21.10.2019 | Haus & Garten Immer mehr Stinkwanzen in Bayern: So werdet ihr die ekligen Stinker los!

Sie macht ihrem Namen alle Ehre - leider! Die Grüne Stinkwanze ist bei ihrer Suche nach einem Winterquartier immer häufiger in Häusern und Wohnungen zu finden. So wehrt ihr euch gegen die Eindringlinge.

Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Sie macht ihrem Namen alle Ehre - leider! Die Grüne Stinkwanze. Immer mehr von den Krabblern machen sich bei uns in Bayern in Häusern und Wohnungen breit. Hauptgrund ist das Herbstwetter, das zwar noch recht mild ist, aber nachts schon vielerorts kalt wird. Das verstärkte Auftreten von Wanzen an Hauswänden und Wohnung liegt laut der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft daran, dass sich „die Tiere auf den Weg in ihre Winterquartiere begeben und verstärkt warme Orte wie Spalten und Ritzen an Gemäuern und Fassaden oder auch Wohnungen aufsuchen“.

Foto: Jochen Lübke/dpa Wird sie bedroht, gibt's auf die Nase - in Form von Gestank: die Grüne Stinkwanze.

Auch die Insektenzählung der Naturschutzorganisation Nabu zeigte zuletzt: Insgesamt sind dieses Jahr 20 Prozent mehr Insektenarten in unseren Gärten als im Jahr 2018. Dabei wurden auch Wanzen häufiger gezählt, die sich jetzt vom Garten draußen nach drinnen begeben. Dass es dieses Jahr so viele sind, hängt auch mit den warmen Phasen im Sommer zusammen. Bis zu 450 Eier kann eine Stinkwanze produzieren, wenn die Bedingungen optimal sind. Die Larven schlüpfen schon nach wenigen Tagen und können sogar im selben Jahr selbst nochmal für Nachwuchs sorgen.

Nach Angaben des Landesbunds für Vogelschutz gibt es allein in Bayern 800 Wanzenarten. Die meisten der Pflanzensauger lieben Wärme und Trockenheit, fühlen sich also auch bei uns zuhause richtig wohl, wenn sie die Chance bekommen, reinzukommen.

Auch diese Wanzen kommen immer häufiger vor

Ein weiterer Grund, warum es immer mehr Wanzen bei uns gibt, sind nach Ansicht von Experten klimawandelbedingte Wanderungen. Einige Arten wandern tendenziell aus dem Mittelmeerraum nach Norden. Das wird von Biologen schon länger beobachten, auch bei bestimmten Libellen- und Schmetterlingsarten.

Häufig zu beobachten sind nach Angaben des LBV neben Grünen Stinkwanzen auch Amerikanische Kiefernwanzen.

Knattern beim Fliegen laut, tut aber keinem was zuleide: die Graue Gartenwanze.

Auch die Graue Gartenwanze ist bei uns unterwegs. Im Jahr 2018 wurden auf Bäumen in Bamberg sogar erstmals Kolonien der Malvenwanze beobachtet - einer mediterranen Art.

So geht ihr vor, wenn ihr Wanzen im Haus habt

Wer Wanzen aus der Wohnung oder dem Haus bugsieren will, sollte das behutsam machen, zum Beispiel mit einem Glas und einem Papier darunter, sagt Markus Erlwein. Denn unter Stress sondern die Insekten ihr stinkendes Sekret ab - und werden dann doch zu Recht unangenehmen Mitbewohnern. Wichtig: Zerdrückt die Wanzen nicht! Denn auch dann wird der Gestank freigesetzt. Folgendes kann stattdessen helfen, dass sich Wanzen lieber ein anderes Winterquartier anstelle eurer eigenen vier Wände suchen:

  • Achtet darauf, dass Fenster und Türen geschlossen sind. Vor allem abends.
  • Solltet ihr doch häufiger Fenster und Türen offen haben, bringt Fliegengitter an. Wichtig: So montieren, dass sich Krabbler nicht vorbeidrücken können.
  • Dichtet die Ritzen eurer Fensterrahmen ab.
  • Klebefallen in gelber Farbe! Vor allem Stinkwanzen werden von gelber Farbe angezogen.
  • Sprüht ein Gemisch aus Wasser und Essigessenz an eure Fensterrahmen oder Türen, die nach draußen gehen. Das soll abschreckend auf Wanzen wirken.
Nicht zu verwechseln mit Bettwanzen

Die in Deutschland auftretenden sechsbeinigen Pflanzensauger und den Wanzen sind laut Schädlingsbiologen für den Menschen zwar unangenehm, aber vollkommen harmlos.

Weder übertragen sie Krankheiten noch sind sie Hausschädlinge. Die derzeit häufiger auftretenden Arten sind zu unterscheiden von Blutsaugern wie Bettwanzen, die wiederum tatsächlich Krankheiten übertragen und Menschen damit auch gefährlich werden können.

Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa Nicht zu verwechseln mit den Stinkwanzen sind Bettwanzen (siehe Bild).