12.06.2018 | Gesundheit Mehr Fälle von gefährlichen Hantaviren in Bayern: So schützt ihr euch

Fieber, Kopf-und Bauchschmerzen bis hin zum Organversagen - mit dem Hantavirus ist nicht zu spaßen. In welchen Regionen ihr besonders aufpassen solltet und wie ihr eine Infektion erkennt:

  • <p class="text-center">Eine Rötelmaus - sie ist in Deutschland Hauptüberträger der Hantaviren</p>

    Eine Rötelmaus - sie ist in Deutschland Hauptüberträger der Hantaviren

    Foto: Kimmo Taskinen/STT-Lehtikuva/dpa
  • <p class="text-center">Das Hantavirus kann zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber führen</p>

    Das Hantavirus kann zu grippeähnlichen Symptomen mit hohem Fieber führen

    Foto: Patrick Pleul/dpa
  • <p class="text-center">Eine Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hantaviren&nbsp;</p>

    Eine Elektronenmikroskopische Aufnahme von Hantaviren 

    Foto: Hans R. Gelderblom/RKI/dpa
  • <p class="text-center">Eine Biologisch Technische Assistentin bereitet im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) eine eingegangene Probe auf. Erreger&nbsp;aus der ganzen Welt&nbsp;wie Hanta-Viren&nbsp;werden am BNI erforscht</p>

    Eine Biologisch Technische Assistentin bereitet im Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNI) eine eingegangene Probe auf. Erreger aus der ganzen Welt wie Hanta-Viren werden am BNI erforscht

    Foto: Angelika Warmuth/dpa

Wo gibt es das Hantavirus?

Hantaviren sind weltweit verbreitet. Die Viren werden von Tieren auf Menschen übertragen. In Deutschland ist der Hauptüberträger die Rötelmaus. 2017 haben sich in Deutschland deutlich mehr Menschen mit dem Hantavirus angesteckt als 2016. Mehr als 1700 nachgewiesene Fälle wurden registriert, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Risikogebiete sind der Süden und Westen Deutschlands. Haupt-Ausbruchsregionen in Deutschland sind laut RKI:

  • Schwäbische Alb
  • Bayerischer Wald
  • Spessart
  • Nordost-Hessen
  • Teutoburger Wald
  • Münsterland

Wie wird das Hantavirus übertragen?

Übertragen wird es durch Speichel, Kot oder Urin von infizierten Nagetieren wie der Rötelmaus. Atmet der Mensch die Erreger ein - etwa wenn kontaminierter Staub beim Putzen auf dem Dachboden aufgewirbelt wird - kann er sich infizieren. Für möglich halten Experten auch eine Übertragung über Lebensmittel, die mit Ausscheidungen verunreinigt sind und zum Beispiel von Mäusen angeknabbert wurden. Auch ein Mäusebiss kann eine Infektionsquelle sein.

Wie kann ich mich vor einer Infektion mit den Hantaviren schützen?

Wenn ihr in einem Umfeld arbeitet (privat oder beruflich), in dem Mäusekot oder kontaminierter Staub von Mäusen vorkommen könnte, könnt ihr euch zum Beispiel mit besonders dichten Atemmasken und Handschuhen behelfen. Oder ihr befeuchtet das Arbeitsumfeld ein wenig, so dass der Staub nicht aufgewirbelt wird. Außerdem solltet ihr Lebensmittel so aufbewahren, dass die Nager keinen Zugang dazu haben. Wenn ihr in so einem Umfeld gearbeitet habt und dann grippeähnliche Symptome bekommen solltet, dann teilt das unbedingt eurem Arzt mit. Gerade zu Beginn können die Symptome mit einer Grippe verwechselt werden.

Welche Symptome verursacht das Hantavirus?

In Deutschland vorkommende Hantavirus-Typen rufen zumeist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor: 

  • hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Gliederschmerzen

Allerdings können auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar Nierenversagen folgen. Die ersten Symptome zeigen sich meistens erst zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung.

Wie behandelt man eine Infektion mit Hantaviren?

Infektionen mit Hantaviren werden mit Schmerzmitteln oder Medikamenten zur Aufrechterhaltung der Nierenfunktion behandelt. Dabei geht es erstmal "nur" um die Behandlung der Symptome, da es keine Medikamente gegen die Viren an sich gibt. Auch eine Impfung ist nicht möglich.

Wieso mehr Fälle von Hantaviren?

Als Ursache für Jahre mit vielen Hantavirus-Infektionen sehen die RKI-Experten die Dichte an infizierten Rötelmäusen: Gibt es etwa dank günstiger Witterung und gutem Nahrungsangebot besonders viele infizierte Tiere, wird die Übertragung auf Menschen wahrscheinlicher.