25.01.2019 | Gesundheit Das ist das perfekte Körpergewicht

Wie man es errechnet und wie man es erreicht...

Das Thema Körpergewicht ist für viele Menschen von großer Bedeutung. Nicht nur Frauen schlagen sich ständig mit angeblichen, überflüssigen Pfunden herum und denken darüber nach, wie sie ihren Körper transformieren möchten – auch Männer sind hiervon betroffen. Dabei ist das Idealbild des Körpers im Lauf der Zeit immer im Wandel und unterscheidet sich auch regional. Im armen, von Hunger bedrohten Afrika sind Speckröllchen attraktiv, denn sie zeugen davon, dass jemand ausreichend zu essen hat. In unserer Überflussgesellschaft gilt hingegen ein sehr schlanker Körper als erstrebenswert, der von der Disziplin und Selbstkontrolle seines Besitzers zeugt. Und während Marilyn Monroe sicherlich eine heutige 42 getragen hätte und doch als eine der heißesten Frauen des Planeten galt, passen in eine Jeans in Size Zero nur sehr knochige Hüften. Und was haben die unzähligen Frauenzeitschriften zu diesem Thema zu sagen? Auf Seite 5 heißt es: Sei doch einfach du selbst, während auf den Seiten 35-40 die neusten Diät-Hits vorgestellt werden. Man sollte sich beim Thema perfektes Körpergewicht also nicht nur auf die Medien und ihr häufig verzerrtes Bild verlassen. 

Wie Körpergewicht und Gesundheit zusammenhängen

Gehen wir das Thema Körpergewicht doch einmal von seiner wichtigsten Seite an: der Gesundheit. Dass jemand mit einem starken Untergewicht nicht die nötigen Nährstoffe bekommt, liegt auf der Hand. Doch auch ein zu dicker Bauch kann die Gesundheit beeinträchtigen, Krankheiten wie Diabetes Vorschub leisten und sogar zu einem verfrühten Tod führen. Wer stark übergewichtig ist, bekommt eher Arteriosklerose, Krebs oder einen Schlaganfall. Grund genug also, sich mit seinem Idealgewicht auseinander zu setzen. Doch wie wird dieses eigentlich berechnet?

Eine Formel ist der sogenannte BMI, der Body Mass Index, der wie folgt ermittelt wird:

Das Körpergewicht wird durch die Körpergröße im Metern zum Quadrat geteilt.

Beispiel: Jemand hat eine Körpergröße von 1,65m und wiegt 70 kg. Die Berechnung würde dann lauten:

70 : (1,65 x 1,65) = 25,7

Der BMI würde also 25,7 betragen, was laut der entsprechenden Tabelle etwas zu viel wäre. Ab einem BMI von 30 spricht man von einer ernsten Gefährdung der Gesundheit, ebenfalls wie bei einem BMI von unter 18.

Eine weitere Faustformel zum Berechnen des Idealgewichts:

Man zieht von der Größe in Zentimetern 100 ab, das Ergebnis ist das Normalgewicht. Minus weitere 10 Prozent ergeben das Idealgewicht.

1,65m Körpergröße = 65 kg Normalgewicht - 6,5 kg = 58,5 kg Idealgewicht.

Warum Zahlen nicht alles sind

Normalgewicht, Idealgewicht, Untergewicht, Übergewicht – alles hängt scheinbar an ein paar Zahlen die allein jedoch nicht immer eine verlässliche Aussage über den Gesundheitszustand eines Menschen geben können. Zum Beispiel hat ein Kraftsportler in der Regel ein höheres Gewicht, denn Muskeln sind schwerer als Fett. Dennoch ist er nicht übergewichtig. Ebenfalls spielt die genetische Veranlagung eine erhebliche Rolle.

Davon abgesehen lässt es sich nicht abstreiten: Übergewicht ist eine gefährliche globale Epidemie. Laut Robert Koch Institut sind 50 Prozent der Frauen und fast 70 Prozent der Männer in Deutschland zu dick. Das birgt viele Risiken für Krankheiten!

Doch wie schafft man es nun, sich seinem Idealgewicht anzunähern und wenigstens das Normalgewicht zu erreichen? Wir viele Betroffene wissen, sind die meisten Diäten zum Scheitern verurteilt.

Warum die meisten Diäten scheitern

Es gibt zahlreiche Gründe, warum die meisten Diäten heute scheitern. Eine Diät ist immer auf einen bestimmten Zeitraum beschränkt und bringt keine dauerhafte Änderung des eigenen Verhaltens mit sich. Der Jo-jo-Effekt, unter dem viele Abnehmwillige leiden, ist also eigentlich nur eine logische Konsequenz. Nur dann, wenn die eigenen Gewohnheiten umfassend geändert werden und man diesen Änderungen dann treu bleibt, kann man auch das Gewicht dauerhaft halten.

Man kann zudem festhalten, dass die Lebensmittelindustrie kein großes Interesse daran hat, dass wir weniger von ihren Produkten konsumieren. Damit soll nicht die gesamte Verantwortung von den Schultern der Betroffenen genommen werden, doch die Industrie stellt bestimmte Nahrungsmittel natürlich so her, dass man nicht genug von ihnen bekommen kann. Dafür gibt es eine sogenannte „Naschformel“, die das süchtig machende Verhältnis von Kohlenhydraten und Fett beschreibt.

Es kommt natürlich auch darauf an, was man isst

Die einfache Rechnung: Man muss nur weniger Kalorien zu sich nehmen, als man verbraucht, stimmt nicht immer! Es kommt nämlich stets auch darauf an, was man isst. Laut einer Studie unterscheidet sich der Kalorienverbrauch eines sitzenden US-Bürgers kaum von dem eines Stammesmitglieds, das als Sammler lebt und sich viel mehr bewegt. Die Sammler aus der Studie waren aber schlanker, was nicht nur daran lag, dass es bei ihnen keinen Überfluss an Nahrung gab. Entscheidend war auch, welche Lebensmittel gegessen werden, und hier unterschieden sich die beiden Gruppen deutlich. Während die Amerikaner wesentlich mehr Zucker, stärkehaltige Nahrungsmittel und Weißmehl zu sich nahmen, lebten die Sammler von Obst, Gemüsen und Nüssen. Diese Lebensmittel haben wesentlich mehr Ballaststoffe, mit denen viele Kalorien einfach wieder ausgeschieden werden.

Ganz so einfach, wie es klingt, ist die Sache jedoch leider nicht, denn das Gewicht, die Anzahl der Fettzellen und der Stoffwechsel sind auch genetisch bedingt. Man kann sich jedoch selbst unterstützen, indem man sein Belohnungszentrum auf gesunde, ballaststoffreiche Lebensmittel umprogrammiert. Dann wird die ungesunde, fettige Nahrung von selbst immer unattraktiver, wie eine sechsmonatige Studie zeigte.

Fazit:

Das Körpergewicht und die -beschaffenheit haben einen großen Anteil an der persönlichen Gesundheit und Lebenserwartung. Zunächst einmal sollte man sein Gewicht kontrollieren und dann die geeigneten Maßnahmen ergreifen, um sich seinem Idealgewicht anzunähern. Bei den meisten Menschen bedeutet dies, abzunehmen. Das gelingt mit folgenden Tipps am leichtesten:

  • Man sollte sich realistische Ziele setzen, die auch erreichbar sind. Sonst demotiviert man sich und gibt zu schnell wieder auf.
  • Es sollten mehr Obst, Gemüse und andere, ballaststoffreiche Lebensmittel auf dem Speiseplan stehen.
  • Apropos Plan: Wer sich einen Essensplan schreibt und sich auch beim Einkaufen daran hält, bekommt sein Essverhalten besser unter Kontrolle.
  • Fast Food und stark verarbeitete Lebensmittel sollten vom Speiseplan gestrichen werden.
  • Bewegung bringt den Körper in Schwung und verbraucht Kalorien. Zudem hält sie gesund.
  • Einen „Cheat day“ einzuplanen, kann sehr hilfreich sein. Das bedeutet, dass man an einem Tag pro Woche „sündigen“ darf. Das steigert die Motivation!

Auf diese Weise gelingt es leichter, überflüssige Pfunde zu verlieren. Und das nicht um einem wandelbaren Bild zu entsprechen, sondern weil es der Gesundheit zuträglich ist.