26.02.2019 | Gesundheit Neue FSME-Gebiete: Das sind Bayerns gefährliche Zecken-Regionen

Sie lauern im Gras, auf Sträuchern und im Unterholz: Zecken. Die Parasiten können zwei mehr als unangenehme Krankheiten verursachen: Borreliose und FSME. In Bayern traten die Erkrankungen zuletzt häufiger auf, für FSME gibt es sogar neue Risikogebiete. Wo ihr euch vor den Blutsaugern besonders in Acht nehmen solltet.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das Jahr 2018 war schon ein besonders Zecken-reiches Jahr. Aber auch heuer rechnen Experten mit einem hohen Infektionsrisiko durch die Blutsauger, denn es gibt so viele Zecken wie lange nicht mehr. Das vermehrte Aufkommen der Parasiten ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern eine Folge der höheren Temperaturen der letzten Jahre. Vor allem die milden Winter spielten den kleinen Vampiren in die Karten.

Fast 600 FSME-Fälle im Jahr 2018

Alleine die Zahl der gemeldeten Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) ist laut Robert-Koch-Institut im vergangenen Jahr auf 583 gestiegen. So viele gab es seit Beginn der Meldepflicht im Jahr 2001 noch nie. 

Überblick: FSME-Risikogebiete in Bayern

Seitdem wurden außerdem immer mehr Regionen in Bayern zum FSME-Risikogebiet erklärt, die in folgender Karte zu sehen sind. Im Februar sind drei neue Risikogebiete hinzugekommen:

  • Landkreis Landsberg am Lech
  • Landkreis Garmisch-Patenkirchen
  • kreisfreie Stadt Kaufbeuren

Damit sind inzwischen 91 der 96 Landkreise und kreisfreien Städte im Freistaat als Risikogebiet benannt.

Foto: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Mit anderen Worten: Nur diese fünf Landkreise und kreisfreie Städte sind kein FSME-Risikogebiet:

  • Augsburg
  • Dillingen (Landkreis)
  • Fürstenfeldbruck (Landkreis)
  • München
  • Schweinfurt
So gefährlich ist FSME

Von der fieberhaften Erkrankung sind zuweilen die Hirnhäute betroffen. In besonders schweren Fällen kann es zur Gehirnentzündung und zur Schädigung des Rückenmarks und zu Lähmungen kommen.  Für die Behandlung von FSME gibt es keine Medikamente, man kann sich allerdings dagegen impfen lassen. 

Auch steigende Zahl von Borreliose-Fällen in Bayern

Auch bei der am häufigsten von Zecken übertragenen Infektionskrankheit (Lyme-Borreliose) bewegen sich die Fallzahlen auf einem hohen Niveau. Die Zahl der durch Zeckenstiche verursachten Borreliose-Fälle in Bayern ist um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. 4.828 Fälle von Lyme-Borreliose registrierte das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen bis zum 26. November 2018.

Borreliose: Das sind die Symptome

Sie beginnt oft mit der sogenannten Wanderröte – einem schmerzlosen roten Ring, der sich um den Zeckenstich bildet und größer wird. Weitere Symptome können Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein – auch erst Wochen nach dem Stich. Unbehandelt kann die Erkrankung zu Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen.

Gegen die Erreger gibt es keine Impfung; es helfen jedoch Antibiotika. Die Wahrscheinlichkeit der Übertragung steigt, je länger die Zecke Blut saugen kann. Deshalb sollten die Tiere so schnell wie möglich aus der Haut entfernt werden.

Zecken: So schützt ihr euch am besten