19.11.2021 | Gesundheit Die private Krankenversicherung – individueller Versicherungsschutz zum fairen Preis

Arbeitnehmer, deren Einkommen regelmäßig über der sogenannten Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt, haben die Möglichkeit, sich in der privaten Krankenversicherung abzusichern. Für Selbstständige und Freiberufler sowie Beamte und Beamtenanwärter besteht die Möglichkeit auch unabhängig vom Einkommen. Wie sich Kosten bei gleichzeitig guten Leistungen sparen lassen, erfahrt ihr jetzt.

Foto: valelopardo / pixabay Behandlung durch den Chefarzt – eine der möglichen Leistungen in der privaten Krankenversicherung.
Private Krankenversicherung – vorm Abschluss Angebote vergleichen

Bei einer privaten Krankenversicherung können Versicherte die Leistungen des Vertrags ganz individuell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten zusammenstellen. Versicherungsunternehmen bieten daher eine Vielzahl an Tarifen, die sich mit Blick auf Leistungen und auch Kosten teils enorm unterscheiden. Um die Angebotsvielfalt genauer unter die Lupe nehmen zu können, empfiehlt sich die Nutzung eines Vergleichsrechners, wie er auf finanzen.de zu finden ist.

Wie errechnen sich die Beiträge zur privaten Krankenversicherung

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung, werden für die Beitragsberechnung zur privaten Krankenversicherung auch Faktoren wie Gesundheitszustand, Geschlecht, Alter und Beruf herangezogen. Dabei gilt: je jünger und gesünder der Versicherungsnehmer, desto günstiger der Beitrag. Wer als Beamter privat versichert ist, erhält von seinem Dienstherrn Beihilfe, sodass nur noch ein Teil der Gesundheitskosten mit einer entsprechenden Versicherung abgesichert werden muss. Angestellte mit entsprechend hohem Einkommen erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, während Selbstständige und Freiberufler den gesamten Beitrag selbst zahlen müssen.

Die Vorteile einer privaten Krankenversicherung

Der Leistungsumfang in der privaten Krankenversicherung kann nach den persönlichen Bedürfnissen individuell gestaltet werden. So können auf Wunsch Chefarztbehandlungen im Krankenhaus oder hohe Leistungen beim Zahnersatz versichert werden. Üblicherweise beinhalten die Tarife in der privaten Krankenversicherung oft Leistungen, die deutlich über den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung hinausgehen. Gerade bei Behandlungen im Krankenhaus zeigen sich oft deutliche Unterschiede. So erhalten privat Versicherte meist umfangreiche Behandlungen und zudem höherwertige medizinische Produkte von der Versicherung erstattet. Dabei wird der Leistungsumfang vertraglich garantiert, eine Kürzung festgelegter Leistungen im Nachhinein erfolgt nicht. Anders bei der gesetzlichen Krankenversicherung: Hier kann es zu Leistungskürzungen oder gar -streichungen durch den Gesetzgeber kommen. Mitunter zeigen sich auch bei einzelnen Krankenkassen Unterschiede bei den Leistungen.

Preis-Leistungs-Verhältnis kann vom Versicherungsnehmer mitgestaltet werden

Versicherte können den Umfang der Leistungen und damit auch den Beitrag zumindest teilweise mitgestalten. Grundsätzlich gilt dabei: je besser der Versicherungsschutz, desto höher der Beitrag.

Kosten lassen sich außerdem sparen, wenn Versicherungsnehmer eine höhere Selbstbeteiligung wählen. Dabei handelt es sich um einen Betrag, den Versicherte für Behandlungen selbst zahlen. Lohnenswert ist ein hoher Selbstbehalt vor allem für Versicherte, die gesund sind und nur selten zum Arzt gehen. Angestellte sollten aber keine zu hohe Selbstbeteiligung wählen, da sich der Arbeitgeber an dieser nicht beteiligt.

Leistungen der privaten Krankenversicherung

Bestenfalls bieten die Leistungen der privaten Krankenversicherung mehr als nur einen grundlegenden Gesundheitsschutz. Kürze Wartezeiten, schnellere Termine bei Fachärzten oder Unterbringung im Ein-Bett-Zimmer sind nur einige der Leistungen, die eine private Absicherung abdecken sollte. Je nach Anbieter variieren die Leistungen allerdings.

Wichtigste Leistungen in der privaten Krankenversicherung

Bestimmte Leistungen sollten stets im Vertrag enthalten sein. Dazu gehören:

  • Krankentagegeld: Versicherungsnehmer, die länger als 43 Tage krank sind, erhalten keine gesetzliche Lohnfortzahlung, sondern Krankengeld von der Krankenkasse. Privat Versicherte erhalten dann – sofern als Baustein im Vertrag enthalten – Krankentagegeld. Um den Einkommensverlust auszugleichen, empfiehlt sich eine Absicherung in Höhe des Nettogehalts. Besonders wichtig ist dieser Baustein aber für Selbstständige und Freiberufler, denn bei ihnen greift die Lohnfortzahlung nicht.
  • Stationäre Leistungen: Im Falle einer stationären Behandlung haben privat Versicherte freie Krankenhauswahl. Auch eine bessere Unterbringung sowie Chefarzt- oder Spezialistenbehandlung sowie zuzahlungsfreie Behandlungen lassen sich absichern.
  • Ambulante Leistungen: Neben freier Arztwahl, kürzeren Wartezeiten und schnellerer Terminvergabe umfasst der Baustein „ambulante Leistungen“ auch die Kostenübernahme von verordneten Medikamenten und Behandlungen.
  • Zahnbehandlungen sowie Zahnersatz: Die private Krankenversicherung beinhaltet in Abhängigkeit vom jeweiligen Tarif auch umfassende Leistungen im Bereich Zahnbehandlungen, Zahnersatz und Kieferorthopädie.
  • Psychotherapeutische Leistungen: Immer häufiger treten psychische Erkrankungen wie Burnout und Depressionen auf. Deshalb erweist es sich als sinnvoll, auch diesen Baustein in den Versicherungsvertrag aufzunehmen. Dies ist wichtig, da es zur Psychotherapie keine Regelungen in den Musterbedingungen des PKV-Verbandes gibt.
Zusätzliche Leistungen in der privaten Krankenversicherung

Neben grundlegenden Leistungen können auch ergänzende Leistungsbausteine in den Versicherungsschutz aufgenommen werden. Dazu zählen:

  • Alternativmedizin: Gesetzliche Krankenkassen übernehmen grundsätzlich keine naturmedizinischen Behandlungen. Dies kann bei der privaten Krankenversicherung als zusätzliche Leistungen hinzugebucht werden.
  • Beitragsrückerstattung: Versicherungsnehmer, die ein Jahr lang keinerlei Leistungen in Anspruch nehmen, können bei diesem Baustein mit einer Prämie (etwa ein Monatsbeitrag) rechnen. Ausgenommen sind Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen sowie Leistungen für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
  • Kuren: Üblicherweise werden Heilkuren nicht über die private Krankenversicherung finanziert. Mit einem Zusatztarif können sie dennoch abgesichert werden. Je nach Tarif kann auch ein „Kurtagegeld“ ausgezahlt werden.
  • Hilfsmittel: Da die Preise für Hilfsmittel nicht einheitlich festgelegt sind, erfolgt eine Erstattung entsprechend den tariflich festgelegten Bedingungen.
Foto: WolfBlur / pixabay Alternativmedizinische Behandlungen können ebenfalls in der privaten Krankenversicherung abgesichert werden
Darum lohnt sich der Vergleich privater Krankenversicherungen

Im PKV-Verband sind mehr als 40 Versicherungsunternehmen organisiert. Die Auswahl an Tarifen und Tarifoptionen ist bei Interesse an einer privaten Krankenversicherung also enorm groß. Daher ist ein eingehender Versicherungsvergleich der Anbieter und ihrer Tarife besonders ratsam. Es ist sinnvoll, sich dabei von einem Profi unterstützen zu lassen.

Ein Blick auf aktuelle Tests zu privaten Krankenversicherungen liefert erste Anhaltspunkte. Dabei sollte aber vor allem auf die gewünschten Leistungen und natürlich den monatlichen Beitrag geachtet werden. Bei der Bewertung der einzelnen PKV-Tarife sind folgende Aspekte ebenfalls interessant:

  • Vertragsbedingungen,
  • Preis-Leistungs-Verhältnis,
  • finanzielle Stärke des Versicherers,
  • Stellung des Versicherers am Finanzmarkt sowie
  • Beitragsstabilität.

Gerade bei Versicherungen, die für einen längeren Zeitraum abgeschlossen werden, raten Verbraucherschützer zu einem umfassenden Vergleich. Auf die private Krankenversicherung trifft dies besonders zu, da sie den Versicherten bestenfalls sein gesamtes Leben begleitet.