12.06.2019 | Gesundheit Hantavirus breitet sich aus: Hier lauert die Gefahr und so schützt ihr euch

Im Jahr 2019 haben die Infektionsfälle des gefährlichen Hanta-Virus in Bayern stark zugenommen. Übertragen wird das Virus durch eine Maus, die in vielen Gärten unterwegs ist. Das solltet ihr beachten, um euch zu schützen:

Die Rötelmaus: Die häufigste Übertragungsquelle für Hantaviren

Laut Zahlen des Robert Koch-Instituts in Berlin haben die Infektionen am gefährlichen Hanta-Virus stark zugenommen. Im ersten Halbjahr 2019 wurden bereits 460 Ansteckungen gemeldet. Die Forscher warnen deshalb vor einem "Ausbruchsjahr". In Bayern zählen insbesondere Unterfranken und der Bayerische Wald zu den Risikogebieten. Im gesamten Freistaat wurden seit Jahresbeginn bis Juni 55 Infektionsfälle gemeldet - im Vorjahr waren es im selben Zeitraum gerade mal acht Fälle.

Übertragen wird das Virus über den Kot der Rötelmaus (auch Waldwühlmaus). Dieser wird für uns gefährlich, wenn er zu Staub zerfällt und wir diesen einatmen. Aber auch über den Speichel oder den Urin der Rötelmaus können wir uns mit dem Virus anstecken. 

Welche Symptome verursacht das Hantavirus?

In Deutschland vorkommende Hantavirus-Typen rufen zumeist Erkrankungen mit grippeähnlichen Symptomen hervor:

  • hohes Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Bauchschmerzen
  • Gliederschmerzen
  • Durchfall
  • Erbrechen
Foto: Hans R. Gelderblom/RKI/dpa

Allerdings können auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar akutes Nierenversagen folgen. Die ersten Symptome zeigen sich meistens erst zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung.

Wie könnt ihr euch vor einer Infektion mit dem Hantavirus schützen?

Wenn ihr viel im Garten arbeitet, habt ihr ein besonders hohes Ansteckungsrisiko. In den Hecken und Sträuchern kann nämlich der Kot der Rötelmaus liegen, den ihr hier unbemerkt einatmet oder sogar damit in Berührung kommt. Tragt deswegen bei der Gartenarbeit unbedingt Handschuhe. Ein regelmäßiges und gründliches Händewaschen schützt euch zudem vor einer Infektion

Auch Katzen- und Hundebesitzer haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. Wenn euer Haustier eine tote Maus mit nach Hause bringt, entfernt diese nur unter Atemschutz und mit Schutzhandschuhen. Besprüht die tote Maus zuvor mit handelsüblichen Reinigungsmittel. Damit wird verhindert, dass virusbeladener Staub aufgewirbelt wird. Katzen und Hunde können diesen Virus übrigens nicht auf Menschen übertragen, selbst wenn diese den Virus bereits in sich tragen.

Außerdem solltet ihr als Schutzmaßnahme Lebensmittel so aufbewahren, dass die Nager keinen Zugang dazu haben. Sich an diese Vorbeugemaßnahmen zu halten, ist besonders wichtig, denn impfen kann man sich gegen das Hantavirus nicht. 

Wie könnt ihr bei einem Infektionsverdacht vorgehen?

Da die Symptome des Hantavirus oft mit einer Grippeerkrankung verwechselt werden, handeln viele zu spät. Solltet ihr die oben stehenden Symptome aufweisen und zuletzt viel im Garten gearbeitet haben, sucht unbedingt einen Arzt auf. Dieser behandelt euch mit Medikamenten gegen die Symptome. Anschließend heilt die Infektion meist folgenlos ab.

Todesfälle oder Folgeerkrankungen sind glücklicherweise äußerst selten und fast ausgeschlossen. Wer kürzlich am Virus erkrankt ist, ist übrigens für eine gewisse Zeit dagegen immun. Wie lange dieser Zeitraum andauert, ist aber noch nicht erforscht.