27.11.2018 | Haustiere Wenn es draußen wieder kälter wird: Frieren Hunde im Winter?

Der Herbst 2018 war sehr mild. Temperaturen um die 20 Grad waren vielerorts um diese Jahreszeit ziemlich ungewöhnlich und so haben viele Hundebesitzer die warmen Temperaturen für ausgiebige Spaziergänge genutzt. Und auch die bisher milden Winter-Temperaturen laden noch zu langen Wanderungen ein.

Ab wann ist Hunden eigentlich kalt? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten.
Foto: bella67 / pixabay Ab wann ist Hunden eigentlich kalt? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten.

Doch das Wetter kann sich bald ändern. Dann bestimmen einstellige Temperaturen unseren Alltag. Wir holen unsere Wintermäntel und Mützen aus dem Schrank, damit wir draußen nicht frieren. Und der Hund?

Die Rasse bestimmt das Kälteempfinden

Ab wann ist Hunden eigentlich kalt? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, denn das Fell ist je nach Rasse unterschiedlich beschaffen: ein- oder mehrschichtig, mit kurzen oder langen Haaren. Es überrascht wenig, dass Huskies beispielsweise nicht so schnell kalt wird. Sonst würden sie in ihrer nordischen Heimat kaum überleben können. Je dichter das Fell und je dicker der Hund, desto besser ist der körpereigene Wärmeschutz. Dick sollte dabei natürlich nicht zu dick bedeuten, denn dann wird es wahrscheinlich an Bewegung mangeln und das ist mindestens genauso gefährlich wie Kälte.

Schlanke Hunde haben hingegen keine Unterschicht und wenig Fettreserven, die vor Kälte schützen. Solange sie sich bewegen und herumtollen, besteht wenig Gefahr. Sind sie jedoch stundenlang im Freien und liegen auch mal im Körbchen, kann es problematisch werden. Aber auch ältere Hunde oder solche mit Gelenkproblemen neigen zum Frieren. Dann kann es leicht zu einer Hundeerkältung mit Niesen und Husten kommen. Auch Fieber ist möglich.

Schwerwiegende Krankheiten drohen

Ein Hundemantel aus wetterfestem Material, das auch die Nässe fernhält, oder ein selbstgestrickter Pullover aus wärmender Wolle helfen. Vor allem der Bauch- und Nierenbereich muss geschützt werden. Eine Unterkühlung kann die Organe schädigen. Ohren, Nase und Pfoten sind ebenfalls kälteempfindlich. Mit einer Tierkrankenversicherung kann man sich zwar vor den Kosten einer Behandlung absichern, aber Vorsorge ist immer besser. Hundebekleidung ist also nicht nur ein modisches Accessoire, sondern im Winter durchaus sinnvoll.

Im Winter empfiehlt es sich, die Spaziergänge kürzer zu halten, damit sich Mensch und Tier anschließend aufwärmen können. Also lieber öfter als zu lange raus. Welpen sollte man bei Minusgraden hingegen im Haus lassen. Ihr Körper hat noch keinen eigenen Wärmeschutz entwickelt. Im schlimmsten Fall kommt es bei frierenden Hunden zu einer Hypothermie. Betrifft sie den ganzen Körper, kann sie zum Tod führen.

Den Hund im Winter besonders beobachten

Friert der Hund, lässt sich das daran erkennen, dass er zittert und verkrampft. Die Symptome sind also ähnlich wie bei uns. Zudem ist er dann immer auf der Suche nach Wärme, also beispielsweise besonders kuschelbedürftig. Besonders gefährlich ist es, wenn er draußen nass geworden ist und sich dann zuhause auf den kalten Fliesenboden legt. Dadurch kann es zu einer Lungen- oder Blasenentzündung kommen.

Übrigens: Der Winterdienst sorgt in der kalten Jahreszeit mit Streusalz und Rollsplitt für befahrbare Straßen. Für die Hunde ist ein derart behandelter Untergrund jedoch kein Vergnügen. Daher sind Spaziergänge durch den Wald oder über Feldwege die bessere Wahl, auch wenn dort Schnee liegt. Im Handel gibt es eine Vielzahl an Hundeboots, mit denen die empfindlichen Pfoten vor der Kälte geschützt werden. Allerdings sollte man bei der Winterwanderung darauf achten, dass der Vierbeiner keinen Schnee frisst, denn das kann zu Magen- und Darmproblemen führen. Schonkost kann sie lindern, aber bei längeren Beschwerden muss man mit dem Hund zum Arzt.