13.10.2011 | Gesundheit Das künstliche Hüftgelenk: Kontrollen sind wichtig

Das künstliche Hüftgelenk: Kontrollen sind wichtig
In Deutschland werden jedes Jahr über 150.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Bei manchen Patienten werden jedoch kaum Nachuntersuchungen durchgeführt. Dies liegt daran, dass die Patienten in den meisten Fällen schmerzfrei und mit dem neuen Gelenk zufrieden sind. In manchen Fällen haben die Patienten auch Angst, durch eine Nachuntersuchung könne etwas festgestellt und möglicherweise eine erneute Operation notwendig werden.

Was kann mit dem Hüftgelenk passieren? Denkbar sind Lockerungen der Implantate, insbesondere an der Hüftpfanne, die manchmal schmerzfrei entstehen und zu einem ausgedehnten Knochenverlust führen können. In vielen Fällen ist eine frühzeitige Operation viel einfacher, als bei einer fortgeschrittenen Lockerung.

Die Hüftpfanne wird entweder direkt als Kunststoffpfanne zementiert oder als Titanschale zementfrei eingebracht. In diese Titanschale wird dann ein Kunststoffinlay eingesetzt, in dem sich dann der Metall- oder Keramikkopf bewegen kann. Bei Verwendung einer Kunststoffpfanne oder eines Kunststoffinlays kann es zu einem Abrieb zwischen dem Metall- oder Keramikkopf kommen. Durch die Abriebpartikel können auch  Lockerungen der eingesetzten Prothesenteile eintreten. Mit einem einfachen Röntgenbild des Beckens und der operierten Hüfte kann man einen Verschleiß des Kunststoffs feststellen. Der Hüftexperte kann Ihnen dann mitteilen, ob man warten kann oder ob es sinnvoll ist, das Inlay oder die Hüftpfanne zu tauschen, um weiteren Schaden zu verhindern.
Kleinere Knochendefekte können in der Regel unkompliziert mit einer neuen Hüftpfanne versorgt werden. Bei größeren Defekten muss unter Umständen der Knochen mit Ersatzknochen aus einer Knochenbank wieder aufgebaut werden. Je größer der Knochenverlust ist, desto aufwändiger ist die Rekonstruktion.
Bitte denken Sie daran: Gehen Sie alle ein bis zwei Jahre zu Ihrem Facharzt und lassen Sie das Hüftgelenk kontrollieren.