26.10.2020 | Haus & Garten Drei Wege zum Eigenheim: Diese Beratungsvarianten gibt es

Den Wunsch, ein Eigenheim zu besitzen, haben viele. Allerdings ist nicht jeder studierter Betriebswirt, ein Banker mit Abschluss oder gar ein Hobby-Betriebswirt. Denn das wäre nötig, um eine solide Immobilienfinanzierung auf die Beine zu stellen, die auch langfristig leistbar ist. Wir haben da drei hilfreiche Tipps für euch!

Foto: pixabay.com ©bertholdbrodersen Abbildung 1: Um eine valide Baufinanzierung zu berechnen, braucht es viel Branchen-Know-how oder professionelle Unterstützung. Der Finanzierungsberater mit Fokus auf die Baufinanzierung ist am besten im Thema.

Variante 1: Die Hausbank

Der Bankberater der Hausbank punktet als Berater mit Fachwissen und im besten Fall mit einer Vertrauensbasis, da bereits seit Jahren Geschäfte mit der Hausbank gemacht wurden. Er weiß – nach einem Blick auf Konten und Sparbücher – um die finanzielle Lage und hat damit valide Zahlen zur finanziellen Situation der Immobilieninteressenten vor sich. Im besten, allerdings eher seltenen, Fall helfen Jahre der vertrauensvollen Zusammenarbeit dabei, attraktive Kreditangebote zu erhalten. Im schlechtesten Fall jedoch handelt es sich bei der „Hausbank“ um einen Verwalter des Geldes auf einem von mehreren Konten – ohne persönlichen Ansprechpartner oder Beratung.

Diese schwarz-weiß gezeichneten Vor- und Nachteile verwischen zunehmend häufiger, denn über die Hälfte der deutschen Bürger haben über vier Konten. Nur 42 Prozent aller Bankkunden pflegen die verschiedenen Kontovarianten bei einer „klassischen“ Hausbank. Die Streuung von Finanzmitteln hat den Vorteil, dass Kunden für Girokonto, Tagesgeldkonto, Sparbuch, Aktien und Fonds den jeweils besten Anbieter mit den attraktivsten Konditionen wählen können.

Einen Überblick über die Finanzmittel hat dann aber kein Bankberater direkt und per Mausklick. Stattdessen nivelliert sich der Vorteil, eine Immobilienfinanzierung mit der Hausbank zu besprechen um den Faktor Vorbereitungszeit. Wenn erst alle Daten zur finanziellen Situation auf unterschiedlichen Konten zusammengetragen werden müssen, hat der Bankberater selbst keinen Vorteil mehr.

Variante 2: Der Finanzierungsberater

Der Finanzierungsberater maßt sich nicht etwa an, bereits im Vorfeld alle Fakten über die finanzielle Lage der Immobilieninteressenten zu wissen, jedoch besteht seine erste Aufgabe genau darin: Im Zusammentragen notwendiger Informationen, die einen Überblick über die finanziellen Mittel ermöglichen. Weiß der Finanzierungsberater, der sich im besten Fall auf das Thema Baufinanzierung spezialisiert hat, welcher finanzielle Spielraum sich bietet, geht es darum, die Immobilienwünsche einerseits und die finanziellen Mittel andererseits so aufeinander abzustimmen, dass eine langfristige, solide Finanzierung entsprechen kann.

Im Idealfall erfolgt die Beratung persönlich und vor Ort, empfehlenswert sind Unternehmen, die mit mehreren Beratern an zahlreichen Standorten in puncto Baufinanzierung beraten. Denn nicht immer liegt der Bauplatz da, wo man gerade wohnt. Die persönliche Beratung mit dem Fokus, eine Baufinanzierung umzusetzen, ist ein Vorteil, den keine andere Beratungsoption bietet. Vor allem gegenüber dem Berater einer Hausbank bietet ein Finanzierungsberater Vorteile, denn er weiß nicht nur um die Optionen, die möglich sind, um einen Kredit zu beantragen, sondern auch um die Tricks und Kniffe, um eine Baufinanzierung erschwinglich zu machen. 

Foto: pixabay.com ©anncapictures Abbildung 2: Die Details rund um die Immobilie, wie etwa die Wahl der Materialien, können einen direkten Einfluss auf mögliche Finanzmittel haben – beispielsweise dann, wenn nach einem speziellen, energiesparenden Standard gebaut wird.

Der mitunter wichtigste Kniff, um eine Immobilienfinanzierung kostentechnisch zu reduzieren, ist die Einbeziehung von Krediten und Tilgungszuschüssen seitens der staatlichen KfW-Bank sowie anderer Fördermittel, die häufig regional verfügbar sind. Hier winken hilfreiche Finanzierungshilfen, die ein privater Bauherr erst mühsam recherchieren müsste, ein Finanzierungsberater jedoch kennt und nutzt.

Variante 3: Die Do-it-yourself-Recherche

Die Do-it-yourself-Recherche an deren Ende im besten Fall eine Baufinanzierung stehen könnte, punktet mit dem Faktor Zeit. Wer online einen Kreditvergleich durchführt (was laut Stiftung Warentest nach wie vor zu selten passiert), der bekommt das Rechercheergebnis zwar schnell, jedoch in der Praxis nur platte Zahlen ohne Hintergrundinformationen. Das bedeutet auch, dass viel eigenes Know-how vorhanden sein muss, um die richtige Kreditrecherche durchführen zu können.

Die Falle, in die viele Bauinteressenten tappen, ist beispielsweise die Fehlkalkulation der Gesamtkosten. Zum Kaufpreis kommen Grunderwerbssteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie Provisionen und Nebenkosten on top. Vor allem die Kosten, die auf einer Neubau-Baustelle entstehen (Baustelleneinrichtung, Bodengutachten, Anschlüsse etc.), kann häufig keine Privatperson überblicken, die sich in der Regel erstmals den Traum von einer eigenen Immobilie verwirklicht. Auch weitere Kostenfaktoren, wie etwa der Kauf neuer Möbel, sollten einkalkuliert sein. Wer hier einige Rechnungen vergisst, muss sich im schlechtesten Fall um eine Nachfinanzierung bemühen, die in der Regel deutlich teurer ist als der erste Kreditvertrag.

Da die finanzielle Belastbarkeit häufig nicht unabhängig genug bewertet wird, wird im schlechtesten Fall an den offensichtlichsten Stellschrauben gedreht, deren Folgen jedoch unbedacht bleiben: Natürlich reduzieren niedrigere Zinsen die monatliche Belastung, allerdings schlägt sich das auch in der Laufzeit nieder, die sich dadurch deutlich verlängert. Hinzu kommen viele kleine, weitere Kniffe, wie etwa die Wahl der Zinsbindung, der hohe Stellenwert flexibler Kreditraten und eine überschätzte Eigenleistung, die eine Baufinanzierung in Eigenregie schnell zur Hängepartie werden lassen.

Fazit: Der Baufinanzierungsberater scheint aktuell die beste Wahl zu sein

Durch die Wechselbereitschaft der Deutschen, die sie wegbringt von ihrer Hausbank, fällt der Vorteil dieser Finanzspezialisten weg, die nicht mehr einen einfachen, exklusiven Einblick in alle Finanzmittel auf einen Blick haben. Damit ist der Banker der Hausbank schnell gleichauf mit dem Baufinanzierungsberater, denn beide müssen Einnahmen und Ausgaben der Immobilieninteressenten kalkulieren, um sie als Basis ihrer Baufinanzierung zu nutzen. Der Baufinanzierungsberater kann sich an dieser Stelle auf Branchenkenntnisse stützen, die sich positiv auf die Baufinanzierung auswirken sollten. Sowohl Branchenkenntnisse als auch betriebswirtschaftliches Know-how sind nötig, um eigenständig einen Kredit zu recherchieren. Die attraktivsten Baufinanzierungen werden bei der Do-it-yourself-Recherche sicherlich nicht winken.