09.12.2019 | Gesundheit Gesundheit: Das ändert sich 2020 für Patienten

Gesetzlich Versicherte sollen schneller an Arzttermine kommen, eine bestimmte Impfung wird zur Pflicht und bei den Kassenleistungen tut sich auch einiges. Wir zeigen euch, welche neuen Gesetze und Regelungen im Bereich Gesundheit im Jahr 2020 auf euch zukommen.

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Arzttermine

Bei akuten Gesundheitsproblemen und der Suche nach Arztterminen können Kassenpatienten ab 1. Januar 2020 zum Telefon greifen: Die bisher außerhalb der Praxiszeiten zu nutzende Nummer 116 117 startet als Rund-um-die-Uhr-Service

Patienten sollen eine erste Einschätzung bekommen, wie dringlich sie behandelt werden müssen - und in eine Praxis oder eine Klinik weitergelotst werden. Verzahnt werden soll dies mit bestehenden Servicestellen, die freie Termine vermitteln.

Gesundheits-Apps

Patienten sollen bestimmte Gesundheits-Apps fürs Handy als ärztliche Verschreibung von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Dabei geht es etwa um Anwendungen, die beim regelmäßigen Einnehmen von Medikamenten helfen. Das Gesetz soll im Januar 2020 in Kraft treten.

Foto: Michael Kappeler/dpa

Masern-Impfpflicht

Zum besseren Schutz vor Masern haben Bundestag und Bundesrat ein Gesetz für eine Impfpflicht beschlossen. Es tritt zum 1. März 2020 in Kraft. Eltern müssen dann vor der Aufnahme ihrer Kinder in Kitas oder Schulen nachweisen, dass diese geimpft sind. Für Kinder, die schon zur Kita oder in die Schule gehen, muss der Nachweis bis zum 31. Juli 2021 erfolgen. Bei Verstößen drohen bis zu 2.500 Euro Bußgeld.

Foto: Friso Gentsch/dpa

Gebärmutterhalskrebs: Neues Früherkennungsprogramm

Ein neu organisiertes Früherkennungsprogramm für Gebärmutterhalskrebs soll wie geplant zum 1. Januar 2020 starten. Konkret geht es um ein breiter angelegtes Programm zur Früherkennung auf Kosten der Krankenkassen. Gesetzlich versicherte Frauen zwischen 20 und 65 Jahren sollen künftig alle fünf Jahre von der Kasse angeschrieben und über die Teilnahmemöglichkeit informiert werden.

Je nach Alter gibt es zwei Untersuchungsangebote. Frauen zwischen 20 und 34 können - wie bisher - einmal jährlich eine Untersuchung mit einem „Pap-Test“ wahrnehmen. Dabei wird ein Abstrich vom Gebärmutterhals genommen und auf veränderte Zellen untersucht.

Frauen ab 35 sollen künftig alle drei Jahre eine Kombinationsuntersuchung machen lassen können: mit einem Pap-Abstrich und einem Test auf krebserregende humane Papillomviren (HPV).

Fettabsaugen

Besonders schwer erkrankte Frauen sollen das Absaugen von Körperfett von den Kassen bezahlt bekommen. Das gilt zunächst befristet bis Ende 2024 für Patientinnen mit einer krankhaften Fettvermehrungsstörung (Lipödem) im Stadium 3. Die Kassenleistung wird voraussichtlich ab Januar 2020 angewendet.

Foto: Sven Hoppe/dpa