24.10.2019 | Job & Berufsleben Mindestlohn für Azubis beschlossen: So viel sollen Lehrlinge künftig verdienen

Zehntausende Auszubildende sollen künftig besser bezahlt werden. Der Bundestag hat beschlossen, dass im nächsten Jahr ein Azubi-Mindestlohn eingeführt wird.

Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa

Auszubildende im ersten Lehrjahr sollen dann mindestens 515 Euro im Monat bekommen. Der Betrag wird in den folgenden Jahren schrittweise weiter erhöht auf bis zu 620 Euro monatlich im ersten Lehrjahr. Auch im zweiten und dritten Ausbildungsjahr gibt es mehr. Ab 2024 soll der Azubi-Mindestlohn dann automatisch mit der Entwicklung der Lehrlingsgehälter steigen. Das sind die beschlossenen Mindestvergütungen in der Übersicht:

Das sind die Azubi-Mindestlöhne ab 2020

Mindestlöhne gerundet, berechnet auf Basis der Gesetzesangaben
Ziel des neuen Gesetzes: Berufsausbildung stärken

Die Bundesregierung will mit ihrem Gesetz die Berufsausbildung attraktiver machen und Abbrecherzahlen in der Ausbildung verringern. Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte im Bundestag, die duale Ausbildung sei neben „Made in Germany“ ein Markenzeichen Deutschlands. Erfolg sei aber kein Selbstläufer, sagte sie mit Verweis auf nicht besetzte Lehrstellen.

So viele Azubis sollen von neuem Gesetz profitieren

Von der geplanten Mindestvergütung könnten langfristig rechnerisch rund 115.000 junge Menschen profitieren. So viele Azubis verdienten jedenfalls nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit Ende 2017 weniger als 500 Euro im Monat, viele davon sogar weniger als 400 Euro.

In bestimmten Berufen, wie dem Friseurhandwerk und vor allem im Osten bekommen Azubis bisher besonders wenig Geld. Ausnahmen von der Mindestvergütung sind künftig dennoch möglich, wenn Arbeitgeber und Gewerkschaften für einzelne Branchen eigene Vereinbarungen treffen. Der Bundesrat muss der Reform noch zustimmen.