12.01.2022 | Gesundheit Omikron: So findet ihr zuverlässige Schnelltests

Immer wieder stehen derzeit Schnelltests in Zusammenhang mit Omikron in der Kritik: viele Tests schlagen bei der neuen Coronavirus-Variante nicht an. Welche Tests etwas taugen, erfahrt ihr hier.

Foto: Pixabay / SamuelFrancisJohnson

Jede Woche vertrauen Millionen Menschen auf ihr Coronavirus-Testergebnis, das sie mithilfe sogenannter Antigen-Schnelltests erhalten haben. Doch jetzt stehen genau diese Tests in der Kritik: Immer wieder gibt es Fälle, in denen ein Schnelltest eine Infektion nicht erkannt hat. Besonders häufig ist das bei der neuen Virus-Variante Omikron der Fall. 

Warum erkennen manche Schnelltests eine Infektion nicht?

Schnelltests sind eigentlich darauf ausgelegt, mit geringem Kostenaufwand ein schnelles Ergebnis zu liefern.

"Ganz generell sollte beachtet werden, dass Antigentests nicht zur sicheren Diagnose einer Sars-CoV-2-Infektion entwickelt wurden, sondern allein, um Personen mit einer sehr hohen Viruslast, der damit verbundenen potenziellen Infektiosität und dem Übertragungsrisiko für Kontaktpersonen schnell und einfach zu identifizieren."
So das Paul-Ehrlich-Institut. Am zuverlässigsten sind Schnelltests mit einer "hohen Gesamt-Sensitivität" - diese erkennen dann auch Infektionen mit einer niedrigen Viruslast. Absolute Gewissheit über eine Infektion kann allerdings nur ein PCR-Test geben, der viel genauer arbeitet.
Welche Schnelltests gelten als zuverlässig?

Im Dezember 2021 hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) insgesamt 245 in Deutschland zugelassene Antigen-Schnelltests untersucht. 199 bestanden die Evaluierung, 46 nicht - das sind in diesem Fall rund 19 Prozent. Insgesamt sind mehr als 600 Schnelltests in Deutschland zugelassen, bislang konnte das PEI also nur einen Teil der erhältlichen Produkte unabhängig überprüfen. 

Letzteres soll sich in Kürze ändern - Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat das Institut damit beauftragt, eine sogenannte "Positivliste" mit allen zuverlässigen Schnelltests auf dem deutschen Mark zu erstellen.

Bis es soweit ist, bietet das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) einen Überblick zu anerkannten Schnelltests und Selbsttests an. Unter diesem Link findet ihr die Liste.

Achtung, oft gibt es vom gleichen Hersteller diverse Produkte mit ähnlich klingenden Bezeichnungen. Daher solltet ihr beim Kauf eines Schnelltests unbedingt auf die korrekte Referenz- und AT-Nummer achten, die auf den Verpackungen angegeben sind.

Warum dürfen unzuverlässige Schnelltests überhaupt noch verkauft werden?

Generell werden Schnelltests, die im Einzelhandel verkauft werden, von der EU zugelassen. Weder das PEI noch das BfArM sind dafür zuständig. Nur weil ein Schnelltest die strengen, deutschen Prüfkriterien nicht erfüllt, bedeutet das kein Verkaufsverbot. Die Verbraucher müssen sich daher selbst informieren. 

Allerdings: Teststationen oder Apotheken, die kostenlose Bürgertests anbieten, dürfen auf diejenigen Schnelltests, die von der Liste geflogen sind, nicht mehr zurückgreifen (sofern sie diese abrechnen möchten).

Welche Schnelltests erkennen auch die Variante Omikron?

Laut PEI funktionieren die meisten in Deutschland erhältlichen Tests auch bei Omikron. Denn die meisten Schnelltests auf dem Markt weisen das sogenannte N-Protein nach. Die Mutationen der Omikron-Variante betreffen aber primär das S-Protein.

Auf welche Proteine ein Schnelltest jeweils abzielt, kann ebenfalls in den öffentlichen Listen von BfArM und PEI nachgesehen werden. Wer mit Blick auf Omikron sichergehen möchte, sollte daher Schnelltests vermeiden, die auf das S-Protein abzielen.