10.02.2021 | Job & Berufsleben Home-Office: Arbeitnehmer-Überwachung in Zeiten von Corona

Bereits im vergangenen Jahr haben zahlreiche Arbeitnehmer im Home-Office gearbeitet. So sollte eine Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 vermieden werden.

Viele Unternehmen schicken ihre Arbeitnehmer ins Home-Office. So sinken zwar die Infektionszahlen – gleichzeitig nimmt die Überwachung der Mitarbeiter zu.

Auch 2021 sind viele Beschäftige wieder zu Hause und arbeiten von dort aus, anstatt ins Büro zu fahren. Aus pandemiebedingter Sicht ist das sinnvoll. Doch viele Arbeitgeber stellt diese Methode vor ein Problem: Wie stellen sie fest, ob Mitarbeiter wirklich arbeiten oder die Arbeitszeit stattdessen mit privaten Dingen verbringen? Hierzu gibt es verschiedene Überwachungsmöglichkeiten. Wo die Grenzen liegen und worauf ihr als Arbeitgeber achten müsst, erklärt unser Beitrag.

Voraussetzungen, die eine Überwachung rechtfertigen

Bei den Bund-Länder-Beratungen Ende Januar war das Thema Home-Office eines der brisantesten. Alle Ministerpräsidenten und Ministerpräsidentinnen appellierten an die Arbeitgeber, Home-Office für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ermöglichen. Arbeitgeber sehen hier oft ein Problem: Wie soll sichergestellt werden, dass die Arbeitnehmer auch wirklich arbeiten? Verschiedene Überwachungsmöglichkeiten bieten sich an, doch es ist Vorsicht geboten. So ist es beispielsweise nicht einfach so möglich, die Mitarbeiter per Kamera oder gar durch einen Privatdetektiv überwachen zu lassen. Grundsätzlich ist beides natürlich möglich. Die Lentz Detektei Augsburg bietet genau das an: Sie überwacht für Kunden aus der Wirtschaft Mitarbeiter, bei denen ein Verdacht einer Straftat vorliegt. Achtet bei der Auswahl einer Detektei auf die ‚Detektiv Norm‘ DIN SPEC 33452. Solche Detekteien sind besonders qualifiziert und haben ihre Seriosität unter Beweis gestellt.

Doch genau darauf müsst ihr achten, wenn ihr eure Mitarbeiter in ihrer Privatwohnung überwachen lassen wollt: Die heimische Wohnung ist laut Artikel 13 des Grundgesetzes ein besonders geschützter Bereich. Eine dauerhafte Beschattung greift diesen geschützten Bereich an und ist daher nur in Ausnahmefällen zulässig. Wichtige Voraussetzungen für den Einsatz von Detektiven und anderen Überwachungsmaßnahmen sind:

  • konkreter Verdacht auf betriebsschädigendes Verhalten oder eine Straftat
  • nur kurzfristige Überwachung, um den Verdacht zu bestätigen oder zu entkräften
  • private E-Mails, Websites und ähnliches dürfen nicht inhaltlich überwacht werden
  • in der Regel ist die schriftliche Einwilligung des Mitarbeiters in die Überwachung notwendig

Diese Regeln beziehen sich auch auf Überwachung durch Software, die beispielsweise die Login-Aktivitäten prüft.

Eine Überwachung des Computers im Home-Office ist nur bis zu einem gewissen Grad erlaubt. Private Daten sind streng geschützt.

Login-Daten prüfen

Eine klassische Möglichkeit, mit der ihr überprüfen könnt, ob eure Mitarbeiter tatsächlich zu den vereinbarten Zeiten arbeiten, sind Programme, die ein Aktivitätenprotokoll erstellen. Sie prüfen die Zeiten, zu denen Mitarbeiter sich in ihr Profil eingeloggt haben und wie viel Zeit sie auf Firmen-Seiten verbracht haben. So lässt sich ohne wenig Aufwand herausfinden, ob ein Arbeitnehmer tatsächlich die Arbeitszeit auf den entsprechenden Webseiten verbracht hat. Hier ist sogar eine inhaltliche Prüfung möglich. Natürlich sind auch Arbeitsergebnisse Zeuge davon, dass ein Mitarbeiter wirklich gearbeitet hat.

Was ist nicht erlaubt?

E-Mails vom privaten Account, privat besuchte Seiten im Internet oder andere Privatprogramme, die der Mitarbeiter am heimischen PC nutzt, sind geschützt. Sie dürfen nicht ausgelesen oder verarbeitet werden. Arbeitgeber können dieses Problem zumindest teilweise umgehen, indem sie ihren Mitarbeitern Notebooks oder Computer zur Verfügung stellen, die ausschließlich für die Arbeit genutzt werden dürfen. Ist bereits im Arbeitsvertrag festgelegt, dass der Mitarbeiter während der Arbeit keine privaten Chats, E-Mails oder Internetseiten nutzen darf, darf der Arbeitgeber die Einhaltung dieser Regeln auch im Home-Office überwachen. Dies hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in einem Urteil vom 12. Januar 2016 festgelegt.

Kamera- und andere direkte Überwachung

Grundsätzlich gibt es zwei Varianten von Kameraüberwachung: Die verdeckte und die offene Überwachung. Eine offene Kameraüberwachung kommt beispielsweise im Einzelhandel immer wieder vor. Hier werden nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefilmt, sondern auch und vor allem die Kundinnen und Kunden. Hier liegt ein legitimer Zweck vor, denn der Arbeitgeber möchte sich vor Diebstahl schützen. Es ist nicht erlaubt, Mitarbeiterinnen einfach so offen zu filmen, um sie beispielsweise unter Druck zu setzen.

Eine verdeckte Überwachung hingegen ist wiederum nur mit einem begründeten Verdacht auf eine Straftat erlaubt. Denn als Arbeitgeber greift ihr hiermit stark in die Persönlichkeitsrechte der Mitarbeiter ein. Außerdem darf kein milderes Mittel zur Verfügung stehen. Rechtlich ist die verdeckte Kameraüberwachung also mit Vorsicht zu genießen.

Was ist nicht erlaubt?

Gerade bei der Kameraüberwachung ist der Schutz der Privatwohnung wichtig. Denn es ist nicht zulässig, Bilder oder Videos von der Privatwohnung eines Mitarbeiters anzufertigen, wenn er dem nicht zugestimmt hat. Im Verdacht auf eine Straftat ist es hier besser, auf einen Privatermittler zurückzugreifen. Auch eine Überwachung per GPS ist übrigens nicht erlaubt, sofern der Mitarbeiter nicht sein Einverständnis gegeben hat.

Ob mit einer Kamera, per GPS oder durch einen Detektiv: Eine Überwachung von Mitarbeitern im Home-Office ist nur innerhalb enger Grenzen möglich.

Einen Detektiv einschalten – nur im konkreten Verdachtsfall

Privatdetektive ermöglichen es Arbeitgebern, ihre Mitarbeiter unauffällig beschatten zu lassen. Dabei ist es wichtig, bereits bei Auftragserteilung einige Dinge zu beachten. Zunächst muss ein konkreter Verdacht auf strafbares Verhalten vorliegen. Ein Detektiv darf nicht nur ausspähen, ob der Mitarbeiter während der Arbeitszeit den Arbeitsplatz nicht verlässt.

Immer wieder führen Detektive sogenannte „Ehrlichkeitskontrollen“ durch. Bei diesen wird überprüft, ob der Mitarbeiter sich den Regeln seines Vertrages entsprechend verhält. Auch hier gilt aber: Dies ist nur erlaubt, wenn es keine andere Möglichkeit für eine Kontrolle gibt.

Hast du als Arbeitnehmer einen konkreten Verdacht, dass dein Mitarbeiter seinen Arbeitsvertrag verletzt oder eine Straftat ausübt, kannst du eine Detektei beauftragen. Diese kann deinen Mitarbeiter für eine gewisse Zeit beschatten und herausfinden, ob dein Verdacht Bestand hat. Dabei ist es meist nicht notwendig, Bild- oder Tonaufnahmen anzufertigen. Ein Gedächtnisprotokoll reicht vor Gericht oft aus. Eine seriöse Detektei wird dich vorab über die Möglichkeiten aufklären und selbst keine illegalen Handlungen vornehmen.

Wichtig: Betriebsrat und Datenschutz beachten!

Die Überwachung von Mitarbeitern im Home-Office ist eine Gratwanderung. Oft kommt es auf kleine Details an, die zu großen Problemen führen können. Und insgesamt sollten Arbeitgeber dem Home-Office durchaus positiv gegenüberstehen: Nicht nur sinken die Corona-Fallzahlen drastisch, wenn mehr Menschen von zu Hause aus arbeiten. Oft ist es zudem so, dass die Mitarbeiter produktiver sind und mehr Arbeit in kürzerer Zeit schaffen.

Bei einer Überwachung der Mitarbeiter ist generell das europäische Datenschutzrecht zu beachten. So ist die Datenverarbeitung nur bis zu einem gewissen Grad erlaubt und die Mitarbeiter müssen über die Art der Datenerhebung und -verarbeitung informiert werden. Außerdem musst du als Arbeitgeber den Betriebsrat über mögliche Überwachungen informieren. Dieser kann bei Bedarf ein Veto einlegen. Nicht zuletzt deshalb solltest du vorsichtig sein und versuchen, deine Mitarbeiter nur so viel wie absolut nötig zu überwachen.