17.03.2021 | Gesundheit Pille vs. AstraZeneca: Erhöhtes Thrombose-Risiko für Frauen?

Die Spekulationen um den Zusammenhang von AstraZeneca und Thrombose-Erkrankungen gehen immer weiter. Vor allem im Vergleich zur Antibabypille scheint das Risiko zu Erkranken relativ gering. Was an den Theorien dran ist und was die Fakten sind, erfahrt ihr hier bei uns.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Nach und nach haben immer mehr EU-Staaten Impfungen mit dem Präparat des schwedisch-britischen Herstellers AstraZeneca ausgesetzt, weil nach den Impfungen wiederholt Thrombosen aufgetreten sind. So auch in Deutschland. Dabei handelt es sich erstmal um eine Vorsichtsmaßnahme. Ein Zusammenhang zwischen der Impfung und einer erhöhten Thrombosegefahr wurde noch nicht festgestellt, ausgeschlossen wird er aber auch nicht. 

Antibabypille vs. AstraZeneca

Der Verdacht Blutgerinnsel zu verursachen wirft bei vielen Frauen dir Frage auf: Kann ich mich trotz Antibabypille mit AstraZeneca impfen lassen? Und das auch zu Recht, denn vor wenigen Tagen erst kursierte im Internet, dass 1.100 von 1.000.000 Frauen nach der Einnahme der Pille an einer Thrombose erkranken, der Zusammenhang zwischen Medikament und Nebenwirkung erwiesen und die Verhütungsmethode generell umstritten sei. Gleichzeitig werde ein Impfstoff eingestellt, bei welchem es bei 1.000.000 Geimpften lediglich zu 6 Thrombose-Fällen kam. Das sorgt nicht nur für Verwirrung sondern auch für wilde Spekulationen im Internet.

Risikofaktoren für Thrombosen

Ob AstraZeneca tatsächlich für die Thrombosen verantwortlich war, ist noch nicht geklärt. Tatsächlich schätzen Experten das Risiko für Thrombose-Erkrankungen generell als hoch ein, unabhängig von Impfungen. Die Faktoren die eine Erkrankung begünstigen sind beispielsweise Rauchen, Übergewicht, Flüssigkeitsmangel, eine Schwangerschaft oder aber die Einnahme der Antibabypille. Je mehr dieser Risikofaktoren zutreffen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer Thrombose. Die sogenannte Sinusvenen Thrombose, die bei den bekannten Fällen aufgetreten ist, wird allerdings nur extrem selten durch die Antibabypille verursacht.

Keine voreiligen Vergleiche

So warnen Experten vor voreiligen Schlüssen, solange kein wissenschaftlicher Nachweis vorliegt, der AstraZeneca für die Blutgerinnsel verantwortlich macht. Sogar im Falle eines Zusammenhangs könnten die medizinischen Mechanismen hinter den Thromboseentwicklungen Grund auf verschieden sein. Konkrete Vergleiche auf medizinisch-wissenschaftlicher Ebene sind nur schwierig zu ziehen. 

Gesundheitsschutz durch Risikominimierung

Grundsätzlich sei es empfehlenswert möglichst viele Risikofaktoren einer möglichen Thrombose auszuschließen, indem man beispielsweise das Rauchen aussetzt oder ganz aufgibt, wenn man die Antibabypille nimmt. Damit kann man das Risiko einer Erkrankung ganz unabhängig von künftigen Forschungsergebnissen zum AstraZeneca-Impfstoff minimieren.

Das könnte dich auch interessieren