17.12.2018 | Gesundheit Zu wenig Sonne und Vitamin D: Brauchen wir Pillen gegen Mangel?

Gerade jetzt sehen wir es groß in der Werbung und in den Apotheken: Vitamin D. Jetzt im Winter kriegen wir nur wenig davon ab, weil uns die Sonne abgeht. Die Pharmaindustrie wirbt für Vitamin D in Form von Pillen. Wir klären, was an der Legende vom Wundermittel dran ist.

Foto: Oliver Berg/dpa

Vitamin D: Wir alle haben angeblich zu wenig davon! Unstrittig ist, dass wir Vitamin D für unsere Knochen brauchen und dass wir nur einen kleinen Teil durch die Ernährung aufnehmen.

Das meiste Vitamin D bildet der Körper durch Sonnenlicht. Jetzt im Winter kriegen wir nur wenig davon ab. Damit wir gesund bleiben, wirbt die Pharmaindustrie für Vitamin D in Form von Pillen. Anhand der wichtigsten Fragen klären wir, was wirklich dran ist an der Legende vom Wundermittel:

Wie verbreitet ist ein Mangel an Vitamin D?

Die meisten Menschen haben keinen Mangel, sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Wer im Sommer eine halbe Stunde am Tag in der Sonne ist, hat genug im Speicher um auch über die dunklen Wintermonate zu kommen. Ausnahme: Wer nie ins Freie geht oder nur komplett verhüllt, kann einen echten Mangel bekommen. Dann sind Tabletten sinnvoll.

Können Vitamin-D-Tabletten bei Gesunden Krankheiten vorbeugen?

Nein. Erkältungen, Diabetes, Herz-Erkrankungen und sogar Krebs – all das können Vitamin-Präparate angeblich verhindern. Diese Werbeaussagen sind laut Verbraucherzentrale wissenschaftlich nicht haltbar. Gesunden, erwachsenen Menschen bringen die Pillen nichts.

Wie ist es bei Kindern?

Babys sollen vom Sonnenlicht möglichst ferngehalten werden, bilden also selber kaum Vitamin D. Gleichzeitig ist der Bedarf im ersten Lebensjahr zum Aufbau der Knochen besonders hoch. Der Berufsverband der Kinder und Jugendärzte empfiehlt deswegen im ersten Lebensjahr eine tägliche Tablette, im zweiten Lebensjahr reicht es im Winter, danach kommt der Körper in der Regel alleine klar.

Kann ich Vitamin D auch über Lebensmittel aufnehmen?

Ja. Der Bedarf lässt sich über die Ernährung aber nur zu einem kleinen Teil decken. Etwa 10 bis 20 Prozent. Es gibt nur wenige Lebensmittel, die viel Vitamin D enthalten. Fetter Fisch, wie Lachs und Hering sind die Toplieferanten. Ein bis zwei Mal die Woche auf dem Speiseplan bringt etwas, ersetzt aber nicht das Sonnenlicht.

Welche Folgen hat ein Mangel an Vitamin D?

Bei Kindern kann ein Mangel zu Rachitis führen. Eine Krankheit, bei der die Knochen weich bleiben und sich verformen können. Bei Erwachsenen kann ein Mangel ebenfalls die Knochen beeinträchtigen und Osteoporose beitragen.

Woher weiß ich, ob ich ausreichend mit Vitamin D versorgt bin?

Wer sich gesund fühlt, hat keinen Bedarf seine Vitamin-Werte checken zu lassen. Wer prüfen will, ob ein Mangel besteht, kann beim Hausarzt einen Bluttest machen. Ohne Beschwerden zahlt der Patient für die Leistung selbst. Die Kosten liegen bei rund 20 Euro.