27.09.2018 | Job & Berufsleben Studie: Viele Kollegen erhöhen das Scheidungsrisiko - verführerische Jobs:

Je größer das Angebot, desto größer ist offenbar die Versuchung. Wer am Arbeitsplatz mit vielen Kollegen des anderen Geschlechts zusammenarbeitet, lässt sich eher scheiden. Das haben Forscher der Uni Stockholm herausgefunden.

Gelegenheit macht Liebe

Wer am Arbeitsplatz mit vielen Kollegen des anderen Geschlechts zusammenarbeitet, lässt sich eher scheiden. Das berichten Forscher der Universität Stockholm. In besonderem Maße gelte das für gut ausgebildete Männer. Hoch qualifizierte Frauen seien hingegen weniger empfänglich für einen Partnerwechsel im Kollegenkreis. 

Barkeeper anfälliger als Bibliothekare

Die Auswertung zeigte, dass das Scheidungsrisiko in jenen Beschäftigungsfeldern besonders hoch ist, wo besonders viele potenzielle neue Partner verfügbar sind. So war die Scheidungsrate für Männer und Frauen im Gaststättenbereich höher als im Bibliothekswesen oder in der Landwirtschaft.

Ein Grund könne sein, dass in einem größeren Kollegenkreis die Chancen einfach größer sind, einen neuen Partner zu finden, so die Forscher. Andere Einflussfaktoren seien aber ebenfalls denkbar, schränken die Forscher ein. So könnten in Bibliotheken etwa ganz andere Persönlichkeitstypen arbeiten als im Gaststättengewerbe.

Später geschlossene Ehen halten länger

Unabhängig vom Beruf konnten die Wissenschaftler feststellen, dass ein höheres Alter bei der Eheschließung erfolgversprechender für eine lange Ehe ist: Paare, die sich das Ja-Wort gaben, als sie älter als 40 Jahre alt waren, haben ein um 40 Prozent geringeres Scheidungsrisiko, als Paare, die zwischen 18 und 22 Jahren waren. 

So wurde die Studie ausgewertet:

Grundlage der Untersuchung waren die sehr umfangreichen, statistischen Register-Daten der dänischen Bevölkerung. Caroline Uggla und Gunnar Andersson von der Stockholmer Uni werteten Angaben von Männern und Frauen aus, die zwischen 1981 und 2002 geheiratet hatten. Sie bezogen zahlreiche Faktoren in ihre Analyse ein, etwa wann jemand geheiratet hatte, wie lange die Ehe hielt, welche Ausbildung jemand abgeschlossen und wo er oder sie gearbeitet hatte. Auch Angaben zum Geschlechterverhältnis in verschiedenen Beschäftigungsbereichen flossen in die Untersuchung ein.

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