03.09.2020 | Gesundheit Bundesärztekammer: Wird die Grippewelle in diesem Jahr harmloser?

Nach Ansichten des Ärztepräsidenten könnte die Grippewelle in diesem Jahr harmloser ausfallen. Zugleich ruft das Institut aber auch zur Grippeschutzimpfungen für Risikogruppen auf.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Nach Ansicht von Ärztepräsident Klaus Reinhardt könnte die diesjährige Grippesaison harmloser verlaufen als in den Vorjahren. „Durch die Corona-Routine, also durch häufiges Händewaschen, Maskentragen und Abstandhalten, werden Infektionen insgesamt reduziert“, sagte Reinhardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Systemrelevanten Personen und Senioren wird Impfung empfohlen

Zugleich forderte Reinhardt eine lückenlose Grippeimpfung von Lehrern und Erziehern. Gerade in diesem Sektor dürfe es keinen Ausfall geben. Empfohlen wird eine Grippeimpfung auch für medizinisches Personal in Krankenhäusern, Pflege- und Senioreneinrichtungen und im Gesundheitswesen, dazu für Schwangere und Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen.

Auch Risikogruppen und Senioren empfiehlt der Ärztepräsident eine Grippeschutzimpfung. Eine Grippeschutzimpfung schütze zwar nicht gegen das Corona-Virus, trainiere aber das Immunsystem und kann eine mögliche Corona-Infektion abschwächen. 

Zudem könnten so auch Krankenhausaufenthalte zur Behandlung von Grippepatienten mit schweren Verläufen möglichst gering gehalten werden.

Kein Mangel an Grippeimpfstoff

Das Paul-Ehrlich-Institut rechnet in diesem Jahr trotz Corona nicht mit einem Mangel an Grippeimpfstoff. "Wir gehen davon aus, dass die Hersteller mindestens 21 Millionen Dosen bereitstellen werden. 13,6 Millionen Dosen seien nach Chargenprüfung bereits für Deutschland freigegeben. Für diese Jahreszeit sei das eine übliche Menge.", sagte Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI).