09.02.2020 | Job & Berufsleben Bayern hat schulfrei: Dürfen Arbeitnehmer zuhause bleiben? Muss mein Kind in die Kita?

Aufgrund des Sturms bleiben die Schulen am Montag geschlossen. Was die Schüler freut, wird zum Problem für berufstätige Eltern! Wann darf ich als Arbeitnehmer zuhause bleiben? Muss mein Kind in die Kita? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Foto: Uwe Zucchi/dpa

Durch den Sturm Sabine fällt in Bayerns die Schule aus. Wir beantworten die wichtigsten Fragen: 

+++ Hier geht es zu den aktuellen Schulausfällen +++

Darf ich als Arbeitnehmer zuhause bleiben?

Vom Arbeitnehmer wird erwartet, dass sie auch bei schwierigen Wetterbedingungen rechtzeitig zum Arbeitsplatz gelangen. Nur wenn auf dem Weg zur Arbeit tatsächlich eine reale Gefahr besteht, dürfen sie zuhause bleiben. Unbedingt telefonische Rücksprache mit dem Chef halten! 

Dürfen Eltern zuhause bleiben, wenn ihr Kind Sturmfrei hat?

Gibt es in den Schulen sturmfrei, ist das arbeitsrechtlich kein Grund für Eltern, nicht zur Arbeit zu gehen.  Können Eltern wegen der kurzfristigen Schulabsage keine Betreuung für ihr Kind organisieren, ruft euren Chef an und sprecht es mit ihm ab. Denn anders als bei Notfällen, wie der Krankheit vom Kind, ist der Sturm keine Notsituation im Sinne des Gesetzes. 

Muss ich mein Kind in die Schule oder KiTa schicken, wenn ich es zu unsicher finde? 

Wenn ihr euch unsicher seid und kein Schulausfall für eure Schule gemeldet wurde, könnt ihr eure Kinder zuhause lassen. Da wird es laut Kultusminister Piazolo sicher keine Konsequenzen geben. "Im Zweifelsfall, wenn die Eltern sich Sorgen machen, ist Vorsicht immer besser" - Kultusminister Piazolo im ANTENNE BAYERN-Interview. Für die Kitas gilt keine Besuchspflicht. Da können Eltern immer selbst entscheiden ob das Kind zuhause bleibt oder nicht.  Fragt bei der Kita nach, ob sie geöffnet ist.

Was wenn ich aufgrund der Wetterlage zu spät zur Arbeit komme?

Hier sollte man den Arbeitgeber möglichst früh informieren, wenn man nicht pünktlich zur Arbeit erscheinen kann. Der Chef kann sich dann entsprechend einrichten. Eine Abmahnung rechtfertigt die Verspätung aber nicht. Falls der Arbeitnehmer aber öfter zu spät, könnte das Konsequenzen haben. Schlechte Witterung ist keine gute Ausrede, wenn alle anderen Mitarbeiter trotzdem pünktlich sind.

Muss ich zur Arbeit, wenn das Wetter die Produktion lahmlegt?

Ja - aber wenn Schnee und Eis neben dem Arbeitsweg auch die Abläufe in der Firma selbst behindern - zum Beispiel weil eine Anlage durch die kalte Außentemperatur nicht funktioniert, dann steht die Produktion unter Umständen still. Hierbei trägt aber der Arbeitgeber das Risiko. Der Lohn muss voll gezahlt werden, auch wenn nicht gearbeitet werden kann. Ausnahme: Der Arbeitgeber beantragt Kurzarbeit wie auf dem Bau. Die Bundesagentur für Arbeit springt dann unter Umständen mit Zahlungen ein. Eine weitere Pflicht des Arbeitgebers bei extremen Wetterlagen: Er muss auf die Mindesttemperatur in den Arbeitsräumen achten. Die sollte in Büroräumen um die 20 Grad liegen, heißt es von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft.