26.04.2018 | Haus & Garten Insektensterben aufhalten: Das könnt ihr selbst tun

Bienen, Schmetterlinge und andere Insekten verschwinden immer mehr. Das könnt ihr in eurem Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse tun, um zu helfen:

Symbolbild

Blumeninseln, Samenbomben und keine Pestizide mehr: Der Bund Naturschutz Bayern (BN) hat einen Aktionsleitfaden gegen das Insektensterben herausgebracht. Auf rund 100 Seiten geben die Naturschützer Bürgern, Kommunen und der Politik unter anderem Tipps, wie das Verschwinden von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten gestoppt werden kann. 

Insekten-Population schwindet

Zahlreiche Untersuchungen belegten den Schwund. Die Population von 17 in der Europäischen Union verbreiteten Schmetterlingsarten hat sich laut BN zwischen 1990 und 2011 halbiert. Ursachen seien etwa der Klimawandel, die Rahmenbedingungen der Politik für die Landwirtschaft und der Einsatz des Schädlingsbekämpfungsmittels Glyphosat. Die Zulassungsverfahren für Pestizide müssten endlich transparent werden und Umweltaspekte stärker berücksichtigt, sagte BN-Vorsitzende Hubert Weiger. 

Selbst seinen Beitrag leisten

Doch nicht nur eine andere Politik oder Gemeinden mit mehr öffentlichen Grünflächen an Straßenränder seien gefragt. «Jeder Einzelne kann etwas tun», sagte der BN-Landesbeauftragte Richard Mergner. Indem man etwa im Garten mehr auf Blumenvielfalt setze.

Tipps für insektenfreundliche Umgebung:

Der Bund Naturschutz hat einige Tipps zusammengestellt, wie ihr ein kleines Paradies für Honigsammler schaffen könnt:

Nisthilfen bauen

Um verlorene Plätze zur Eiablage zu ersetzen, könnt ihr mit einfachen und günstigen Mitteln Nisthilfen herstellen. Das geht in verschiedenen Varianten, zum Beispiel:

  • Stapel aus morschen Baumstämmen
  • Abgestorbene Baumstämme, dicke Äste o.ä. aus Hartholz, in die mit einer Bohrmaschine Löcher (Durchmesser 2–10 mm, Tiefe 5–12 cm) gebohrt werden
  • Ziegel aus gebranntem oder luftgetrocknetem Lehm, in die nach hinten geschlossene Löcher von 3–9 mm Durchmesser angebracht werden

Solche Nisthilfen müssen dann möglichst an einem witterungsgeschützten und sonnigen Platz aufgestellt werden.

Zur Pflanzenvielfalt beitragen

  • Auf Pestizide und torfhaltige Blumeneerde verzichten

Garten:

  • Im Rasen Stellen aussparen, die ihr nur zweimal im Jahr mäht, so dass mehr Wildblumen dort blühen können
  • Oder direkt ein Wildblumenbeet aussähen

Balkon/Terrasse:

  • Blumen mit viel Nektar einpflanzen, zum Beispiel Ranken-Glockenblume, Kornblume, Salbei oder Blaukissen

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