21.02.2019 | Gesundheit Große Mehrheit für Impfpflicht: Wie jetzt die Politik reagiert

Der Bundesverband Kinder- und Jugendärzte unterstützt seit Jahren eine gesetzliche Impfpflicht für Kinder. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind auch die Mehrheit der Deutschen dafür. Auch der Ethikrat berät zurzeit wieder darüber.

Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Kaum ein Gesundheitsthema wird so heiß diskutiert, wie die Frage Impfen JA oder NEIN. Eine aktuelle repräsentative Umfrage der Schwenninger Krankenkasse zeigt, dass 87 Prozent der Deutschen eine gesetzliche Impfpflicht für Krippen- und Kindergartenkinder befürworten. Zudem sind 81 Prozent für eine Impfpflicht bei Schulkindern. Als Gründe für den erhöhten Zuspruch sehen Experten den wachsenden Anstieg an Masern- und Infektionskrankheiten

Doch den Impfbefürwörtern stehen die Skeptiker entgegen. 40 Prozent der Befragten fühlen sich nämlich nicht genügend über mögliche Risiken oder Nebenwirkungen von Impfstoffen informiert. Hier fordert Siegfried Gänsler, Vorsitzender der Schwenninger Krankenkasse verstärkte Aufklärungsarbeit der Ärzte, aber auch in den Schulen und Kindergärten soll besser über das Thema Impfen informiert werden.

Ethikrat beschäftigt sich heute mit dem Thema Impfpflicht

Auch der deutsche Ethikrat sieht noch Nachholbedarf in der Impfvorsorge von Kindern und Jugendlichen. Sorge bereitet vor allem die wachsende Zahl von Masernerkrankungen, die durch Impfungen vorgebeugt werden können. Aus diesem Grund beschäftigt sich der Ethikrat am Donnerstag mit der Frage, wie nationale und internationale Impfprogramme verbessert werden können, wie umfassend über Nebenwirkungen informiert werden kann und wie ethisch vertretbar verpflichtende Impfungen sind.

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