27.01.2020 | Gesundheit Corona-Virus erreicht Bayern: Mann aus Landkreis Starnberg infiziert

Die Zahl der Patienten mit Corona-Virus nimmt rasend schnell zu. In China sind inzwischen fast 2.800 Kranke gemeldet, 80 Menschen sind gestorben. Jetzt wurde auch in Bayern der erste Fall des Corona-Virus bestätigt.

Foto: Christophe Gateau/dpa

Live-Ticker zum Corona-Virus

Das bayerische Gesundheitsministerium hat bestätigt, dass sich ein Mann aus dem Landkreis Starnberg (Oberbayern) mit dem Corona-Virus infiziert hat. Nach Angaben "Task Force Infektiologie" des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) befindet sich der Patient aktuell aber klinisch in einem guten Zustand. Derzeit wird der Mann medizinisch überwacht und sei isoliert.

Ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums warnt vor Hysterie und betonte: "Das Risiko für die Bevölkerung in Bayern, sich mit dem neuartigen Coronavirus zu infizieren, wird von der "Task Force Infektiologie» des LGL und vom Robert Koch-Institut (RKI) derzeit als gering erachtet."

Weitere bestätigte Corona-Infektionen in Europa

Außerdem gibt es drei Fälle in Frankreich. Weitere Infektionen gibt es bereits in Thailand, Japan, Südkorea, Vietnam, Singapur, Malaysia, Nepal und Australien. Kanada zählte einen ersten „vorläufig bestätigten“ Fall.

Bei den bayerischen Nachbarn in Österreich gibt es ebenfalls Verdachtsfälle. Zum ersten hat das Krankenhaus in Wien bereits Entwarnung gegeben. Eine chinesische Flugbegleiterin, die am Samstagabend eingeliefert worden war, sei nicht mit dem neuen Virus infiziert, heißt es. Ein zweiter Verdacht einer Infektion wird im Kaiser-Franz-Josef-Spital noch untersucht.

Deutsche Experten schätzen Risiko weiter als gering ein

Nach Ansicht des Robert Koch-Instituts (RKI) ist Deutschland gut vor dem neuen Coronavirus geschützt. An Flughäfen, wo das Virus eingeschleppt werden könnte, sei man dank stetiger Übungen „sehr gut gewappnet“, sagte der Präsident des RKI, Lothar Wieler, am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Die Gefahr für die deutsche Bevölkerung durch das Virus sei weiter „sehr gering“.

Viele Menschen wissen womöglich nichts von Infektion

Forscher fanden inzwischen heraus, dass Infizierte schon während der meist zehntägigen Inkubationszeit ansteckend sind, ohne dass sie Symptome zeigen. Die Inkubationszeit, also die zeit zwischen der Ansteckung und den ersten Symptomen, ist allerdings relativ lang. Das bedeutet, dass vermutlich sehr viele Menschen mehr infiziert sind, es aber noch gar nicht gemerkt haben.

Lage in China: Todesfälle und Infektionen nehmen deutlich zu

Die Zahl der Toten durch die neuartige Lungenkrankheit in China ist bis Dienstag (27.01.) auf mindestens 106 gestiegen. Aber die meisten waren durch schwere Vorerkrankungen geschwächt, sagen die Ärzte. Sie gehen inzwischen davon aus, dass die Lungenkrankheit allgemein eher mild verläuft und gut mit Medikamenten in den Griff zu bekommen ist. Die Gesamtzahl der weltweit bekannten Erkrankungen ist auf mehr als 4.500 gestiegen, nachdem das chinesische Staatsfernsehen am Dienstag einen Sprung um mehr als 1.700 Fälle im Vergleich zum Vortag meldete.

Bei der Behandlung von Patienten haben chinesische Ärzte auch erste Erfolge gemeldet. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, habe sich der Zustand von elf infizierten medizinischen Kräften verbessert. Die klinischen Symptome seien unter Kontrolle gebracht worden. Das Fieber und andere Beschwerden seien zurückgegangen. Zudem seien Testergebnisse für das Virus danach negativ gewesen. Details über die Art der Behandlung im Xiehe-Krankenhaus der schwer betroffenen Metropole Wuhan wurden aber nicht berichtet.

Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtete, war die große Mehrheit der außerhalb Chinas Erkrankten zuvor in Wuhan gewesen, dem Ausgangsort der Epidemie. Das neue Virus stammt nach ersten Untersuchungen vermutlich von einem Markt, wo es möglicherweise von Wildtieren auf den Menschen übergesprungen ist.

Zwei neue Fälle in den USA

In den USA wurden zwei neue Fälle in Kalifornien und Arizona bestätigt, wie die US-Gesundheitsbehörde berichtete. Damit steigt die Zahl in den USA auf fünf. Bei einem der neuen Fälle bestätigte das Gesundheitsamt in Orange County bei Los Angeles, dass die Person zuvor von einer Reise nach Wuhan zurückgekehrt war.