19.10.2018 | Job & Berufsleben Krankgeschrieben: Was darf ich und was nicht? Dazu die lustigsten Urteile zum Thema

Darf ich trotz einer Krankschreibung einkaufen gehen, in den Sport oder gar ins Kino? Wir sagen was erlaubt ist und was ihr besser nicht machen solltet.

Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Wenn einen eine schwere Erkältung heimsucht, kommen nur die Wenigsten auf den Gedanken das Bett zu verlassen. Doch was darf ich trotz einer Krankschreibung machen, wenn es mir zum Beispiel schon etwas besser geht? Das gute vorneweg: Eine Krankschreibung ist auf keinen Fall mit Hausarrest gleichbedeutend.

Generell ist eine Krankschreibung selbstverständlich dafür gedacht, dass der Arbeitnehmer seine Krankheit auskuriert. Deshalb muss er dafür sorgen, dass sich seine Gesundheit verbessert und, dass er nichts unternimmt, was die Heilung behindert. 

Das bedeutet aber nicht, dass wir ans Bett gefesselt sind. Was erlaubt ist und was man besser nicht machen sollte, hängt immer von der Krankheit ab.

Krankgeschrieben Autofahren, Einkaufen, in die Kneipe?

Bei einer starken Erkältung ist prinzipiell erst einmal Bettruhe angesagt und den Meisten ist auch nicht nach großen Ausflügen. Doch sogenannte Versorgungsgänge wie Einkaufen im Supermarkt, ein Gang zur Post oder Apotheke sind immer erlaubt

Dafür darf auch das Auto benutzt werden. Dabei nur auf die Verkehrssicherheit achten: Bei starkem Fieber lasst ihr euch etwa besser fahren.

Doch nun kommt die Krux: Oft fühlt man sich bei Erkältungen nach ein bis zwei Tagen besser, die Krankschreibung dauert aber noch an. Auch wenn ihr euch dann zu Hause langweilt ist Vorsicht geboten, denn: Die längere Krankschreibung hat den Sinn, dass sie die Krankheit komplett auskurieren können.

Falls ihr zu früh wieder außer Haus aktiv werdet, kann das zu einem Rückfall führen und ist somit ganz und gar nicht heilungsfördernd. Die Kneipe, gerade in Verbindung mit Alkohol, ist also keine gute Idee. Ins Kino gehen oder ein Restaurantbesuch kann aber völlig in Ordnung sein. Nur solltet ihr euch nicht überanstrengen.

Krankgeschrieben spazieren gehen und Sport treiben?

Generell bestimmt aber die Krankheit was erlaubt ist. So kann Spazierengehen sogar sehr heilungsfördernd sein, falls ihr etwa Beschwerden mit den Atemwegen habt. 

Genauso hilft es Menschen mit psychischen Problemen, wie etwa einem Burn-Out, das Haus zu verlassen. Hier wird Ausgehen und auch Sport in den meisten Fällen sogar empfohlen.

Ebenso sieht es bei Krankschreibungen wegen physischer Probleme aus: Wegen eines Bandscheibenvorfall könnt ihr sicher nicht an den Schreibtisch. Ein Besuch bei der Eisdiele schadet aber oft nicht.

Wichtig: Rücksprache halten

Prinzipiell solltet ihr mit ihrem Arzt sprechen, welche Aktivitäten helfen und welche schaden. So seid ihr fast immer auf der sicheren Seite.

Generell gilt aber auch: Termine, die nicht zwingend sein müssen, wie etwa ein Friseurbesuch, sollte man besser verschieben. Auch wenn ihr rechtlich oftmals schwer angreifbar seid: Es sorgt sicher nicht für die beste Stimmung mit eurem Chef, falls dieser zufällig im Friseur-Salon neben euch sitzt.

Darf ich trotz Krankschreibung arbeiten gehen?

Die klare Antwort auf diese Frage ist: Ja! Ein gelber Schein vom Arzt ist kein Arbeitsverbot. Auch der Versicherungsschutz ist trotz Krankschreibung gegeben.

Vorsicht ist aber bei Nebenjobs geboten: Falls ihr in eurem Hauptberuf krankgeschrieben seid, solltet ihr die freie Zeit etwa nicht für euren 450-Euro-Job nutzen. Da euch euer Lohn weiter bezahlt wird, würde es sich dabei um Betrug handeln.