01.02.2021 | Haus & Garten Steingärten und Kunstrasen verboten? Das gilt jetzt in Bayern

Kommunen in Bayern dürfen seit dem 1. Februar Steingärten und Kunstrasen verbieten. Das steckt dahinter:

Foto: Adobe Stock / U. J. Alexander

Seit dem 1. Februar 2020 gilt in Bayern eine neue Bauverordnung. Für Aufregung sorgt die Ergänzung im Art. 81 Abs. 1 Nr. 5. Darin ist geregelt, dass Kommunen künftig die Anlage von reinen Steingärten, Schottergärten und Kunstrasen verbieten können. Ein bayernweites Verbot gibt es aber nicht. Der Handlungsspielraum liegt also bei den Städten und Gemeinden. 

Bestandsschutz für bestehende Anlagen

In Erlangen und Würzburg gilt ein solches Verbot schon seit letztem Jahr. Auch andere Bundesländer haben so ein Verbot bereits umgesetzt. Weitere Städte und Kommunen in Bayern werden jetzt sicherlich folgen. 

Bestehende Steingärten, Schottergärten und Kunstrasen haben Bestandsschutz. Die neue Regelung gilt nur für Um- und Neubauten. 

Regelung soll mehr Artenschutz ermöglichen

Die neue Bauverordnung soll den Kommunen mehr Mitspracherecht in der lokalen Gestaltung geben. Viele Menschen schätzen zwar den geringen Pflegeaufwand und das schlichte Design der Steingärten, jedoch geht dies zu Lasten des heimischen Artenschutzes. Pflanzen, Insekten und Vögel benötigen bepflanzte Flächen für ausreichend Lebensraum. Dazu kommt der Klimaaspekt. In dicht besiedelten Wohnregionen können die Temperaturen an heißen Tagen noch weiter steigen, da die Steine sich erhitzen und die Verdunstungsfeuchtigkeit der Pflanzen fehlt. 

Auch der Kunstrasen steht schon lange in der Kritik, da er die Umwelt unnötig mit Mikroplastik belastet.