21.04.2020 | Haus & Garten Typische Gefahrenquellen auf der Baustelle - Tipps zum richtigen Arbeitsschutz

Auf dem Bau zu arbeiten ist nicht ungefährlich: Durchschnittlich 0,7 Arbeitsunfälle passieren auf deutschen Baustellen pro Minute. Der dadurch entstanden Schaden geht nicht nur finanziell in die Milliarden. Auch schwere gesundheitliche Folgen drohen, sofern Gefahrenquellen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Der nachfolgende Beitrag stellt euch die wichtigsten Gefahrenquellen vor und erklärt, wie ihr Unfälle vermeiden könnt.

Auf einer Baustelle kann allerhand passieren - deshalb sollte man auf einige Sachen achten. Z.B.: Wagen und Karren sind möglichst mittig zu beladen, damit transportierte Teile nicht zur Seite kippen oder herunterfallen.

Witterungseinflüsse

Eine Gefahrenquelle, die Bauherren, Arbeiter oder Hausbauer oft vernachlässigen, ist der Witterungseinfluss. Starker Wind, Sonne, Hagel, Regen oder Schneeverwehungen können eure Arbeit erheblich beeinträchtigen. Im Sommer drohen euch schwere Sonnenbrände, wenn ihr den obligatorischen Sonnenschutz vernachlässigt. Im Herbst und Winter erhöhen nasse und rutschige Untergründe die Verletzungsgefahr. Um in diesem Fall abgesichert zu sein, sollten Bauleiter euch bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt unbedingt geeignete Wetterschutzkleidung bereitstellen. Laut Bestimmungen zum gesundheitlichen Arbeitsschutz können dies wärmende Mäntel, Überziehhosen, Handschuhe, festes Schuhwerk sowie Kopf- und Mundschutz sein.

Mitunter kann es sinnvoll sein, aufschiebbare Projekte auf wärmere Jahreszeiten zu verlegen. Denn oftmals erfolgt der geplante Bau zur falschen Jahreszeit. Insbesondere im Winter bei anhaltenden Niederschlägen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Bausubstanzen schimmeln oder Maschinen zu rosten beginnen. Die dadurch entstandenen Schäden können beispielsweise eure Renovierungs- oder Sanierungsarbeiten unnötig verlängern oder erheblich negativ beeinflussen.

Überlastete Kräne, Ketten- und Seilzüge

Kränen und Seilzügen kommt auf Baustellen wortwörtlich eine tragende Rolle zu. Zur Gefahrenquelle erwachsen diese Geräte, wenn ihr sie überlastet oder nicht auf technische Defekte achtet. Auch starke Winde oder unzureichend verdichtete Untergründe begünstigen, dass Kräne kippen oder wichtige Bestandteile wie Tragegurte oder -seile reißen.

Um das Risiko zu minimieren, solltet ihr ausschließlich qualitativ hochwertige, für den Materialtransport ausgelegte Seilwinden und Kettenzüge verwenden, wie sie auch von der transprotec GmbH angeboten werden. Auch die maximale Traglast sollte stets beachtet werden, damit materielle und immaterielle Schäden auf dem Bau nicht entstehen.

Bevor die Arbeiten beginnen, solltet ihr zudem eine ordnungsgemäße Bauprüfung durchführen. Bereits hierbei beobachtbare technische Mängel könnt ihr im Prüfbuch dokumentieren. Damit die für euch tätigen Arbeiter Kräne, Seile und andere Hilfsmittel richtig anwenden, muss zudem eine fundierte Betriebsanleitung vorliegen.

Fehlerhaft montierte oder unzureichend abgesicherte Gerüste

Viele Baubetriebe oder private Heimwerker leiden unter Termindruck und Zeitmangel. Je näher der Termin der Fertigstellung rückt, desto hektischer geht es auf einer Baustelle zu. Insbesondere in Zeitnot passiert es, dass Gerüste für den Hochbau unsachgemäß aufgestellt werden. Beschäftigte, die infolgedessen hinunterfallen, können schwerwiegende Verletzungen davontragen. Allein deshalb gibt es bei tragfähigen Gerüsten besonders viele Vorschriften zu beachten.

Dazu gehört unter anderem, dass ihr das Gerüst vor dessen Benutzung auf Mängel überprüft. Diese Prüfung darf ausschließlich ein dafür zuständiger Sachverständiger vornehmen. Nicht zu vergessen ist hierbei, das Gerüst bei außergewöhnlichen Ereignissen wie Stürmen erneut zu begutachten. Ein bereits geprüftes Gerüst muss mit einer entsprechenden Kennzeichnung versehen sein.

Als Handwerker und Arbeiter könnt ihr zudem selbst einiges tun, um euch nicht zu verletzen. Dazu gehört, das Gerüst nur über sichere Zugänge zu betreten und Mängel sofort zu melden. Auch mögliche Stolperfallen sind im Vorfeld zu beseitigen.

Beim Bauen in Höhenlagen ist es besonders wichtig, Bauteile vor dem Wegrollen oder Herabstürzen abzusichern.

Ohne Schutzhelm arbeiten

Selbst dann, wenn ihr euer eigenes Haus auf einer privaten Baustelle vollständig renoviert, solltet ihr auf mögliche Gefahrenquellen achten. Viele schweren Unfälle passieren auf Baustellen, weil Mitarbeiter oder Gutachter keinen Helm oder Kopfschutz tragen. Zwar besteht grundsätzlich, sofern nicht anderweitig durch den Arbeitgeber festgelegt, keine allgemeine Helmpflicht. Doch insbesondere bei Projekten im Hochbau, in denen Gegenstände herabfallen können, solltet ihr ein Schutzhelm tragen. Dies gilt selbstverständlich auch für alle Tätigkeiten, die ihr auf Gerüsten oder bei Abbrucharbeiten verrichtet.

Elektrische Leitungen

Eine nicht zu unterschätzende Gefahr auf Baustellen geht von elektrischen Leitungen aus. Insbesondere unterirdisch verlaufende Leitungen können, wenn sie bei der Arbeit beschädigt werden, gesundheitlich gefährlich sein. Bereits kleinste Risse an Kabeln können lebensgefährliche Stromschläge verursachen. Deshalb gilt: Beschädigte Kabel gehören nicht notdürftig zusammengebunden, sondern umgehend ausgetauscht. Bei Anlagen auf der Baustelle solltet ihr vorab ermitteln, ob und an welchen Stellen unterirdische Leitungen verlaufen.

Unsachgemäß aufbewahrte Chemikalien

Unfälle mit chemischen Stoffen passieren nicht so selten, wie ihr vielleicht denkt. Selbst scheinbar harmlose Substanzen wie Farben, Öle, Bauschäume oder Desinfektionsmittel können gesundheitsschädlich sein. Oftmals kommt es zu Unfällen, weil die Substanzen falsch aufbewahrt werden. Um auf Baustellen korrekt mit giftigen umzugehen, ist folgende Vorgehensweise anzuraten:

  • Gelagerte Substanzen sollten im Rahmen einer Analyse auf ihre Gefährlichkeit beurteilt werden. Typische Eigenschaften der Stoffe gilt es hierbei einzubeziehen.
  • Als nächstes kann es sinnvoll sein, einen Einlagerungsplan zu erstellen. Dieser zeigt euch auf, an welchem Standort sich die Stoffe und Substanzen befinden.
  • Der nächste Schritt besteht darin, einen geeigneten Lagerort ausfindig zu machen. Flure, Treppen und Aufenthaltsräume sind beispielsweise nicht dafür geeignet, Gefahrenstoffe aufzubewahren.
  • Idealerweise sind gefährliche Stoffe immer in wasser- und brandgeschützten, ausreichend beleuchteten Räumen aufzubewahren. Es ist außerdem wichtig, dass Fluchtwege und Zugänge in diesen Bereichen jederzeit zugänglich sind.

Falls ihr in einer Werkstatt arbeitet, solltet ihr für die Arbeit benötigte Chemikalien in Sicherheitsschränken lagern.

Werkzeuge lassen sich alternativ in abschließbaren Schränken aufbewahren. Dies ist besonders sinnvoll, wenn die Bauarbeiten auf privaten Grundstücken stattfinden und Kinder im Haus sind.

Herumliegende Werkzeuge

Gute Handwerker und Bauarbeiter wissen, dass einmal benutzte Werkzeuge ordnungsgemäß verstaut gehören. Selbst, wenn es sich nur um eine kleine Zange oder einen Schraubenzieher handelt: Während der Bauarbeiten könnt ihr über diese Gegenstände stolpern und euch verletzen. Ihr handelt im Vorfeld richtig, indem ihr aktuell nicht benötigte Werkzeuge korrekt wegpackt. Hierfür bieten sich etwa tragbare Werkzeugboxen mit vielen Fächern an. Mit diesem Hilfsmittel könnt ihr problemlos euren Arbeitsplatz wechseln – wichtige Werkzeuge wie Hammer, Zangen und Schraubendreher habt ihr trotzdem griffbereit. Allerdings solltet ihr es strikt vermeiden, Werkzeugkoffer auf Gerüsten oder anderen hochgelegenen Bereichen abzustellen. Dort können sie herunterfallen und andere Menschen schlimmstenfalls schwer am Kopf oder Körper treffen.