09.01.2019 | Job & Berufsleben Schneefrei für Schüler: Wann darf ich auch als Arbeitnehmer zu Hause bleiben?

Aufgrund des Schneechaos in Bayern bleiben viele Schulen geschlossen. Großartige Nachrichten für Schüler - Katastrophe für berufstätige Eltern! Schneefrei, Krankheit oder Unlust - Wann darf ich als Arbeitnehmer zuhause bleiben?

Foto: EPA/LAURENT GILLIERON

Heftige Schneefälle, Glätte, gesperrte Straßen oder Ausfälle bei Bus- und Zugverkehr - Die momentane Wetterlage macht es vielen Berufstätigen fast unmöglich, zur Arbeit zu kommen. Was muss ich aus rechtlicher Sicht beachten?

Darf ich als Arbeitnehmer bei starkem Schneefall zuhause bleiben?

Vom Arbeitnehmer wird erwartet, dass sie auch bei schwierigen Wetterbedingungen rechtzeitig zum Arbeitsplatz gelangen. Nur wenn auf dem Weg zur Arbeit tatsächlich eine reale Gefahr besteht, dürfen sie zuhause bleiben. Sollte man eingeschneit sein, muss man auf jeden Fall Rücksprache mit dem Chef halten.

Dürfen Eltern zuhause bleiben, wenn ihr Kind schneefrei hat?

Gibt es in den Schulen Schneefrei, ist das kein Grund für Eltern, nicht zur Arbeit zu gehen.  Können Eltern wegen des kurzfristigen Schneefreis keine Betreuung für ihr Kind organisieren, kann ein Elternteil das Leistungsverweigerungsrecht in Anspruch nehmen und zuhause bleiben. Das gilt jedoch nur für kleinere Kinder.

Was wenn ich aufgrund der Wetterlage zu spät zur Arbeit komme?

Hier sollte man den Arbeitgeber möglichst früh informieren, wenn man nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen kann. Der Chef kann sich dann entsprechend einrichten. Eine Abmahnung rechtfertigt die Verspätung aber nicht. Falls der Arbeitnehmer aber öfter zu spät, könnte das Konsequenzen haben. Schlechte Witterung ist keine gute Ausrede, wenn alle anderen Mitarbeiter trotzdem pünktlich sind.

Muss ich zur Arbeit, wenn das Wetter die Produktion lahmlegt?

Ja - aber wenn Schnee und Eis neben dem Arbeitsweg auch die Abläufe in der Firma selbst behindern - zum Beispiel weil eine Anlage durch die kalte Außentemperatur nicht funktioniert, dann steht die Produktion unter Umständen still. Hierbei trägt aber der Arbeitgeber das Risiko. Der Lohn muss voll gezahlt werden, auch wenn nicht gearbeitet werden kann. Ausnahme: Der Arbeitgeber beantragt Kurzarbeit wie auf dem Bau. Die Bundesagentur für Arbeit springt dann unter Umständen mit Zahlungen ein. Eine weitere Pflicht des Arbeitgebers bei extremen Wetterlagen: Er muss auf die Mindesttemperatur in den Arbeitsräumen achten. Die sollte in Büroräumen um die 20 Grad liegen, heißt es von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.