17.09.2019 | Haus & Garten Heizkosten sprunghaft teurer! Jetzt schnell Heizöl auffüllen oder abwarten?

Nach den Angriffen auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien bekommen die Verbraucher in Deutschland die Folgen beim Heizöl zu spüren! Der Preis ist in zwei Tagen deutlich gestiegen. Wie teuer euch das zu stehen kommt und ob ihr vor dem Winter lieber schnell nochmal nachkaufen solltet, erfahrt ihr hier.

Foto: Angelika Warmuth/dpa

Nach den Angriffen auf Öl-Anlagen in Saudi-Arabien bekommen jetzt die Verbraucher in Deutschland die Folgen zu spüren – und zwar beim Heizöl!

Der Preis kletterte bereits am Montag (16.09.) um drei bis fünf Cent je Liter, wie der Messgeräte-Hersteller Tecson mitteilte. Am Dienstag geht der Trend weiter nach oben. Der bundesweite Durchschnittspreis für 100 Liter Heizöl (bei Abnahme von 3.000 Litern, inkl. MwSt) ist seit Samstag von 66,60 auf 73,40 Euro gestiegen. Das ist ein Anstieg von fast 7 Euro und ein Plus von mehr als 10 Prozent

Würde eine Familie mit Einfamilienhaus jetzt einen nahezu leeren Tank vor dem Winter nochmal mit 3.000 Litern auffüllen, bedeutet das Mehrkosten von über 200 Euro.

Heizöl ordern oder nicht?

Die Frage, die sich nun für viele Heizöl-Kunden aufdrängt: „Soll ich sofort nachfüllen bevor es noch teurer wird oder erstmal abwarten?Mieter wiederum fragen sich dagegen: „Muss ich mit deutlich höheren Nebenkosten rechnen, wenn mein Vermieter den Heiztank jetzt vollmacht?“

Heizöl-Experte Oliver Klapschus von Interaid sagt im ANTENNE BAYERN-Interview, dass die Verunsicherung im Moment den Preis hochtreibe. Sein Rat: „Wer schnell Heizöl braucht und Panik hat, dass die Preise noch weiter steigen, macht keinen Fehler, wenn er sofort kauft. Allen anderen, die noch Reserven haben, rät er zur Geduld: „Wer ein bisschen Zeit und Luft hat, der kann mit der Heizölbevorratung noch ein bis zwei Wochen abwarten, wie der Preis dann steht. Nach seinen Worten „stehen die Chancen fifty-fifty“, dass es die nächsten Tage nicht mehr schlimmer wird. Auch die Experten von Tecson sind der Meinung: „Das Tankfenster für den Verbraucher ist erst einmal zugeschlagen, wir raten zum Abwarten.“

Die Heizölpreise sind in diesem Jahr bislang relativ stabil geblieben. Das war in früheren Jahren ganz anders, als die Verbraucher teils mit drastischen Preiserhöhungen und Preisstürzen konfrontiert war. Vor sieben Jahren lag der Preis für Heizöl in den meisten Wochen oberhalb von 90 Euro.

Drohen mir als Mieter höhere Heizkosten?

Vermieter sollten beim Heizöl die Preise der Anbieter vergleichen. Das bedeutet aber nach einem Urteil des Landgerichts Berlin (LG Berlin, Urteil v. 30.7.2014, 65 S 12/14) nicht, dass der Vermieter das Heizöl zum bestmöglichsten Preis kaufen muss. Folglich: Es reicht aus, wenn der Vermieter beim Heizöleinkauf keine unnötigen Kosten verursacht und ein angemessenes Kosten-Nutzen-Verhältnis gewahrt wird. In dem konkreten Fall war das Gericht der Meinung, dass bei einem Einkaufspreis von nur sechs Prozent über dem besten Einkaufspreis keine Pflichten verletzt wurden. Das könnte in der jetzigen Situation bedeuten, dass Mieter höhere Betriebskostenabrechnungen hinnehmen müssen, wenn der Vermieter jetzt Heizöl für das Mietobjekt einkauft.