28.08.2017 | Gesundheit Essbar oder lebensgefährlich - Pilz-Doppelgänger, die jeder kennen sollte

Die perfekte Zeit für die Pilzsuche ist wieder da. Aber Vorsicht: Viele essbare Schwammerl sehen hochgiftigen Pilzen zum Verwechseln ähnlich. Wie Sie den Unterschied deutlich erkennen und wer bei Unsicherheit weiterhelfen kann, erklären wir Ihnen hier:

  • Vorsicht, Verwechslungsgefahr! So erkennen Sie den Unterschied zwischen dem essbaren Pilz und seinem giftigen Doppelgänger:

    Vorsicht, Verwechslungsgefahr! So erkennen Sie den Unterschied zwischen dem essbaren Pilz und seinem giftigen Doppelgänger:

  • Lecker und gesund: Der SteinpilzDas Fleisch des Steinpilzes ist besonders fest. Daher hat er diesen Namen. Man erkennt ihn am hellen Stiel, der sich auf Druck nur leicht gelblich verfärben darf. Außerdem hat der feste Fruchtkörper eine Kappe, die von der Farbintensität stark variieren kann - von beige bis dunkelbraun.

    Lecker und gesund: Der Steinpilz

    Das Fleisch des Steinpilzes ist besonders fest. Daher hat er diesen Namen. Man erkennt ihn am hellen Stiel, der sich auf Druck nur leicht gelblich verfärben darf. Außerdem hat der feste Fruchtkörper eine Kappe, die von der Farbintensität stark variieren kann - von beige bis dunkelbraun.

  • Sein ungenießbarer Doppelgänger: Der Gallenröhrling, auch "Bitterling" genanntDer Steinpilz wird oft mit dem gemeinen Gallenröhrling verwechselt. Dieser ist zwar nicht wirklich giftig, allerdings ungenießbar. Der Unterschied zum Steinpilz: Fleisch ist an der Unterseite stark gelblich, teilweise sogar leicht blau, und allgemein recht bunt gefärbt.

    Sein ungenießbarer Doppelgänger: Der Gallenröhrling, auch "Bitterling" genannt

    Der Steinpilz wird oft mit dem gemeinen Gallenröhrling verwechselt. Dieser ist zwar nicht wirklich giftig, allerdings ungenießbar. 

    Der Unterschied zum Steinpilz: Fleisch ist an der Unterseite stark gelblich, teilweise sogar leicht blau, und allgemein recht bunt gefärbt.

  • Lecker und gesund: Der WiesenchampignonDer Wiesen-Champignon ist ein sehr beliebter Speisepilz. Die Farbe ist weiß bis grau-weißlich. Das Fleisch ist auch weiß und bleibt auch mit leichtem Druck unverändert. Die Lamellen auf der Hutunterseite sind bereits früh rosa und braun verfärbt.

    Lecker und gesund: Der Wiesenchampignon

    Der Wiesen-Champignon ist ein sehr beliebter Speisepilz. Die Farbe ist weiß bis grau-weißlich. Das Fleisch ist auch weiß und bleibt auch mit leichtem Druck unverändert. Die Lamellen auf der Hutunterseite sind bereits früh rosa und braun verfärbt.

  • Sein gefährlicher Doppelgänger: Der Kegelhütige KnollenblätterpilzDieser Pilz zählt zu den giftigsten in ganz Deutschland. Unterschied zum Wiesenchampignon: Die freien Lamellen sind rein weiß, engstehend und weich, das Sporenpulver ist ebenfalls weiß, die Sporen sind rundlich. Das weiße und weiche Fleisch riecht bei ganz jungen Exemplaren rettichartig, dann süßlich und zuletzt unangenehm süß.

    Sein gefährlicher Doppelgänger: Der Kegelhütige Knollenblätterpilz

    Dieser Pilz zählt zu den giftigsten in ganz Deutschland.

    Unterschied zum Wiesenchampignon: Die freien Lamellen sind rein weiß, engstehend und weich, das Sporenpulver ist ebenfalls weiß, die Sporen sind rundlich. Das weiße und weiche Fleisch riecht bei ganz jungen Exemplaren rettichartig, dann süßlich und zuletzt unangenehm süß.

    Foto: B.Baldassari
  • Lecker und gesund: Der PerlpilzDer Perlpilz ist essbar, hat aber einen ausgeprägten Eigengeschmack und sollte gut durchgegart werden. Der Hut sieht aus wie ein Schirm und ist 4 bis 6 cm groß. Er ist meist fleischbraun oder leicht rötlich. Außen zeigen die Fruchtkörper des Perlpilzes oft rötliche Flecken.

    Lecker und gesund: Der Perlpilz

    Der Perlpilz ist essbar, hat aber einen ausgeprägten Eigengeschmack und sollte gut durchgegart werden. Der Hut sieht aus wie ein Schirm und ist 4 bis 6 cm groß. Er ist meist fleischbraun oder leicht rötlich. Außen zeigen die Fruchtkörper des Perlpilzes oft rötliche Flecken.

    Bildquelle: Andreas Kunze, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0
  • Sein gefährlicher Doppelgänger: Der PantherpilzDen hochgiftigen Pantherpilz können Sie leicht vom Perlpilz unterscheiden. Unterschied zum Perlpilz: Hat niemals ein rötliches Fleisch, sondern weißes, am Hutrand streifenartige Vertiefungen, Geruch erinnert an Rettich.

    Sein gefährlicher Doppelgänger: Der Pantherpilz

    Den hochgiftigen Pantherpilz können Sie leicht vom Perlpilz unterscheiden.

    Unterschied zum Perlpilz: Hat niemals ein rötliches Fleisch, sondern weißes, am Hutrand streifenartige Vertiefungen, Geruch erinnert an Rettich.

  • Lecker und gesund: Der PfifferlingDer Pfifferling, oder in Bayern auch Reherl genannt, ist einer der beliebtesten Speisepilze überhaupt. Sein auffälliges Merkmal ist der dotter- bis goldgelbe Hut. Dieser kann bis zu 15 cm groß werden. Sein Fleisch ist knackig fest und riecht bei frischen Exemplaren ein bisschen fruchtig nach Aprikosen.

    Lecker und gesund: Der Pfifferling

    Der Pfifferling, oder in Bayern auch Reherl genannt, ist einer der beliebtesten Speisepilze überhaupt. Sein auffälliges Merkmal ist der dotter- bis goldgelbe Hut. Dieser kann bis zu 15 cm groß werden. Sein Fleisch ist knackig fest und riecht bei frischen Exemplaren ein bisschen fruchtig nach Aprikosen.

  • Sein ungenießbarer Doppelgänger: Der Falsche Pfifferling oder auch Orangegelber Gabelblättling genanntEr ist zwar nicht lebensgefährlich, schmeckt aber grausam und kann zu Magen- und Darmbeschwerden führen. Unterschied zum echten Pfifferling: Eingerollter Hutrand, im Alter zeigt Fruchtkörper oft schmutzige Flecken und kann in der Mitte olivbraun erscheinen, Geruch ist neutral.

    Sein ungenießbarer Doppelgänger: Der Falsche Pfifferling oder auch Orangegelber Gabelblättling genannt

    Er ist zwar nicht lebensgefährlich, schmeckt aber grausam und kann zu Magen- und Darmbeschwerden führen. 

    Unterschied zum echten Pfifferling: Eingerollter Hutrand, im Alter zeigt Fruchtkörper oft schmutzige Flecken und kann in der Mitte olivbraun erscheinen, Geruch ist neutral.

  • Und diese Pilze sind ebenfalls hochgiftig und nicht zum Verzehr geeignet:

    Und diese Pilze sind ebenfalls hochgiftig und nicht zum Verzehr geeignet:

  • Bei übermäßigem Verzehr tödlich: Der FliegenpilzAm auffälligsten ist sein Hut. Er hat einen Durchmesser von 5 bis 15 Zentimeter, ist kugelig oder halbkugelig geschlossen und hat viele weiße Punkte, die leicht abgewischt werden können.

    Bei übermäßigem Verzehr tödlich: Der Fliegenpilz

    Am auffälligsten ist sein Hut. Er hat einen Durchmesser von 5 bis 15 Zentimeter, ist kugelig oder halbkugelig geschlossen und hat viele weiße Punkte, die leicht abgewischt werden können.

  • Im rohen Zustand tödlich giftig: Der Kahle KremplingDieser Pilz ist nur abgekocht genießbar und das macht ihn besonders gefährlich. Wer sich nicht auskennt, sollte die Finger von ihm lassen! Erkennbar ist er am breiten Hut, der im Laufe des Wachstums flacher wird und eine trichterartige Vertiefung in der Mitte aufweist. Außerdem ist der Hut stark braun gefärbt.

    Im rohen Zustand tödlich giftig: Der Kahle Krempling

    Dieser Pilz ist nur abgekocht genießbar und das macht ihn besonders gefährlich. Wer sich nicht auskennt, sollte die Finger von ihm lassen! Erkennbar ist er am breiten Hut, der im Laufe des Wachstums flacher wird und eine trichterartige Vertiefung in der Mitte aufweist. Außerdem ist der Hut stark braun gefärbt.

Jetzt ist die perfekte Zeit für eine Pilzsuche! Die leckeren Schwammerl sprießen nur so aus der Erde und deshalb ziehen immer mehr Menschen wieder los, um ihre Körbe zu füllen. Kein Wunder - es gibt zahlreiche Rezepte, die sich mit Pilzen zubereiten lassen. Und die sind nicht nur lecker, sondern auch gesund und kalorienarm.

Viele Sammler sind sich jedoch sehr unsicher beim Suchen, denn leider gibt es auch viele giftige Pilze - und die sehen den essbaren oftmals gefährlich ähnlich. An äußeren Merkmalen lassen sie sich aber gut unterscheiden. Hier erklären wir Ihnen, wie Sie die gefährliche Verwechslungsgefahr vermeiden können. Nicht nur das Auge spielt hier eine große Rolle, sondern oftmals auch die Nase, denn auch der Geruch kann entscheidend sein.

Hilfe gibt es auch vor Ort

Falls Sie sich trotzdem noch unsicher sind, haben wir auch dafür eine Problemlösung parat. Für jede Region gibt es sogenannte "Pilzsachverständige", die Ihnen in der Angelegenheit gerne weiter helfen. Geben Sie einfach hier Ihren Wohnort - beziehungsweise die nächstgrößte Stadt - ein und schon sehen Sie eine Liste der zuständigen Personen mit der zugehörigen Adresse, E-Mail und Telefonnummer. Zuständig dafür ist die "Deutsche Gesellschaft für Mykologie".

Außerdem gibt es in München auch einen sogenannten "Giftnotruf". Unter der Telefonnummer 089/1 92 40 können Sie sich Hilfe holen, wenn Sie doch einen giftigen Pilz erwischt haben.