24.03.2021 | Geld & Recht Wenn die Bank euren Kreditantrag ablehnt: 3 Wege zur Liquidität

Hin und wieder ist eine Finanzierung eilig. Gläubiger erwarten ihr Geld pünktlich, Rechnungen stehen noch aus, plötzlich gibt das Auto den Geist auf... Der erste Weg führt vermutlich gleich zur Bank - Dispokredit erhöhen oder anderen Kredit aufnehmen. Doch was ist, wenn's nicht klappt? Woher das Geld nehmen? Hier kommen drei Tipps, wenn's pressiert und ihr dringend Geld braucht.

Foto: Markus Spiske / Unsplash.com ​Abbildung 1: Wird dringend Geld benötigt und stehen die Standard-Optionen nicht zur Verfügung, ist guter Rat teuer - doch es gibt Alternativen.
1. Auf schufafreie Alternativen zurückgreifen

Kreditabsagen beruhen meist auf zwei Faktoren: Eure aktuellen Finanzen erlauben keinen Kredit oder aber, eure Schufa spricht gegen die Vergabe. Für eine lange Zeit galt, dass Einträge in der Schufa und die darauf basierende schlechtere Bonität ein absolutes K.O.-Kriterium waren. Mittlerweile gibt es jedoch Alternativkredite, die auch trotz Schufa funktionieren. Vorab solltet ihr die Sicherheit jedoch an die erste Stelle stellen:

  • Anbieter checken – prüft unbedingt den Anbieter. Checkt die Online-Erfahrungen und Bewertungen des Anbieters und lest gezielt die schlechten Bewertungen. Welche Erfahrungen machten andere? Handelt es sich wirklich um einen echten Kredit oder verbirgt sich dahinter eine Abzocke?
  • Geringe Höhen – ohne die Berücksichtigung der Schufa werden nur wenige Anbieter höhere Kreditsummen vergeben. Im Schnitt belaufen sich die Kredite bei um die 1.000 Euro, ein wenig mehr, wenn echte Sicherheiten wie Haus oder Wertpapiere vorhanden sind. Ist ein Kreditgeber beispielsweise gewillt, euch trotz negativer Schufa problemlos 10.000 Euro und mehr zu geben, ist Vorsicht geboten. Versetzt euch für einen Moment in die Person des Kreditgebers. Was hat er davon, Geld an finanziell unstete Personen zu vergeben?
  • Kosten – jeder Kredit trotz oder gar ohne Schufa ist teurer als normale Kredite. Der Grund ist, dass über die Kosten eine gewisse Sicherheit durch den Vergeber eingekauft wird. Dennoch dürfen die Zinsen nicht zu hoch sein. Gibt es vergleichbare Kredite mit 4 Prozent Zinsen, so sollte euer Kredit keine 15 Prozent Zinsen verlangen. Sieben Prozent wären als Sicherheitsleistung jedoch in Ordnung.

Bei seriösen Angeboten, die der Schufa nur eine untergeordnete Beachtung schenken, kommt es im Regelfall auf eure Einkünfte an. Ihr solltet euch auf die Kreditanfrage gut vorbereiten, damit ihr die Unterlagen schon alle parat habt. Besonders einfach ist dies bei Onlinekrediten, die rein digital abgewickelt werden:

  • Einkommensnachweise – ob ihr nun die Gehaltsnachweise einscannt oder mit dem digitalen Kontocheck arbeitet, ist eigentlich unerheblich. Letzterer ist natürlich einfacher und erlaubt dem Kreditgeber, das Einnahmen- und Ausgabenverhältnis zu beurteilen.
  • Legitimation – haltet den Personalausweis bereit, damit ihr euch gleich online legitimieren könnt.
  • Sicherheiten – habt ihr Vermögen oder anderweitige Sicherheiten in der Hinterhand, ist es gut, wenn ihr die Nachweise schon eingescannt oder abfotografiert habt. Sie sind bei Krediten trotz Schufa oft wichtig.

Natürlich darf auch der Vergleich der Anbieter nicht vergessen werden. Es gibt mittlerweile zahlreiche Anbieter, die Kredite trotz Schufa in kleinerer Höhe anbieten – völlig seriös und ohne Probleme. Ihr müsst euch nur vor den ›Kredithaien‹ in Acht nehmen, wie auch vor Abzockern, die eine Bearbeitungsgebühr verlangen, ohne jemals tätig zu werden - ohne euch das Geld auszuzahlen.

2. Wertgegenstände verpfänden

Das Pfandhaus ist heute so aktuell wie denn je. In den meisten Städten gibt es mehrere und für Kunden sind sie oft die letzte Anlaufstelle, um den Monat irgendwie zu überbrücken. Pfandhäuser haben Vorteile:

  • Legitimiert – nicht jeder kann ein Pfandhaus eröffnen. Die Offiziellen sind staatlich anerkannt und orientieren sich somit auch an den wichtigen Regeln. Wenn ihr überlegt, eure Wertgegenstände zu verpfänden, dann solltet ihr ein Pfandhaus den An- und Verkäufern in den Stadtgebieten vorziehen. Bei einem Ankäufer verkauft ihr die Stücke ohne eine Rückkaufschance. Zudem ist hier nicht direkt gesagt, dass die Preise immer korrekt berechnet werden.
  • Sicherheit – kein Pfandhaus kann eingelagerte Stücke vor dem Ablauf der Frist und einer eventuellen Verlängerung derselben veräußern. Ihr habt also immer die Chance, eure Stücke wieder zurückzuerhalten.
  • Kosten – ihr bekommt Geld für die verpfändeten Stücke. Die Pfandleiher berechnen den Wert anhand einer Liste, die von offizieller Seite herausgegeben wird. Zugleich wird online nach Verkaufswerten geprüft. Löst ihr ein Pfandstück wieder aus, so bezahlt ihr eine Pfandgebühr, die sich aus dem erhaltenen Geld zuzüglich der Einlagerungskosten zusammensetzt.

Aber kann alles in einem Pfandhaus verpfändet werden? Ja, es gibt mittlerweile auch spezielle Pfandhäuser für Autos, Motorräder oder gar Wohnmobile. Im typischen städtischen Pfandhaus ist dafür natürlich kein Platz, sodass eher die haushaltsüblichen Gegenstände abgegeben werden können:

  • Elektronik – Smartphones, TV-Geräte, Spielekonsolen – das sind die typischen Elektrogeräte. Die Leihsumme beträgt allerdings nicht den Kaufpreis, sondern den Versteigerungspreis. Ein TV-Gerät, welches vor zwei Jahren 2.000 Euro gekostet hat, könnte mitunter nur für 700,00 Euro verpfändet werden.
  • Computer/Laptop – für sie gilt dieselbe Devise wie für Elektrogeräte. Allerdings bringen sie oft nur geringe Summen ein, da Neugeräte auf dem Markt durchaus erschwinglich sind und viele Menschen eher ein Neugerät kaufen, als eines in der Versteigerung zu ersteigern.
  • Schmuck – das ist der Klassiker im Pfandhaus. Wichtig ist für euch zu bedenken, dass nur der reine Wert des Schmuckstücks betrachtet wird, nicht der individuelle Wert. Dem Pfandleiher kann es nicht interessieren, ob die Halskette schon in der vierten Generation in der Familie ist. Letztendlich zählen Materialwert, Verarbeitung und Steine. Hier müsst ihr beachten, dass der Pfandleiher im Notfall das Schmuckstück auseinandernehmen und einschmelzen lässt.

Habt ihr Gemälde, alte Bücher oder ähnliche Kunstwerke, so solltet ihr nicht den Pfandleiher wählen, sondern euch an einen Fachmann wenden. Die Verkaufspreise sind auf diesem Weg meist höher.

3. Auto verkaufen

Wenn gar nichts mehr geht, dann bleibt euch oft nur, dass ihr euch vom Auto trennt. Das ist natürlich mitunter ein einschneidendes Erlebnis und ein echtes Problem, denn wer auf das Auto angewiesen ist, der ist nach dem Verkauf eingeschränkt. Es gibt allerdings mehrere Möglichkeiten:

  • Verkauf vor Ort – vor Ort könnt ihr natürlich ein Auto bei Händlern verkaufen. Fahrt ihr ein recht hochwertiges und neues Modell, kann es sogar sein, dass der Verkaufspreis ausreicht, um eure Schulden zu zahlen und ein günstiges Auto anzuschaffen.
  • Verkauf online – da gibt es mittlerweile etliche Ankaufsportale, aber auch Verkaufsportale. Die Ankaufsportale trumpfen durch ihre Geschwindigkeit auf, bieten aber nicht immer den besten Preis. Es bleibt dennoch: Ist das Auto erst verkauft, seid ihr nicht mehr mobil.
  • Pfando – auch bei Pfando verkauft ihr euer Fahrzeug. Im Gegenzug zum normalen Verkauf schließt ihr aber einen Mietvertrag über 6 Monate ab, der es euch erlaubt, das Auto auch während des Vertragszeitraumes weiter zu nutzen. Die Nutzung von Pfando ist denkbar einfach, denn ihr vereinbart online oder telefonisch einen Termin, lasst den Wagen in einer Filiale vor Ort, beispielsweise im Pfando KFZ Pfandleihhaus in Nürnberg begutachten, schließt die Verträge ab und schon habt ihr euer Geld und könnt das Auto dennoch weiternutzen.

Letztendlich müsst ihr natürlich wissen, welche Variante für euch die beste ist. Bei hochwertigen Autos ist der echte Verkauf beim Fachhändler immer optimal, denn ihr erhaltet genug Geld, um trotzdem noch einen älteren Gebrauchtwagen zu erwerben. Ihr bleibt also mobil. Bei älteren, doch noch gut erhaltenen Autos mit einem Mindestwert ab 3.500 Euro, kann sich Pfando durchaus zum Überbrücken eines kurzfristigen Engpasses lohnen

Fazit - ihr habt Mittel und Wege

Es gibt immer Möglichkeiten, trotz einer Kreditablehnung Geld zu erhalten. Natürlich kommt es darauf an, wie viel Geld ihr benötigt. Handelt es sich um überschaubare Summen von bis zu 5.000 Euro, ist das natürlich wesentlich einfacher, als wenn ihr Summen von 50.000 Euro benötigt. Kleinere Summen lassen sich mit schufafreien Krediten, aber auch über Pfandhäuser zusammenklauben. Zusätzlich kann das Auto eine Geldquelle darstellen. Hier müsst ihr für euch entscheiden, ob dies ein Weg für euch sein kann.