24.01.2022 | Gesundheit Mann oder Frau: Wer leidet häufiger an Corona?

Es soll Geschlechterunterschiede bei der Corona-Infektion geben. Was genau das bedeutet, haben wir für euch zusammengefasst.

Foto: AntonioDiaz adobestock

Forscher gehen gerade der Ursache nach, aber fest steht: Es gibt Unterschiede zwischen Mann und Frau, wenn es um die Corona-Infektion geht. 

Dieses Geschlecht leidet mehr

Tatsächlich erkranken Frauen häufiger an Corona. Männer hingegen haben weltweit eher schwerere Verläufe, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen und sterben öfter an einer Infektion. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Daten ausgewertet. Diese zeigen, dass in vielen Ländern der Anteil der Männer an Sterbefällen rund 60 Prozent beträgt. 

Warum stecken sich Frauen häufiger an?

Zum einen soll die Häufigkeit mit dem Beruf zusammenhängen. Frauen sind öfter als Pflegekraft tätig oder arbeiten in Berufen, die auf Kundenkontakt basieren. 

Das Immunsystem spielt eine Rolle

Grundsätzlich beeinflussen Hormone das Immunsystem. Das weibliche Sexualhormon Östrogen stärkt das Immunsystem. Obendrauf sind sehr viele Gene, die für die Immunfunktion wichtig sind, auf dem X-Chromosom. Frauen haben davon zwei, Männer hingegen nur eins. Besonders junge Frauen sind daher zum Beispiel auch vor Erkältungsviren besser geschützt. Es ist denkbar, dass das weibliche Immunsystem aufgrund dieser hormonellen Besonderheiten schon in einem frühen Stadium von COVID-19 aktiv wird und es daher seltener zu schweren Verläufen kommt, so Catherine Gebhard gegenüber der Apotheken-Umschau. Sie ist Professorin für Kardiovaskuläre Gendermedizin am Universitätsspital Zürich.