10.07.2014 | Haustiere Zwei Herrchen - ein Hund: Dog-Sharing wird vor allem in Städten immer beliebter

Zwei Herrchen - ein Hund: Dog-Sharing wird vor allem in Städten immer beliebter
Ein Hundehalter zeigt in Backnang im Rems-Murr-Kreis die Steuermarke seines Hundes. Foto: Harry Melchert

Leute, die bisher dachten, dass Sie einen Hund nicht mit ihren Arbeitszeiten vereinbaren können, haben jetzt eine neue Möglichkeit gefunden doch noch zu ihrem geliebten Vierbeiner zu kommen - Sie teilen den Hund einfach.

Er sabbert, tappt mit schlammigen Pfoten durch die Wohnung, hat schonmal den Mülleimer ausgeleert und dann darf mal auch noch seine Hinterlassenschaften einsammeln. Aber das schreckt die wenigsten ab. Denn Hunde gehören zu den beliebtesten Haustieren in Deutschland.

Der beste Freund des Menschen

Das ist ja auch kein Wunder. Von kaum einen anderen Geschöpf bekommen wir so ein hohes Maß an bedingungsloser Liebe. Er begrüßt uns stets freudig, versteht es, uns aufzumuntern, hält uns fit und aktiv und obendrein ist er auch noch eine prima Flirthilfe und Vermittler in einem. Hunde sind prima!

Den ganzen Tag allein lassen?

Doch so ein Tier braucht auch viel Aufmerksamkeit. Schließlich liebt er sein Rudel. Ihn den halben Tag (oder noch länger) allein zu lassen ist nicht wirklich artgerecht. Und eben weil viele Menschen, die eigentlich gern einen Hund hätten, diese Vierbeiner so lieben, lassen sie es bleiben. Wenn man keine Zeit hat, kann halt auch kein Hund ins eigene Leben. Wie traurig!

Dog-Sharing

Doch damit sind Sie nicht allein. Es gibt ja zig berufstätige Menschen, die diesen Wunsch mit Ihnen teilen. Warum dann nicht einfach den Hund teilen? Wie eine kleine Patchworkfamilie aus drei Komponenten. Sie, das Zweitherrchen oder -Frauchen und der Hund. Wenn Sie zum Beispiel klassisch von neun bis 17, 18 Uhr im Büro sitzen und der Teilpartner Nachtschichten arbeitet oder gerade studiert oder... dann wäre der Hund rund um die Uhr versorgt. Und sowohl Sie als auch Ihr "Mitherrchen" kämen zum geliebten Haustier. Dabei gibt es jedoch einige Dinge zu beachten. Welche das sind, lesen Sie hier.

Nützliche Links

Wenn Sie einen Partner zum Dog-Sharing suchen, können Sie sich in einschlägigen Foren umhören (zum Beispiel hunde-aktuell.de, forum-haustiere.de, quoka.de...) oder - und das ist vielleicht sogar geschickter - Sie hängen Plakate in Ihrer Nachbarschaft auf. Das hat dann den Vorteil, dass der Hund nicht aus seiner gewohnten Umgebung gerissen wird und Sie kurze Wege haben, um das Tier abzuholen und zurückzubringen.

Umstrittene Praxis

Übrigens findet nicht jeder, dass Dog-Sharing eine so gute Idee ist. Der ständige Wechsel von einem Besitzer zum anderen soll für das Tier nicht optimal sein. Dabei muss man sagen, dass der Hund in einer größeren Familie ja gar keine Wahl hat... Und außerdem: Wenn das Tier aus Zeitmangel in ein Tierheim abgeschoben oder vernachlässigt wird, wäre das wohl um einiges tragischer für den Hund als eine 24-h-Betreuung...

Das sollten Sie beim Dog-Sharing beachten

  • Partner: Ideal ist es natürlich wenn Sie das Zeitherrchen oder Frauchen schon kennen und ihm oder ihr vertrauen. Bei fremden Menschen: Schauen Sie ob Sie sich verstehen und die Chemie stimmt. Im Prinzip muss der Teilpartner absolut freundschaftstauglich sein.

  • Der Hund: Verschiedene Rassen haben verschiedene Wesen. Mache sind eher wild und nicht ganz so leicht zu bändigen wie ruhigere Hunde. Auch das Bedürfnis nach Auslauf und Aufmerksamkeit kann sehr unterschiedlich sein. Informieren Sie sich vorher gut und tauschen Sie sich auch mit dem Zeitherrchen aus.

  • Besitzer: Aus juristischen Gründen sollte der Hund nur einer Person gehören. Falls es einmal zu einem Rechtsstreit kommen sollte (falls Bello zum Beispiel mal ein Huhn zu Chicken Nuggets verarbeitet), ist das günstiger.

  • Dreiergespann: Genau so gut, wie Sie sich mit Ihrem Teil-Partner verstehen, sollten auch Hund und Mensch harmonieren. Für den Hund ist es aber kein Problem zwei Herrchen oder Frauchen zu haben. Hauptsache die Chemie stimmt.

  • Regeln: Besprechen Sie, was Ihnen bei der Erziehung wichtig ist. In diesem Punkt müssen Sie identisch handeln. Sonst ist das arme Tier verwirrt und hört letztlich auf gar kein Kommando.

  • Versicherung: Schließen Sie eine Tierhaftpflichversicherung ab und holen Sie sich bei der Versicherung eine Erlaubnis für das Dog-Sharing.