17.10.2018 | Haus & Garten Höhere Zinsen für Baukredite 2018: Wie ihr trotzdem günstige Immobilienfinanzierungen findet

Die Kosten von Baukrediten sind niedrig - verglichen mit vergangenen Jahren. Dennoch gab es einen Anstieg. Worauf ihr künftig achten müsst und was ihr heute tun könnt, lest ihr bei uns.

Abbildung 1: Mit dem richtigen Immobilienkredit wird der Hauskauf günstiger.

Verglichen mit früheren Zeiten sind die Kosten von Baukrediten weiterhin auf einen sehr niedrigen Niveau. Dennoch habt ihr vielleicht schon gemerkt, dass die Zinsen durchaus in den vergangenen Monaten angestiegen sind. Vom Tief im Januar, als die Zinsen bei unter 1,35 Prozent lagen und dem Hoch im Februar/März mit 1,6 Prozent sind die aktuellen Zinsen für Baukredite zwar weit entfernt, dennoch dürften die Tiefstände der Vergangenheit angehören. Was für euch als baldige Bauherren natürlich nicht sofort ein Problem ist, jedoch Schwierigkeiten mit den Anschlussfinanzierungen ergeben könnte. Was ihr heute tun könnt und worauf ihr bei Baukrediten achten solltet, verrät dieser Artikel.

Wie stark haben sich die Zinsen erhöht?

Zugegeben haben sich die Zinsen in diesem Jahr zwar erhöht, doch liegt selbst die maximale Erhöhung zwischen Januar und März bei gerade einmal 0,25 Prozent. Aktuell werden Baukredite mit Sollzinsen von knapp unter 1,5 Prozent vergeben. Aber betrachten wir die Statistik einmal aus Jahressicht:

  • Januar - Tiefstand, die Zinssätze liegen bei nicht einmal 1,35 Prozent.
  • Februar - es gibt einen Anstieg auf erst 1,4 Prozent, dann folgt eine steile Kurve nach oben.
  • März - der Höchststand ist erreicht und beträgt 1,6 Prozent. In der Folge geht es stufenweise abwärts.
  • April - die Zinsen pegeln sich bei 1,5 Prozent ein.
  • Mai - es geht weiter runter, bis auf knapp 1,45 Prozent.
  • Juni - während sich die Zinsen kurz halten, folgt ein neuer Anstieg zurück auf 1,5.
  • Juli - die Zinsen sinken erneut, jedoch pegeln sie sich zwischen 1,4 und 1,425 ein.
  • August/September - der nächste Anstieg auf 1,475 Prozent.

Grundsätzlich orientieren sich die Zinssätze für Baukredite an dem Leitzins der Bundesbank. Dieser ist aktuell immer noch bei 0,0 Prozent. Die Bundesbank kündigte an, dass sie an den Niedrigzinsen mindestens bis 2019 festhalten wolle, sodass wohl auch die Bauzinsen niedrig bleiben. Wird jedoch der Leitzins irgendwann deutlich angehoben, müsst ihr auch im Rahmen der Baufinanzierung mit deutlich höheren Zinsen und Kosten rechnen.

Was können Betroffene tun?

Und was könnt ihr nun machen? Nun, selbst habt ihr natürlich keinen Einfluss auf den Leitzins und könnt auch nicht selbst bestimmen, wie hoch die Zinsen der Baufinanzierung sind. Nein? Könnt ihr das nicht? Doch, ihr habt eine Möglichkeit, die Kosten zu senken:

  • Zinsvergleiche - nehmt niemals die erste Baufinanzierung, die ihr bekommen könnt. Stattdessen solltet ihr unbedingt verschiedene Angebote miteinander vergleichen und einen Hypothekenzinsen-Vergleich durchführen lassen. Eine direkte Übersicht zeigt Blog.de. Die Baufinanzierer nutzen schließlich den Sollzins und schlagen weitere Zinspunkte auf diesen drauf.
  • Eigenkapital - Zinsen sind grundsätzlich dann teuer, wenn eine große Summe Geld geliehen werden muss. Habt ihr die Möglichkeit ein hohes Eigenkapital zu leisten, sinken eure Kreditsumme und somit auch die eigentlichen Zinskosten. Zudem bietet euch die geringere Summe die Option, den Kredit schneller zu tilgen, sodass sich die Zinskosten über weniger Jahre hinweg addieren.
  • Ihr solltet auf jeden Fall immer mit dem Blick auf Morgen planen. Schließt ihr heute eine Baufinanzierung über zehn Jahre ab, könnt ihr innerhalb dieser zehn Jahre auf die niedrigen Zinsen vertrauen. Danach kann es jedoch Probleme geben:
  • Zinssteigerung - die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass die Niedrigzinspolitik ein Ende findet. Wie stark die Zinsen später ansteigen, ist ungewiss.
  • Anschlussfinanzierung - problematisch wird diese Steigerung für euch, wenn ihr eine Anschlussfinanzierung für die heutige Baufinanzierung sucht und noch einen Großteil des Kredits abzahlen müsst. Denn sobald die Zinsbindung ausläuft, zahlt ihr die Konditionen, die dann gültig sind. Wer sich heute nicht gut aufstellt, der könnte in zehn Jahren eine böse Überraschung erleben.
  • Kaum Tilgung - viele Bauherren gehen Finanzierungen ein, die über Jahre hinweg eigentlich nur die Zinsen bedienen, aber keine Tilgung bieten. Genau diese Baufinanzierungen gelten als gefährdet, sobald die Zinsbindung abläuft.
Was beeinflusst die Zinskosten zusätzlich?

Ihr wisst, dass die Sollzinsen nur einen Teil der tatsächlichen Zinsen ausmachen. Zu großen Teilen entscheidet ihr sogar darüber, welcher Zinssatz für euch gültig ist:

  • Bonität - anhand eurer Bonität berechnet die Bank die Baufinanzierung. Ihr solltet unbedingt auf eine gute Schufa achten, damit ihr keine »Strafzinsen« erhaltet. Tipp: Holt euch vor dem Vergleich der Baufinanzierungen eine Selbstauskunft bei der Schufa ein. Sie kostet euch einmal etwas, dafür könnt ihr aber alle Einträge kontrollieren und sicherstellen, dass längst erledigte Forderungen und Einträge endlich gelöscht werden.
  • Beleihung - Die Bank trägt einen bestimmten Wert in das Grundbuch ein und sichert sich somit die Baufinanzierung ab. Vielfach ist dies schon eine so gängige Praxis, dass ihr ohnehin nur zustimmen könnt - oder keinen Kredit erhaltet. Es kommt jedoch auf die Höhe der Beleihung an: Je höher diese ausfällt, desto höhere Zinsen müsst ihr zahlen.
  • Laufzeit - die Laufzeit eines Kredits entscheidet ganz massiv über die Zinskosten, da die Zinsen monatlich berechnet werden und in zehn Jahren geringere Kosten anfallen, als in 15. Kurze Laufzeiten - und damit kurze Zinsbindungen - solltet ihr aber nur eingehen, wenn ihr eine hohe Tilgungsrate trotz der Zinsen habt. Anderenfalls kann euch die ganze Finanzierung nach Ende der Laufzeit auf die Füße fallen, weil eine zu hohe Restsumme bei massiv erhöhten Zinsen offen ist.
  • Zinsbindung - sie beeinflusst die aktuellen Zinskosten zwar nur indirekt, ist für euch auf Dauer jedoch wichtig. Ihr solltet diese immer an das Zinsniveau anpassen. Aktuell sind lange Zinsbindungen besser, um die niedrigen Zinsen möglichst lange zu konservieren.
Abbildung 2: Eine gute Planung und eine entsprechende Finanzierung macht euren Hausbau zu einem stemmbaren Unterfangen.
Fazit - spart, aber richtig

Bislang sind die Bauzinsen nur marginal gestiegen, wobei sich kleinste Änderungen auf Dauer bei hohen Summen trotzdem massiv auswirken. Daher solltet ihr vor dem Abschluss eurer Baufinanzierung unbedingt mehrere Angebote miteinander vergleichen und dafür sorgen, dass ihr allgemein geringe Zinskosten bei langer Bindung und guter Tilgungsrate habt. Nehmt euch lieber einige Wochen mehr Zeit, beispielsweise, um eure Schufa zu checken, als vorschnell zu handeln. Und grundsätzlich: Die Tilgungsrate ist wichtiger als die Zinshöhe.