02.03.2020 | Gesundheit Neuer Test: Schmerzmittel können riskante Nebenwirkungen haben

Egal ob Kopf-, Rücken- oder Muskelschmerzen - die Selbstmedikation mit rezeptfreien Schmerzmitteln ist kinderleicht. Ob rezeptfrei oder verschreibungspflichtig, die Auswahl in der Apotheke ist riesig. Die Einnahme kann jedoch auch gefährliche Nebenwirkungen haben. Welche das sind, hat Stiftung Warentest jetzt herausgefunden.

Foto: Christoph Soeder/dpa

Der Griff zu rezeptfreien Schmerzmitteln, wie Ibuprofen oder Paracetamol, ist mittlerweile Gang und Gäbe. Stiftung Warentest hat jetzt festgestellt, wie gefährlich sogar freiverkäufliche schmerzlindernde Medikamente sein können. Getestet wurden aber nicht nur rezeptfreie, sondern auch verschreibungspflichtige Schmerzmittel.

Welche Schmerzmittel gibt es?

Die Weltgesundheitsorganistion (WHO) teilt die schmerzlindernden Medikamente grob in drei Stufen ein:

  • Nicht-Opioide: Wirkstoffe wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Paracetamol
  • Schwache Opioide: Wirktstoffe wie Codein, Tramadol, Tilidin
  • Starke Opioide: Wirkstoffe wie Morphin, Buprenorphin, Fentanyl, Oxycodon

Viele der Wirkstoffe sind laut Stiftung Warentest hilfreich für die Schmerzlinderung. Nebenwirkungen sind jedoch nicht ausgeschlossen. Bei Nicht-Opioiden kann es vor allem zu körperlichen Schäden kommen. Bei schwachen und starken Opioiden geht es insbesondere um psychische Folgen.

Was bei rezeptfreien Schmerzmitteln zu beachten ist

Ibuprofen, Paracetamol, Diclofenac - Schmerzmittel, die heutzutage beinahe jeder daheim hat. Aber bei der Einnahme ist Vorsicht geboten! Einige rezeptfreie Schmerzmittel erhöhen laut neueren Studien das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall, darunter Ibuprofen und Diclofenac. Acetylsalicylsäure schlägt dagegen auf den Magen, Paracetamol kann Leberschäden verursachen. Ab und zu eine rezeptfreie Schmerztablette zu schlucken, ist kein Problem. Lest euch vorher aber immer den Beipackzettel durch! Von Kombimitteln, die aus verschiedenen Schmerzmitteln bestehen, raten die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest ab. 

Faustregel: Schmerzmittel ohne ärztlichen Rat sollen höchstens vier Tage am Stück oder insgesamt zehn Tage im Monat eingenommen werden!

Was bei rezeptpflichtigen Schmerzmitteln zu beachten ist

Natürlich sollten Ärzte vor der Verschreibung der Medikamente die Vorerkrankungen des Patienten berücksichtigen. Der Erfolg, die Notwendigkeit und die Verträglichkeit müssen zusätzlich regelmäßig überprüft werden. Verschreibungspflichtige Opioide können bei übermäßigem Einsatz zur Abhängigkeit führen. Sie sind deshalb nur für sehr schwere Schmerzen gedacht. Opioide sind aber auch wichtig: Bei Schmerzen durch Krebs, in der Akut-und Notfallmedizin und für schmerzarmes Operieren sind sie unverzichtbar.