30.04.2020 | Geld & Recht Thema Geldanlage: So starten Sparer richtig durch

Wie sorge ich richtig vor? Hier gibt es wertvolle Tipps für alle, die jetzt damit beginnen wollen.

In Zukunft wird es immer mehr Rentner geben – und gleichzeitig immer weniger Arbeitnehmer, die in die Rentenkasse einzahlen. Die gesetzliche Rente wird deshalb für künftige Generationen immer dürftiger ausfallen.

Deshalb ist es so wichtig, mit Aktien, Fonds oder einer privaten Rentenversicherung rechtzeitig vorzusorgen. 

Erst Schulden begleichen, dann ansparen

Bevor mit dem Investieren in die private Altersvorsorge begonnen wird, ist das Begleichen von Schulden sinnvoll. Der Grund: Die Zinsen für Darlehen und Kredite sind meist höher als die, die Kleinsparer für ihre Geldanlage erhalten. Den Dispo ausgleichen oder den PKW abbezahlen ist deshalb erst einmal das Wichtigste.

Je früher, desto besser

Wer im Erwerbsleben rechtzeitig mit der Geldanlage beginnt, steht in finanzieller Hinsicht später besser da als andere. Die Ursache hierfür liegt im Zinseszins-Effekt. Er funktioniert so: Auf sein angespartes Geld erhält ein Sparer Zinsen. Werden diese nicht ausgegeben, sondern weiterhin mit angespart, erhöht sich dadurch der angelegte Betrag. Durch diese Erhöhung kommt es dann in zukünftigen Jahren zu einer höheren Verzinsung des angelegten Geldes.

Je früher mit dem Investieren in eine private Altersvorsorge begonnen wird, umso höher ist später der Ertrag, der durch den Zinseszins-Effekt erreicht wird.

Risikostreuung ist besonders wichtig

Wer monatlich von seinem Nettoverdienst den Betrag X für die eigene Vorsorge spart, möchte sein Geld möglichst sicher anlegen. Das gilt besonders dann, wenn am Kapitalmarkt in Aktien, Exchange Traded Funds (ETFs) oder Aktienfonds investiert wird. Deshalb muss das angelegte Geld über mehrere Anlageklassen hinweg gestreut werden, um mögliche Verluste durch Kursschwankungen auszugleichen oder gar einem Totalverlust vorzubeugen. Zu den Anlageklassen gehören

  • Aktien, Aktienfonds
  • Edelmetalle
  • Anleihen: Lebensversicherungen, Rentenfonds, Sparbriefe, Staatsanleihen, Tagesgeld
  • Immobilien, Immobilienfonds
  • Rohstoffe

Normalerweisegibt es in der Entwicklung an den Börsen stets Unterschiede: Geht es den Aktien schlecht, boomen die Anleihen. Zu einem späteren Zeitpunkt kann sich dieser Effekt aufgrund der Dynamik des Kapitalmarkts wieder umkehren.

Kommt es in einer der Anlageklassen zu Verlusten, werden diese durch Gewinne in einer anderen Anlageklasse ausgeglichen, wenn das angelegte Kapital gestreut wurde. Das sorgt für die Sicherheit des angelegten Geldes.

Risiko versus Sicherheit

Grundsätzlich unterscheiden Finanzberater zwischen drei Anlegertypen: 

  • Sicherheitsorientierte
  • solche mit dem Mut zum kalkulierten Risiko 
  • solche, die an der Börse aufs Ganze gehen

Es ist wichtig, sich darüber im Klaren zu sein, was für ein Anlegertyp man ist. Anleger sollten sich mit ihrer Entscheidung für mehr oder weniger Risiko wohlfühlen – wer Wert auf eine sichere Anlage legt, sollte folglich eher in breit gestreute Aktienfonds investieren als in die Wertpapiere selbst.

Dabei spielt auch die eigene Lebenssituation eine wichtige Rolle: Muss auf das angelegte Kapital zwischendurch zurückgegriffen werden, ist eine konservative Anlagestrategie ratsam.

Gibt es jedoch eine größere Summe Geld – vielleicht aus einer Erbschaft – kann der Anleger es langfristig investieren, wenn er es nicht wirklich benötigt. Dieses Kapital erwirtschaftet dann am Kapitalmarkt über die Jahre eine attraktive Rendite. Bei einem langen Anlagezeitraum von etwa 20 Jahren muss der Anleger sich keine Sorgen um Kursschwankungen machen. Die werden in diesem Anlagezeitraum mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder ausgeglichen.

Anteilig kann so ein Betrag auch in risikoreichere Anlagen gesteckt werden, in der Hoffnung auf eine höhere Rendite.

Finanzberatung kritisch bewerten

Wer bei der Planung seiner privaten Altersvorsorge Rat benötigt, findet bei unabhängigen Finanzberatern, Honorarberatern, dem Berater der eigenen Bank oder Sparkasse oder einem Finanzdienstleistungsunternehmen Unterstützung.

Beim Thema Finanzberatung sollten Anleger Folgendes stets im Hinterkopf haben: Während Honorarberater auf eigene Rechnung arbeiten, leben andere meist von Provisionen, die sie von den Anbietern der Finanzprodukte erhalten. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, die Beratung kritisch zu hinterfragen und den Berater in Bezug auf die Objektivität seiner Empfehlung anzusprechen.

Ist erst einmal alles unter Dach und Fach, lässt sich die Geldanlage heute bequem online verwalten: Viele Finanzdienstleister wie die DVAG, MLP oder tecis halten für ihre Kunden Apps bereit, mit denen sich via Smartphone oder Tablet das eigene Online-Depot schnell überblicken lässt. So ermöglicht die App von tecis Online-Transaktionen, den Zugriff auf Konten gleich mehrerer Banken und die schnelle Kommunikation mit dem Finanzberater. Tecis bietet seine „mytecis“-App kostenlos in den gängigen App-Stores zum Download an.