29.05.2020 | Gesundheit Zecken-Alarm in Bayern: Vorsicht bei dieser XXL-Zecke

Ob beim Wandern oder beim Picknick im hohen Gras: Die Zeckengefahr ist dieses Jahr in Bayern besonders hoch! Auch zwei neue, besonders große Zeckenarten sind unterwegs. Wir haben Tipps, wie ihr euch schützt und sie schnell und sicher entfernt.

Schnell ist der noch so schöne Tag im Freien vermiest: durch Zecken, die sich an unserer Haut festbeißen. Und dieses Jahr gibt es besonders viele Zecken. Grund ist der milde Winter. Deshalb hat die Zeckensaison 2020 auch besonders früh begonnen. 

Erhöhtes Gesundheitsrisiko

Mediziner warnen vor wachsenden Gesundheitsgefahren durch Zeckenbisse in Bayern. Das Risiko einer Infektion mit dem Erreger der Hirnhautentzündung FSME liegt demnach um 50 Prozent höher als noch 2019. Davon geht die Bayerische Gesellschaft für Immun-, Tropenmedizin und Impfwesen aus. Denn der Anteil der Zecken im Erwachsenenstadium ist gestiegen: Sie tragen den FSME-Erreger fünfmal häufiger in sich als junge Zecken. 

In den vergangenen Jahren wurden im Freistaat jeweils rund 200 Fälle der gefährlichen Krankheit gemeldet. Laut Robert-Koch-Institut ist ein gutes Drittel der bayerischen Schulkinder gegen die von Zecken übertragbare Hirnhautentzündung geimpft. 

Bayern ist FSME-Risikogebiet

Auch die Zahl der FSME-Risikogebiete in Deutschland ist gestiegen – insgesamt sind nun 164 Landkreise entsprechend definiert, die meisten davon in Süddeutschland. In Bayern gelten nur München, Augsburg, Schweinfurt, der Landkreis Fürstenfeldbruck und der Landkreis Dillingen an der Donau gelten nicht als FSME-Risikogebiet.

Daher sei es besser, nicht durch dichtes Unterholz oder hohes Gras zu laufen, empfiehlt Dr. Peter Sefrin, Bundesarzt vom Deutschen Roten Kreuz. Lange Kleidung und Zeckenschutzmittel können vor einem Stich schützen. Nach dem Aufenthalt im Freien sollte man Körper und Kleidung nach Zecken absuchen und diese schnellstmöglich entfernen. 

  • So entfernen Sie Zecken richtig....

    So entfernen Sie Zecken richtig....

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  • ...mit der PinzetteDie Zecke mit der Pinzette möglichst hautnah an den Mundwerkzeugen packen. Anschließend kontrolliert herausziehen. Wichtig ist die Auswahl eines geeigneten Modells. Eine Pinzette zur Zeckenentfernung sollte am vorderen Teil gebogen-spitz sein.

    ...mit der Pinzette

    Die Zecke mit der Pinzette möglichst hautnah an den Mundwerkzeugen packen. Anschließend kontrolliert herausziehen. Wichtig ist die Auswahl eines geeigneten Modells. Eine Pinzette zur Zeckenentfernung sollte am vorderen Teil gebogen-spitz sein.

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  • mit einer ZeckenkarteAnwendung: Die Zecke wird in einer v-förmigen Auslassung fixiert und durch eine Bewegung nach vorn und oben entfernt – die Karte fungiert dabei als Hebel. Einige Zeckenkartenmodelle besitzen unterschiedlich große V-Auslassungen – für unterschiedlich große Zecken.

    mit einer Zeckenkarte

    Anwendung: Die Zecke wird in einer v-förmigen Auslassung fixiert und durch eine Bewegung nach vorn und oben entfernt – die Karte fungiert dabei als Hebel. Einige Zeckenkartenmodelle besitzen unterschiedlich große V-Auslassungen – für unterschiedlich große Zecken.

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  • ...mit den FingernAnwendung: die Zecke vorsichtig mit zwei Fingern (am besten Daumen und Zeigefinger) möglichst hautnah greifen. Achtung, nicht zudrücken!Danach die Zecke vorsichtig herausziehen.

    ...mit den Fingern

    Anwendung: die Zecke vorsichtig mit zwei Fingern (am besten Daumen und Zeigefinger) möglichst hautnah greifen. Achtung, nicht zudrücken!
    Danach die Zecke vorsichtig herausziehen.

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  • ... mit einem ZeckenlassoAnwendung: das Ende mit der Lassoschlaufe möglichst hautnah um die Zecke legen. Anschließend den Schlaufendurchmesser durch den Stempel am oberen Ende des Geräts verringern und die Zecke durch eine Ziehbewegung entfernen.

    ... mit einem Zeckenlasso

    Anwendung: das Ende mit der Lassoschlaufe möglichst hautnah um die Zecke legen. Anschließend den Schlaufendurchmesser durch den Stempel am oberen Ende des Geräts verringern und die Zecke durch eine Ziehbewegung entfernen.

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  • Spülen Sie unbedingt die Zecke im Klo herunter!

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Aufpassen vor diesen beiden Zeckenarten

Vor Kurzem sind zwei neue Zeckenarten in Deutschland entdeckt worden – die tropische Hyalomma-Zecke und die Braune Hundezecke. Die Hyalomma fällt durch ihre geringelten Beine und ihre Größe auf: Sie ist bis zu dreimal so groß wie ihre europäischen Verwandten. Forscher der Universität Hohenheim vermuten, dass Vögel sie aus Afrika, Asien oder Südeuropa eingeschleppt haben. Die Hyalomma wartet nicht im hohen Gras, sondern jagt aktiv: „Sie erkennt Warmblütler auf Distanzen von bis zu 10 Metern und kann sie über mehrere 100 Meter verfolgen“, warnt Zeckenforscherin Prof. Ute Mackenstedt. Besonders Pferdebesitzer sollten aufpassen, denn diese Zecke befällt besonders gerne große Säugetiere. 

Aktuell wird erforscht, welche Krankheiten die Hyalomma-Zecke überträgt – und ihr könnt dabei helfen, indem ihr verdächtige Parasiten einschickt. Einfach rein in einen kleinen Karton oder eine Luftpolstertasche und ab zur Post. Die Uni Hohenheim schickt euch als Belohnung dann auch die Forschungsergebnisse zu. Die Kontaktadresse findet ihr hier.

Foto: Marijan Murat/dpa
Foto: Universität Hohenheim/Katrin Fachet

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Auch die Braune Hundezecke dürft ihr gerne einsenden. Sie sei kleiner, aber ebenfalls nicht zu unterschätzen, sagt Prof. Mackenstedt. Denn die Braune Hundezecke könne auch in Wohnungen überleben und dadurch schnell zur Plage werden.