31.07.2018 | Job & Berufsleben Auch bald in Bayern? In diesen Bundesländern ist die Kita jetzt kostenlos

Einige Bundesländer bieten Eltern ab dem 1. August kostenlose Kita-Plätze an. Bayern ist (noch) nicht dabei. Einige Parteien machen jetzt allerdings Druck.

Foto: dpa

Es ist DAS Aufregerthema mitten im Sommerloch. Gleich mehrere Bundesländer schaffen die Kita-Gebühren teilweise oder sogar komplett ab. Ganz vorne dabei ist Berlin. Berliner Eltern müssen künftig für die Betreuung ihrer Kinder in Kitas oder bei Tagesmüttern künftig generell keine Gebühren mehr zahlen. Ab 1. August kostet die Kinderbetreuung auch für Kinder unter einem Jahr nichts mehr. Die anderen fünf Jahre vor Schulbeginn waren schon seit 2007 schrittweise beitragsfrei gestellt worden. Das Essen für die Kinder müssen die Eltern weiterhin finanzieren. Außerdem wird ab dem 1. September die Höhe der Zuzahlungen für Zusatzangebote wie zum Beispiel Musik- und Sprachunterricht oder auch Sport gedeckelt. Die Obergrenze soll bei 90 Euro liegen. 

Auch Hessen und Niedersachsen ziehen mit 

Ab 1. August führen auch Hessen und Niedersachsen eine kostenlose Kinderbetreuung ein, allerdings ist es zeitlich begrenzt: Ohne Gebühren können Eltern ihre Kinder drei Jahre vor Schulantritt und sechs Stunden pro Tag in eine Einrichtung bringen.

Das ändert sich ab dem 1. August:

  • <p>Diese Änderungen kommen im August auf uns zu:&nbsp;</p>

    Diese Änderungen kommen im August auf uns zu: 

Keine Kita-Gebühren mehr in Bayern? 

Der Schrei nach kostenlosen Kita-Plätzen in Bayern wird auf Grund der aktuellen Lage immer lauter. So fordert SPD Chefin Natascha Kohnen im ANTENNE BAYERN Interview:

Ich halte das für unverantwortlich. Das reiche, wohlhabende Bayern investiert weniger Geld in die Zukunft unserer Kinder als andere Länder. Und wir können da doch viel, viel mehr tun. Die Kita-Gebühren schaffen doch große Ungerechtigkeiten, auch weil die Höhe eben von Ort zu Ort völlig unterschiedlich ist. In einer städtischen Kita in Bayreuth sind es 187 Euro, in Regensburg dagegen 420 Euro. Und die Abschaffung, das ist doch wirklich der richtige Schritt.

Auch der Chef der Freien Wähler, Hubert Aiwanger bezieht klar Stellung zum Thema Kita-Gebühren:

„Wir sehen, dass es für die Eltern vielfach eine unzumutbare finanzielle Belastung ist, hier hunderte von Euro pro Monat – in München haben wir ja schnell 500 bis 1000 Euro pro Monat – für einen Kitaplatz zu berappen. Das ist einfach für die Eltern zu viel – und Bayern muss hier endlich handeln.“

Regierung sieht keinen Bedarf

Kostenlose Kitas wird es in Bayern auch künftig nicht geben, betonte dagegen die Staatsregierung. Man wolle kein Betreuungsmodell herausgreifen und einseitig unterstützen, so die Begründung. Außerdem hätten Ausbau und Qualität der KiTas Priorität, heißt es aus dem Ministerium. Und das würden auch die meisten Eltern so sehen. Wenn Eltern die KiTa-Kosten finanziell nicht stemmen können, können sie einen Antrag stellen, dann springt die wirtschaftliche Jugendhilfe ein. Sie übernimmt die Kosten teilweise oder sogar ganz. Und dann führt das Ministerium noch das sogenannte Familiengeld an. Das gibt es in Bayern ja ab September. Davon würden Eltern von ein und zweijährigen Kindern profitieren - egal, für welche Betreuungsart sie sich entscheiden.

Das Interview mit Sozialministerin Kerstin Schreyer zum Nachhören:

Sie benötigen Javascript um die Audio-Datei abspielen zu können.Lade Player…

Sie benötigen Javascript um die Audio-Datei abspielen zu können.Lade Player…

Sie benötigen Javascript um die Audio-Datei abspielen zu können.Lade Player…