12.02.2019 | Gesundheit Krätze in Bayern auf dem Vormarsch: So viele Fälle gibt es, wo sie gehäuft auftritt

Im vergangenen Jahr hat die Zahl der Krätze-Fälle in Bayern deutlich zugenommen. Das zeigen neue Zahlen der DAK-Gesundheit. Die Krankenkasse hat die Verordnungen entsprechender Medikamente gegen die Hautkrankheit ausgewertet.

Die Zahl der Krätze-Fälle ist in Bayern im vergangenen Jahr stark gestiegen. Das zeigt eine neue Auswertung der DAK-Gesundheit. Sie fasst die Verordnungen von Medikamenten zusammen, die zur Behandlung der Hautkrankheit gedacht sind. Dabei handelt es sich um Mittel mit den Wirkstoffen

  • Permethrin,
  • Ivermectin
  • und Benzylbenzoat. 

Bis Ende Oktober lagen der DAK nach eigenen Angaben die Arzneimittelabrechnungen zuletzt vor. Die Experten haben auch die Zahlen für das Gesamtjahr 2018 hochgerechnet und rechnen in Bayern mit einer enormen Steigerung von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Noch drastischer ist der Anstieg im langfristigen Trend: Von 2014 bis 2018 stieg die Zahl der Medikamentenverordnungen und damit wohl auch der Krätzefälle im Freistaat um 128 Prozent.

Der Bundesverband der deutschen Dermatologen (BVDD) jedenfalls stellt fest: „Die Krätze hat es in Deutschland immer gegeben. Belastbare Zahlen, wodurch die gestiegenen Fallzahlen begründet werden können, gibt es nach Aussagen des Verbandes nicht. Ob Mutationen des Erregers infrage kommen, wird geprüft. Es gibt Mediziner, die beim Auftreten der Krätze einen zyklischen Rhythmus beobachten. Einfach ausgedrückt: Es gab Zeiten, in denen es eine erhöhte Zahl von Erkrankungen gab, dann blieb die Zahl der Fälle über Jahre hinweg wieder auf niedrigerem Niveau.

Daten: DAK-Gesundheit
Gemeinschaftseinrichtungen besonders betroffen

Gesundheitsexperten betonen, dass sich Krätze (medizinisch: Skabies) in einigen Umfeldern vermehrt ausbreitet. Einerseits im Familienkreis, andererseits in Gemeinschaftseinrichtungen. Dazu gehören zum Beispiel Schulen, Kindergärten oder Wohnheime.

Bei Krätze-Anzeichen schnell zum Arzt

Bereits bei den ersten Krätze-Anzeichen sollten Betroffene zügig einen Arzt aufsuchen. Denn die Krätzmilbe verbreitet sich als Erreger sehr einfach. Die Hautkrankheit ist zudem höchst unangenehm. Betroffene berichten von „Kratzen bis man blutet“. Krätze ist aber nicht lebensgefährlich.

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