18.05.2019 | Gesundheit Zeckenrisiko: So schützt ihr euch vor einem Biss!

Experten gehen davon aus, dass es im Jahr 2019 wieder besonders viele Zecken geben wird. Alle Infos und wie ihr euch vor den Blutsaugern schützt, bekommt ihr hier.

Das Jahr 2018 war bereits ein Zeckenjahr. Zeckenforscher Gerhard Dobler vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) sprach von der „höchsten Zahl an Zecken in den letzten zehn Jahren“. Aber Experten befürchten, dass auch das Jahr 2019 könnte ein Zeckenjahr der Superlative werden.

Die Zahl der FSME-Erkrankungen war zuletzt steigend. Im Jahr 2018 gab es in Bayern einen neuen Rekord mit 583 Fällen. Das ist die höchste Zahl seit der Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001. Übertragen wird die Krankheit durch Zeckenbisse. Und auch wenn es die Möglichkeit einer FSME-Impfung gibt - nicht jeder will sich impfen lassen und so bleibt nur die Möglichkeit, sich anderweitig vor den gefährlichen Viechern zu schützen.

Raus aus dem Unterholz

Wer in der freien Natur unterwegs ist, sollte sich möglichst nicht in hohem Gras oder im Unterholz aufhalten. Genau dort fühlen sich Zecken am wohlsten und halten Ausschau nach ihrem Opfer. Dass Zecken übrigens von Bäumen aus auf ihre Opfer springen oder fallen, stimmt nicht. Höher als 1,50 Meter kommt eine Zecke nicht hinaus, im wahrsten Sinne des Wortes. Sie krabbelt von unten nach oben auf ihren neuen Wirt und sucht sich meist das Hosenbein aus, um an die Haut zu kommen. Deshalb sollte man auch im Sommer lange Kleidung tragen und die Socken am besten über der Hose, so dass die Zecke erst gar nicht an die Haut rankommt. 

Kinder sind gefährdeter

Kinder haben übrigens ein höheres Risiko von einer Zecke gestochen zu werden. Sie sind im Sommer öfter in Wäldern und auf Wiesen unterwegs und auch Spielplätze sind nicht immer frei von Zecken. Die gute Nachricht: Kinder sind nicht stärker gefährdet an FSME oder Borreliose zu erkranken. Und auch wenn sie an FSME erkranken, verläuft das bei Kindern oft harmloser als bei Erwachsenen. Trotzdem gilt: Weder mit FSME noch mit Borreliose ist zu spaßen und egal ob mit Impfung oder ohne - man sollte sich in jeden Fall vor Zecken schützen. 

Zecke sofort entfernen

Wer eine Zecke an sich oder jemand anderem entdeckt, sollte diese so schnell wie möglich entfernen. Am besten mit einer Pinzette oder einer Zeckenzange so nah es geht am Hautansatz zugreifen und die Zecke langsam aus der Haut ziehen. Nicht ruckartig ziehen und auch nicht drehen. Der Mythos gegen oder mit dem Uhrzeigersinn herausdrehen, stimmt nicht. Zecken haben einen Stechrüssel, aber kein Gewinde. Wer sich selbst nicht traut, sollte die Zecke vom Hausarzt entfernen lassen, aber eben so schnell wie möglich. Denn die FSME-Viren sind im Speichel der Zecke. Sie können zwar sofort nach dem Stich in die Wunde übergehen, die Borrelien sitzen jedoch im Darm der Zecke. Sie gehen vermutlich erst nach vielen Stunden in das Blut des Gestochenen über. Deshalb ist beim Entfernen der Zecke auch Eile geboten. 

Woran erkenne ich einen Zeckenstich?

Auch wenn in der Regel von einem Zeckenbiss die Rede ist - richtig ist der Zeckenstich, denn sie beißen nicht zu, sondern stechen mit ihrem Stechrüssel. Einen Zeckenstich kann man oft nicht gleich erkennen, wenn die Zecke schon abgefallen ist. Er unterscheidet sich in der Regel nicht von einem Mückenstich. Oft juckt der Zeckenstich nicht einmal. Wer einen Stich bei sich entdeckt, den man nicht zuordnen kann, sollte ihn auf jeden Fall beobachten. Schwillt die Stelle an oder wird rot, können das Anzeichen für Krankheitserreger sein. Eine Borreliose erkennt man typischerweise an einem roten Kreis, der sich um den Einstich bildet. Bei einer FSME-Erkrankung treten anfangs grippeähnliche Symptome auf, wie Kopf- und Gliederschmerzen und auch Fieber. 

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