der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Kooperation mit dem ADAC am 1.11.2018 die Klage ein. Danach (voraussichtlich Mitte November) können sich Verbraucher/Betroffene kostenlos in ein Register des Bundesamtes für Justiz eintragen. Wenn ihr euch nicht an der Klage beteiligt, könnten eure Rechte schon am 1. Januar 2019 verjährt sein.

Ziel der Klage gegen VW ist festzustellen, dass Volkswagen Käufer vorsätzlich geschädigt hat und daher Schadenersatz fällig wird. Beteiligen können sich Käufer von Fahrzeugen der Marken Volkswagen, Audi, Seat, Skoda mit einem Dieselmotor des Typs VW EA189 (Hubraum: 1,2 oder 1,6 oder 2,0 Liter), für die ein Rückruf ausgesprochen wurde.

Foto: vzbv
Was passiert nach einem Urteil durch die Musterfeststellungsklage?

Ein positives Urteil der Muster­fest­stellungs­klage würde beispielsweise bedeuten, dass grundsätzlich eine Entschädigung zu zahlen ist. Wie hoch die allerdings ist, wird weiter im Einzelfall geklärt. Verbraucher müssten also – nach einem für sie positiven Feststellungsurteil – theoretisch nochmal selbst klagen, um die konkrete Höhe des Schadensersatzes einzufordern. 

Der vzbv geht jedoch davon aus, dass ein Unternehmen, das in einer Musterfeststellungsklage verurteilt worden ist, mit Rücksicht auf sein Ansehen Bereitschaft signalisieren könnte, die Schäden ohne eine zweite Klage zu ersetzen.

Quelle der Infos: Stiftung Warentest, vzbv, ADAC

Foto: vzbv