04.11.2021 | Geld & Recht Welche Stellung haben Immobilien in der Corona Pandemie?

Die Corona Krise hinterlässt Spuren. Ängste um den Arbeitsplatz, Kurzarbeit, Kontaktbeschränkungen oder zunehmende häusliche Spannungen sind nur einige der vielen Aspekte, an die wir uns in den letzten zwei Jahren gewöhnen mussten. Mehr als verständlich ist, dass viele von uns nach mehr Sicherheit streben. Dies lässt sich auch an der aktuellen Immobilienentwicklung ablesen. Der Trend in Richtung Eigenheim ist ungebrochen und wurde durch Krise nur noch verstärkt. Dem historisch niedrigen Zinsniveau sei Dank.

Foto: Allyson Beaucourt / unsplash
Der Markt für Immobilien hat Feuer gefangen

Das eigene Zuhause ist seit je her ein wichtiger Rückzugsort und gerät bei vielen Menschen immer stärker in den Fokus. So verbrachten in den letzten zwei Jahren die meisten Menschen immer mehr Zeit daheim. Fernunterricht, Arbeiten im Homeoffice, Lockdown, die Gründe daheimzubleiben waren und sind vielfältig. Dies führt schlussendlich auch zu Veränderungen im Immobilienmarkt. Nach der ersten Unsicherheit und der Zurückhaltung im Frühjahr 2019 zeigte sich schnell, dass das klassische Eigenheim auch in Krisenzeiten ein hohes Maß an Sicherheit bietet.

Raus aufs Land – Wohnungen abseits von Ballungszentren werden beliebter

Die Nachfrage nach Baufinanzierungen steigt. Diesen Trend bestätigt auch die Studie der Bundesbank. So lag die Nachfrage nach Hausfinanzierungen bereits im Jahre 2020 weit über dem Vorjahreswert. Auch im laufenden Jahr bewegen wir uns hier auf einem konstant hohen Niveau. Doch es lässt sich ein Wandel bei den nachgefragten Objekten feststellen. Der Trend geht zu Immobilien auf dem Land. Besonders Bewohner aus großen Metropolen zieht es in ländliche Gebiete, während die dortigen Bewohner ihre Wohnungen und Häuser viel seltener verlassen. Somit hat sich die sogenannte „Landlust“ in der Corona Krise noch weiter verstärkt. Da sich der Trend zum Homeoffice und dem Arbeiten von zu Hause aus auch in Zukunft weiter etablieren wird, ist ein Ende dieses Trends nicht so schnell in Sicht.

Banken verändern ihre Beratungsangebote und auch die Schwerpunkte

Als im letzten Frühjahr die bundesweite Kontaktbeschränkung ausgerufen wurde, änderte sich auch das Verhalten vieler Banken und Finanzdienstleister. Physische Beratungsgespräche mussten durch telefonische Beratungen und digital unterstützte Bildschirmpräsentationen ersetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass die digitalen Unterstützungen auch nach der Pandemie zusätzlich zum klassischen Beratungsgespräch weiter zunehmen werden. Doch nicht nur die Art der Beratungen, sondern auch die Inhaltsschwerpunkte haben sich durch Corona massiv geändert. Der Wunsch vieler Kunden nach flexiblen Rückführungsoptionen ihrer Darlehen und mehr Sicherheit hat zugenommen. Dieser Kundenwunsch nach Flexibilität und Planungssicherheit ist auch an der durchschnittlichen Zinsbindungslänge von mehr als 12 Jahren ablesbar.

Zinsen bleiben auf einem historischen Tiefpunkt

Die letzten zwei Jahr sind geprägt von Unsicherheit. Der anstehende Brexit, die US-Wahlen, der Handelskonflikt zwischen Amerika und Asien und dann noch die Corona Krise haben auch bei den Banken und Finanzdienstleistern ihre Spuren hinterlassen. Dennoch konnte trotz all dem ein Abgleiten in eine Rezession in Deutschland bisher abgewendet werden. Die aktuellen Bauzinsen befinden sich auf einem historischen Tiefststand. Die besten Baufinanzierer bieten 10-jährige Darlehen teilweise für einen Zinssatz von 0,5 Prozent. Eine entsprechende Bonität vorausgesetzt macht eine Baufinanzierung den Kauf einer Immobilie zu akzeptablen Raten möglich. Und ein Ende der niedrigen Zinsen scheint nicht in Sicht.