16.05.2017 | Geld & Recht Steuererklärung: Mit diesen 7 Tipps Steuererstattung maximieren

Jedes Jahr steht sie wieder an und so manchen von uns treibt sie stets in die Verzweiflung. Die Steuererklärung gehört für viele Menschen zu den unangenehmen Pflichten im Leben. Dabei bringt sie doch fast immer finanzielle Vorteile.

Viele Ausgaben, die innerhalb eines Kalenderjahres anfallen, können nämlich ganz einfach von der Steuer abgesetzt werden. Die Liste ist lang. Werbungskosten, Altersvorsorge, haushaltsnahe Dienstleistungen und vieles mehr kann steuerlich geltend gemacht werden. Diese sieben Tipps helfen euch dabei, euch eine möglichst hohe Steuererstattung zu sichern.

Tipp 1:  Werbungskosten von der Steuer absetzen

Zu den Werbungskosten gehören bei Arbeitnehmern all jene Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der Ausübung des Berufs anfallen. Hierzu gehören etwa die täglichen Fahrten zur Arbeit, Dienstreisen, Fortbildungen, Ausgaben für Arbeitskleidung und Arbeitsmittel (Laptop & Co.) oder berufliche Versicherungen.

Das Finanzamt berücksichtigt pro Jahr den Werbungskosten-Pauschbetrag von 1.000 Euro. Für diese Pauschale sind keine Nachweise erforderlich und der Betrag wird automatisch vom zu versteuernden Einkommen abgezogen. In der Regel fallen aber wesentlich höhere beruflich veranlasste Kosten im Jahr an, weshalb diese unbedingt in der Steuererklärung angegeben werden sollten, um eine möglichst hohe Steuererstattung zu erzielen.

Tipp 2:  Pendler- und Dienstreisepauschale nutzen

Für die Wegstrecke zwischen Wohnung und Arbeitsstelle kann die Entfernungspauschale von 0,30 Euro pro Kilometer einfacher Fahrt von der Steuer abgesetzt werden. Die Pauschale gilt verkehrsmittelunabhängig und kann damit z.B. auch von Mitfahrern einer Fahrgemeinschaft beansprucht werden. Pro Jahr können maximal 4.500 Euro im Rahmen der Entfernungspauschale abgesetzt werden.

Alternativ zur Entfernungspauschale können Arbeitnehmer auch Fahrtkosten in voller Höhe von der Steuer absetzen. Hierfür verlangt das Finanzamt Nachweise in Form von Tankquittungen oder die Vorlage von Tickets für den öffentlichen Personennahverkehr.

Auch Fahrten im Zuge von beruflichen Auswärtstätigkeiten oder Weiterbildungsmaßnahmen können von der Steuer abgesetzt werden. Durch die Dienstreisepauschale können sowohl Hin- als auch Rückweg mit je 0,30 Euro pro Kilometer geltend gemacht werden.

Tipp 3:  Haushaltsnahe Dienstleistungen absetzen

Haushaltshilfen, Pflegedienste, Handwerkerleistungen oder Garten- und Reinigungsarbeiten können bei der Steuererklärung angegeben werden. In der Regel können 20 Prozent der in Rechnung gestellten Kosten von der Steuer abgesetzt werden. Wichtig hierbei ist, dass die Rechnungen per Überweisung beglichen wurden, denn Barzahlungen werden vom Finanzamt nicht anerkannt.

Tipp 4:  Krankheitskosten zurückholen

Im Laufe eines Lebens kann es zu unterschiedlichen außergewöhnlichen Belastungen kommen. Das können zum Beispiel Krankheitskosten sein (stationäre und ambulante Behandlungen, Arzneimittelkosten, Krankenhauskosten, Augen-Laser-Operation etc.). Diese Ausgaben können in der Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen dem Finanzamt angezeigt werden, sofern die zumutbare Belastungsgrenze überschritten wird. Die Belastungsgrenze hängt unter anderem von Faktoren wie Höhe des Einkommens, Familienstand und Kinderanzahl ab. Mehr Informationen findet ihr hier.

Tipp 5:  Für das Alter vorsorgen

Riester-Rente: „Geriestert“ wird in Deutschland seit 2002. Mit Hilfe staatlicher Zulagen und gefördert durch einen Sonderausgabenabzug soll sie seither den Einstieg in die private Altersvorsorge erleichtern. Die jährliche Förderung von Staatsseite hat einen Umfang von 154 Euro, das ist die Grundzulage, die alle Riester-Versicherten erhalten.

Betriebliche Altersvorsorge: Im deutschen Alterssicherungssystem steht die betriebliche Altersvorsorge als zweite Säule zwischen der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Vorsorge. Seit 2002 besteht dazu ein grundsätzliches Recht, einen Teil des Einkommens im Zuge der sogenannten Entgeltumwandlung in die betriebliche Altersvorsorge einfließen zu lassen.

Die Möglichkeit, mit Hilfe der staatlich geförderten Vorsorgevarianten Steuern zu sparen, wird allerdings erst dann wirklich relevant, wenn ein Arbeitsverhältnis besteht – ansonsten gilt der Grundfreibetrag von 8.820 Euro im Jahr, bis zu dem ohnehin keine Steuern gezahlt werden müssen.

Rürup-Rente: Das gilt in gleicher Weise für die Rürup-Rente, die sich als einziges staatlich gefördertes Angebot an Selbständige richtet. Solange der jährliche Steuerfreibetrag nicht überschritten wird, können auch die steuerlichen Vorteile, die sich aus der Veranlagung als Sonderausgaben ergeben, nicht in Anspruch genommen werden.

Tipp 6:  Vermögen richtig vererben

In Deutschland gibt es eine Erbschaftsteuer. Grundsätzlich wird diese erhoben, wenn jemand aufgrund eines Todesfalls etwas erbt. Wie hoch dabei die Steuer ausfällt, hängt in erster Linie vom Verwandtschaftsverhältnis zwischen den jeweiligen Parteien ab; die Erbschaftsteuer kann zwischen 7 und 50 Prozent betragen.

Um Steuern zu sparen, empfiehlt es sich, Freibeträge zu nutzen. So können an Ehepartner bis zu 500.000 Euro steuerfrei vererbt werden, an Kinder und Enkelkinder bis zu 400.000 Euro. Um noch mehr Vermögen in der Familie zu halten, kann es auch sinnvoll sein, zeitig eine Schenkung zu veranlassen. Wird Vermögen frühzeitig an Verwandte verschenkt, kann die Erbschaftsteuer auch komplett umgangen werden.

Tipp 7:  Online-Steuererklärung nutzen

Schon seit einigen Jahren bieten mehrere Anbieter im Internet mit der Online-Steuererklärung einen schnellen und einfachen Steuerservice. Eine Online-Steuererklärung speziell für Arbeitnehmer bietet zum Beispiel die Plattform steuererklärung.de. In wenigen Schritten und mit vielen Hilfen und Tipps werden die Nutzer hierbei durch ihre Steuererklärung geleitet. Ein Live-Steuerrechner zeigt dabei an, in welcher Höhe mit einer Steuererstattung gerechnet werden kann.

Der Vorteil gegenüber etwa der staatlichen Steuersoftware ELSTER liegt darin, dass euch eure Erstattungs- bzw. Steuersparmöglichkeiten konkret aufgezeigt werden und ihr damit auch ohne Steuerwissen sehr gute Aussichten habt, eine maximale Steuererstattung zu erhalten. Zudem sind alle wichtigen Pauschalen schon vorausgefüllt oder werden euch automatisch berechnet. Damit bleibt der Zeitaufwand bei der Online-Steuererklärung im Vergleich zur Erklärung auf Papier deutlich geringer.