25.06.2020 | Gesundheit Neue Corona-Studie aus Ischgl: Fast die Hälfte hat bereits Antikörper

Forscher der Universität Insbruck haben jetzt den Ausbruch des Corona-Virus im österreichischen Ischgl untersucht und kommen zu überraschenden Ergebnissen. Fast die Hälfte der Bewohner von Ischgl hat demnach schon Anitkörper gegen das Corona-Virus gebildet.

Foto: Marijan Murat/dpa/Symbolbild

Der Skiort Ischgl in Österreich galt zu Beginn der Corona-Pandemie als Hotspot in Europa, von wo aus sich das Virus schnell verbreiten konnte. 

Forscher der Medizinischen Universität Insbruck haben die Bewohner aus Ischgl jetzt untersucht und die Studienergebnisse heute veröffentlicht. Demnach haben 42,4 Prozent der Bewohner schon Antikörper gegen das Corona-Virus gebildet.

Das sei der weltweit höchste bisher publizierte Wert, sagte die Direktorin des Instituts für Virologie, Dorothee von Laer, am Donnerstag in Innsbruck. Antikörper im Blut gelten als Nachweis für eine durchgemachte Infektion.

Rund 80 Prozent der Ischgler Bevölkerung nahmen an der Studie teil. 1473 Probanden waren zwischen 21. und 27. April untersucht worden.

Großteil der Bevölkerung mit Coronavirus infiziert

Zudem ist auffällig, dass nur 15 Prozent von den positiv auf Antikörper getesteten Personen, eine positive Diagnose auf das Corona-Virus erhalten haben. Daraus lässt sich schließen, dass 85 Prozent derjenigen, die die Infektion durchgemacht haben, haben das unbemerkt durchgemacht und haben keine Symptome festgestellt.

Noch keine Herdenimmunität

Trotz dieser hohen Zahl an Personen mit Anitkörpern herrscht in Ischgl noch keine Herdenimmunität. Unter Herdenimmunität versteht man, wenn eine bestimmte Bevölkerungsanzahl immun gegen das Virus ist, das heißt sich Antikörper gebildet haben.

In Bezug auf das Corona-Virus spricht man von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung, die immun gegen Covid-19 sein müssen. Hochgerechnet auf Deutschland wären das circa 50 Millionen Menschen.