18.02.2022 | Geld & Recht Tausende Euro Entlastung durch Rentenreform: So profitiert ihr davon

Die Ampelregierung plant für 2023 eine weitreichende Reform der Rentenbesteuerung. Diese könnte bei manchen Steuerzahlen zu Entlastungen von mehr als zehntausend Euro führen. Wer von der Rentenerhöhung profitiert, erfahrt ihr hier.

Foto: Lino Mirgeler/dpa

Die Ampelregierung hat im Koalitionsvertrag eine Reform der Rentenbesteuerung angekündigt. Als Reaktion auf ein Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) vom Mai 2021 will die Bundesregierung die Beträge zur Rentenkasse und vor allem die späteren Rentenzahlungen steuerlich deutlich besserstellen.

So viel mehr Geld soll es geben 

Laut dem Rentenversicherungsbericht der Ampelregierung sollen die Altersbezüge zum 1. Juli 2022 im Westen um 4,8 Prozent steigen. In Ostdeutschland hingegen um 5,6 Prozent. Berechnungen des Finanzmathematikers Werner Siepe zeigen in Fallbeispielen, wie groß der Effekt in Abhängigkeit vom Lebensalter und vom Einkommen sein könnte. Maximal summieren sich laut diesem die Entlastungen für Top-Verdiener mit Geburtsjahr 1975  auf 23.522 Euro. Für gleichaltrige Durchschnittsverdienende sind es noch 12.482 Euro.

Ab wann gilt das?

Die Ampel plant, dass die Beiträge zur Rentenversicherung bereits ab dem Jahr 2023 und nicht erst ab 2025 zu 100 Prozent steuerlich geltend gemacht werden können. Die volle Besteuerung der Renten wird von 2040 auf 2060 gestreckt und dadurch entschärft. 

Bei diesen Punkten ändert sich nichts:
  • Der Beitragssatz in der gesetzlichen Rentenversicherung beträgt seit 1. Januar 2022 immer noch 18,6 Prozent in der allgemeinen Rentenversicherung, wie die Deutschen Rentenversicherung in einer Mitteilung berichtet.
  • Auch 2022 bleibt die Hinzuverdienstgrenze für vorgezogene Altersrenten unverändert bei 46.060 Euro. Jahreseinkünfte bis zu dieser Höhe führen somit nicht zur Kürzung einer vorgezogenen Altersrente. Ab 2023 gilt voraussichtlich wieder die ursprüngliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro pro Kalenderjahr. 
Gesetzgebung wird vorbereitet

Entsprechend ist es im Ampel-Koalitionsvertrag festgehalten. Die Gesetzgebung dazu wird im Moment im Bundesfinanzministerium von Ressortchef Christian Linder (FDP) vorbereitet.

Hier findet ihr den Koalitionsvertrag noch mal im Wortlaut.

Koalitionsvertrag 2021