26.07.2019 | Job & Berufsleben Neue Studie zu Azubi-Gehältern: In diesen Berufen verdient ihr am meisten

Die Unterschiede bei der tarifliche Bezahlung von Azubis sind in Deutschland nach wie vor erheblich. Dabei hängt der Verdienst nicht nur von der Branche, sondern auch von der Region ab, in der der Lehrling arbeitet. Wir zeigen euch, in welchen Lehrberufen ihr in Bayern wie viel verdient.

Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hat eine neue Auswertung zu Azubi-Gehältern veröffentlicht. 

Die Studie enthält aktuelle tarifliche Ausbildungsvergütungen. Bundesweit reicht die Spannbreite der Bezahlung im ersten Ausbildungsjahr von 325 Euro pro Monat im Friseurhandwerk in Brandenburg bis zu 1037 Euro pro Monat in der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg. In folgender Übersicht haben wir aus der WSI-Auswertung die Zahlen für Bayern herausgefiltert.

Daten: Auswertung Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI)

Anhand des Tarifarchivs zeigt sich, dass im Pflege-Sektor des Öffentlichen Diensts im ersten Ausbildungsjahr am meisten zu holen ist: 1.141 Euro. Wer in der Privatwirtschaft einen Ausbildungsplatz anstrebt, darf zum Start der Lehre in der Metall- und Elektroindustrie mit der höchsten Vergütung rechnen: 1.035 Euro. Aber auch im Bank- und Versicherungsgewerbe, der Druckindustrie, der chemischen Industrie und bei der Deutschen Bahn können Auszubildende schon im ersten Ausbildungsjahr mit monatlichen Beträgen über 900 Euro rechnen. 

Auch das Bauhauptgewerbe lohnt sich: Hier folgt nach einem eher durchschnittlichen Einstieg in Sachen Azubi-Gehalt bereits im zweiten Lehrjahr ein deutlicher Sprung, im dritten Ausbildungsjahr sind Lehrlinge in dieser Sparte sogar verdienstmäßig ganz vorne (1.410 Euro). Am geringsten sind dagegen die Verdienste für Berufsstarter in der Landwirtschaft, mit 580 bzw. 630 Euro.

Ab 2020 bekommen Azubis mindestens 515 Euro

In Bayern liegen alle Tarifbranchen bei den Vergütungen für Auszubildende bereits heute oberhalb der ab 2020 geplanten Mindestausbildungsvergütung von 515 Euro im Monat. Ein Problem seien jedoch viele nicht-tarifgebundene Unternehmen, die ihre Auszubildenden mitunter immer noch deutlich schlechter bezahlten, betonte der Leiter des Tarifarchivs Thorsten Schulten.