22.12.2020 | Geld & Recht Steuererklärung für 2020: Das müssen Arbeitnehmer wegen Corona beachten

Mit diesen Tipps holt ihr bei eurer Steuererklärung für 2020 möglichst viel Geld raus:

Foto: Oliver Berg/dpa

Auch bei der Steuererklärung für das Jahr 2020 spielt Corona eine Rolle. Wir verraten euch, was ihr beachten müsst und wie ihr möglichst viel Geld rausholen könnt.

Frist für Abgabe verlängert

Wer noch seine Steuererklärung für 2019 abgeben muss und Hilfe von einem Steuerberater hat, bekommt mehr Zeit. Eigentlich gilt für Steuererklärungen der 31. Juli des Folgejahres als letztmöglicher Abgabetermin. 

Wer aber Hilfe von einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein bekommt, hat in diesem Jahr mehr Zeit. Grund ist der erhöhte Arbeitsaufwand der Steuerberater durch die Corona-Hilfsanträge. So muss die Abgabe jetzt spätestens statt dem 28. Februar 2020 am 31. August abgeben werden

So setzt ihr Homeoffice von der Steuer ab

Wenn ihr während der Corona-Krise im Homeoffice gearbeitet habt, könnt ihr eure Ausgaben in der Steuererklärung geltend machen. Dafür wurde die Homeoffice-Pauschale eingeführt. Demnach könnt ihr pro Tag im Homeoffice fünf Euro ansetzen, maximal aber 600 Euro im Jahr. Diese Regelung gilt für die Steuerjahre 2020 und 2021.

Die Homeoffice-Pauschale von 600 Euro zählt zu den Werbungskosten, die allen Steuerzahlern in Höhe von 1.000 Euro angerechnet werden. Dadurch profitiert ihr von der Corona-Sonderregel nur, wenn ihr mit euren Ausgaben über die 1.000 Euro kommt.

Lässt sich das Arbeitszimmer voll absetzen?

Das Arbeitszimmer im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung lässt sich komplett nur schwierig absetzen. Als Voraussetzung gilt, dass das Arbeitszimmer ein eigenständiger Raum ist, der nur zu Arbeitszwecken genutzt wird. 

Arbeitet ihr nur höchstens ein halbes Jahr im Homeoffice und habt ein eigenständiges Arbeitszimmer, dann könnt ihr bis zu 1.250 Euro als Werbungskosten absetzen. 

Wenn ihr das Arbeitszimmer länger als ein halbes Jahr nutzt, könnt ihr die Kosten für Miete, Strom und Wasser in Abhängigkeit zur Raumgröße vollständig geltend machen.

Computer voll absetzbar

Berufstätige können neue Rechner, Software, Kameras und Drucker vollständig von ihrer Steuer absetzen. Eine Obergrenze beim Kaufpreis gibt es nicht. Die Kosten müssen in der Steuererklärung, die im Jahr 2022 fällig ist, angeben werden. Die Geräte müssen aber 90% beruflich genutzt werden. Sonst muss man anteilig abrechnen. Bei einem Rechner, der zur Hälfte privat genutzt wird, ist also nur der Hälfte des Kaufpreises steuerlich absetzbar.

Das gilt für: alle Computer, Beamer, Plotter, Headset, Lautsprecher, Monitor, Tastatur, Maus, Grafiktablett, Scanner, Kamera, Mikrofon, Headset, Festplatte, DVD-/CD-Laufwerk, USB-Stick und Bandlaufwerke (Streamer) und die nötige Software.

Arbeitsmaterialien absetzen - das ist möglich

Auch Arbeitsmaterialien, wie Schreibwaren, ein neuer Tisch, ein Bürostuhl oder auch ein Laptop lassen sich von der Steuer absetzen, sofern sie nicht vom Arbeitgeber bezahlt wurden. Wegen der reduzierten Mehrwertsteuer gilt für solche Sachen eine Obergrenze von 928 Euro, bzw. 952 Euro, wenn ihr das Gerät vor dem 1. Juli gekauft habt. Höhere Beträge könnt ihr über mehrere Jahre absetzen.

Für Telefon und Internet könnt ihr pauschal 20 Prozent absetzen, jedoch maximal 20 Euro im Monat.

 Änderungen durch Kurzarbeitergeld

Durch den Bezug von Kurzarbeitergeld drohen einigen Arbeitnehmern im kommenden Jahr Steuernachzahlungen. Daher müssen alle Empfänger von Kurzarbeitergeld von mindestens 410 Euro im Jahr verpflichtend eine Steuererklärung abgeben.

Hintergrund ist, dass das Kurzarbeitergeld steuerfrei ist und dieses im Nachhinein zum regulären Arbeitslohn hinzugerechnet wird. Dadurch erhöht sich die Bemessungsgrundlage und je nach Steuerklasse kann es sein, dass hier eine Nachzahlung fällig wird.