01.06.2017 | Gesundheit Sonnenbrand: SOS-Tipps und wie man sich am besten schützt

Die kommenden Tage erwarten uns sommerliche Temperaturen im Freistaat! Endlich Sonne! Endlich wieder in Kleider und Röcke schlüpfen! Doch so sehr wir uns über das sommerliche Wochenende freuen - man sollte die ersten Sonnenstrahlen des Jahres auf keinen Fall unterschätzen.

Sonnenbrand! - Wie man sich schützt und die besten SOS-Tipps

Stärker als man denkt

Leider überschätzen immer noch viele Menschen die aggressiven Strahlen. Unsere Haut soll sich mal eben von gar keiner Sonneneinstrahlung (weil von Stoff bedeckt) auf ein schönes Sonnenbad einstellen. Doch das geht meist schief. Da sieht die Haut am Abend schnell rot anstatt braun aus. Und Sprüche wie: "Ach was! Was heute rot ist, ist nach dem Aufstehen schon knackig braun!" stimmen einfach nicht. Wirklich. Das Rote - das ist ein Sonnenbrand! Und der tut meistens auch noch weh!

Die besten Tipps gegen Sonnenbrand

Um den fiesen Sonnenbrand zu vermeiden, haben wir die häufigsten Fragen, Gerüchte und Infos für Sie zusammengetragen. Und für diejenigen, die schon zu lang in der Sonne lagen, gibt's hilfreiche SOS-Tipps, die Linderung verschaffen.

  • Ein einfaches T-Shirt schützt NICHT vor Sonnenbrand

    Stimmt. Am besten ist es zwischen 11 und 15 Uhr gar nicht in die Sonne zu gehen oder mehrere, luftig geschnittene Shirts übereinander zu tragen - wie die Beduinen es auch tun. Es gibt auch Klamotten mit einem eingebauten Sonnenschutz. Das ist vor allem für Kinder und Sportler empfehlenswert.

  • Wenn man sich in der Sonne bewegt, wird man viel schneller braun als durch pures Sonnenbaden.

    Stimmt nicht. Aber es wirkt so. Denn wenn wir uns bewegen (zum Beispiel beim Beachvolleyball) werden wir gleichmäßiger braun als durchs "Wenden" auf dem Strandtuch.

  • Vorbräunen im Solarium schützt vor Sonnenbrand.

    Falsch! Auf der Sonnenbank wirken vor allem UV-Strahlen. Die bringen unserer Haut nicht so irre viel. Da der Eigenschutz durch UV-B Strahlen wird. Das Solarium vorab können Sie sich also schenken.

  • Eincremen: Verlängert man durch Nachcremen die Schutzzeit?

    Die Dauer des Schutzes hängt von dem Faktor der Sonnencreme und Ihrem Hauttyp ab. Sehr hellhäutige und Rothaarige haben eine Eigenschutzzeit von nur 5-10 Minuten. Etwas dunklere Menschen, z.B. leicht gebräunt und blond, dürfen bis zu 20 Minuten in die Sonne und dunkle Hauttypen bis zu 30 Minuten. Der Lichtschutzfaktor auf der Sonnencreme wird mit Ihrer Eigenschutzzeit multipliziert. Also wenn Sie z.B. zur mittleren Kategorien der Hauttypen gehören und Lichtschutzfaktor 12 benutzen, rechnen Sie 20 Minuten mal 12. Das ergibt rund vier Stunden, die Sie geschützt sind. Nachcremen verlängert diese Zeit übrigens nicht!

  • Im Schatten bekommt man keinen Sonnenbrand?

    Falsch! Bis zu 85% der Strahlungsintensität werden von Wasser, Gebäuden oder auch Sonnenschirmen reflektiert daher kann man sich sehr wohl einen Sonnenbrand zuziehen. Aber die gute Nachricht daran ist, dass man eben auch im Schatten braun wird. Etwas langsamer zwar als in der prallen Sonne, dafür allerdings auch gleichmäßiger und gesünder.

  • Im Wasser holt man sich schnell einen Sonnenbrand.

    Stimmt! Wenn einem schon so richtig heiß ist, tut ein erfrischender Sprung ins Wasser (oder bis zu den Knien in der Isar stehen) gut. Hoffentlich haben Sie vorher eine wasserdichte Sonnencreme aufgelegt! Denn an der Wasseroberfläche wirkt die Strahlung noch viel stärker! Sogar wenn Sie tauchen. Wenn Sie z.B. einen halben Meter unter Wasser schnorcheln, kommen immer noch 60% der UVB- und bis zu 85% der UVA-Strahlung auf der Haut an.

  • Es gibt einen Unterschied zwischen den Strahlungen der Sonne.

    Richtig. Kennen Sie den Unterschied zwischen UVA- und UVB-Strahlen? Die UV-Strahlung wird in die kurzwellige UVB- und die langwellige UVA-Strahlung unterteilt. Für Sonnenbrand sind hauptsächlich die UVB-Strahlen verantwortlich. Wenn die Haut vorzeitig altert, so liegt das vor allem an den UVA-Strahlen.

  • Kann man auch im Auto einen Sonnenbrand bekommen?

    Ja! Besagte langwellige UVA-Strahlen dringen auch mühelos durch Fenster. Ob im Büro oder hinter der Windschutzscheibe Ihres Autos. Vergessen Sie nicht sich einzucremen wenn Sie eine längere Fahrt unternehmen oder die Sonne direkt zu ihrem Bürofenster reinbrutzelt.

  • Sonnenbrillen schützen die Augen gar nicht so gut.

    Doch, das tun sie. Sonnenbrillen und Kopfbedeckungen sind nicht nur schick sondern erfüllen auch ihren Zweck. Eine Sonnenbrille mit einem vernünftigen UV-Schutz schützt die Augen vor Erkrankungen wie dem Grauen Star. Eine Sonnenbrille sollte mindestens 99% der UV-Strahlen oder UV-Strahlen bis 400nm absorbieren. Positiver Nebeneffekt: Sie beugt auch Knitterfältchen um die Augen vor.

  • Wenn alle guten Ratschläge zu spät kommen, sind hier ein paar Tipps die Linderung bei Sonnenbrand verschaffen.

    Trinken Sie viel um den Flüssigkeitsspeicher der Haut wieder aufzufüllen. Bestimmte Obstsorten wie Aprikosen, Honigmelonen und Beeren enthalten neben Flüssigkeit auch Betacarotin, Vitamin C und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese helfen gegen schädliche freie Radikale, die durch die UV-Strahlung entstehen. Aprés-Sun-Lotions und Sprays sowie kalte Quarkwickel lindern ebenfalls.

  • Wann zum Arzt?

    Wenn Ihnen der Sonnenbrand starke Schmerzen verursacht oder sich Blasen bilden, gehen Sie lieber sofort zu einem Arzt. Wenn Sie Kopfschmerzen und Fieber bekommen oder Ihnen übel wird, könnten Sie sich einen Hitzschlag zugezogen haben. Auch damit ist nicht zu spaßen. Ab zum Arzt.

  • Wenn man einen Sonnenbrand hat, kann man Hautkrebs bekommen.

    Jein. Von einem einzigen sicher nicht. Aber im Laufe eines Lebens können sich schon ein paar Sonnenbrände sammeln. Es gibt verschiedene Arten von Hautkrebs. Am häufigsten kommen der sogenannte Weiße und der Schwarze Hautkrebs vor. Vor allem letzterer ist sehr aggressiv und bildet schnell Metastasen. Beobachten Sie Form- oder Größenveränderungen von Leberflecken, gehen Sie umgehend zu einem Hautarzt. Denn wenn der Hautkrebs früh entdeckt wird, gibt es eine fast 100% Heilungschance. Doch lassen Sie es gar nicht erst so weit kommen. Halten Sie sich an unsere Tipps und genießen Sie den Sommer.

Wie lange kann man Sonnencreme verwenden?

Eincremen schützt nicht immer vor Sonnenbrand: Wer die Sonnenschutzmittel vom letzten Urlaub weiter verwendet, riskiert Hautirritationen und Verbrennungen. Darauf macht das Infocenter der R+V Versicherung aufmerksam. Zwar sind die Produkte in der Regel mehrere Monate haltbar. Das gilt allerdings nur, wenn sie gut verschlossen, dunkel und kühl gelagert werden. Hinzu kommt: Auch der Lichtschutzfaktor nimmt nach und nach ab.

Die Folge: Die Haut ist trotz sorgfältigen Eincremens deutlich weniger geschützt als der Verbraucher glaubt. Das kann zu schweren Verbrennungen führen, warnt das R+V-Infocenter und empfiehlt, Sonnencreme deshalb nicht über Jahre hinweg zu verwenden. Wer dennoch ältere Produkte benutzt, sollte sich der direkten Sonneneinstrahlung vorsichtshalber nicht zu lange aussetzen. Praktischer Tipp: Das Öffnungsdatum mit einem wasserfesten Stift auf der Packung vermerken.

Hitze, Sonneneinstrahlung und Sandkörner lassen Sonnencreme schneller verderben, Hautirritationen sind dadurch möglich. Deshalb empfiehlt es sich, alle angebrochenen Mittel auch unterwegs möglichst kühl und dunkel zu lagern, beispielsweise in einer Kühltasche. Wenn die Produkte zwei Wochen lang am Strand benutzt wurden, ist hingegen Vorsicht geboten.

Generell gilt zudem: Bevor die Produkte in den Koffer kommen, lohnt sich ein genauer Blick auf den Inhalt: Hat sich die Creme verfärbt oder sich Flüssigkeit abgesetzt? Riecht das Produkt anders als vorher oder sogar ranzig? In allen diesen Fällen empfiehlt es sich, es lieber wegzuwerfen. Weiterer Tipp des R+V-Infocenters: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte lieber kleinere Packungen kaufen und diese schnell verbrauchen.

Auf den Tuben und Flaschen sind zwei Hinweise zur Haltbarkeit vermerkt: Das Datum auf Falz oder Boden gibt an, wie lange das Produkt ungeöffnet haltbar ist. Mit dem Symbol eines geöffneten Cremetiegels zeigen die Hersteller die Haltbarkeit des Produktes an, wenn es geöffnet wurde - allerdings nur bei guten Lagerbedingungen.