21.12.2016 | Job & Berufsleben Urteil: Wer sich auf Weg zur Arbeit verfährt, hat keinen Versicherungsschutz bei Unfall

​Wer sich auf dem Weg zur Arbeit verfährt, ist nicht mehr von der gesetzlichen Unfallversicherung geschützt. Dieses Urteil hat das Bundessozialgericht jetzt gefällt. Aber bei welchen Umwegen greift die Versicherung noch?

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    Wer auf dem Weg zur Arbeit einen Umweg fährt, kann seinen gesetzlichen Unfallversicherungsschutz verlieren. Zum Beispiel, wenn er oder sie sich verfährt. Es gibt aber auch Fälle, in denen Versicherte Ihren Schutz nicht verlieren, wenn Sie auf dem Arbeitsweg einen Umweg nehmen.

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    Es muss nicht unbedingt der kürzeste Weg zur oder von der Arbeitsstelle genommen werden. Juristen sagen: Der Papa oder die Mama sind auch auf ihrem Weg zur Arbeit gesetzlich weiterhin unfallversichert, wenn er oder sie einen Umweg machen, um die Tochter zum Kindergarten oder den Sohn in die Schule zu bringen.

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    Die gesetzliche Unfallversicherung würde auch dann greifen, wenn Sie auf dem Weg in die Arbeit oder auf Ihrem Heimweg von der Arbeit einen Stau umfahren.

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    Anders sieht es aus, wenn Sie einen Umweg machen, um noch Einkäufe zu erledigen oder noch was Essen gehen. Denn in den Versicherungsschutz sind Umwege, bei denen der Zusammenhang zwischen Arbeitsweg und Tätigkeit im Betrieb verloren geht, nicht einbezogen. Juristen sagen: Wenn ein Arbeitnehmer auf dem Weg vom Büro nach Hause für mehr als nur ein paar Minuten ein Geschäft aufsucht, ist das von der Versicherung nicht gedeckt. Allerdings greift die Versicherung wieder, wenn Sie den Arbeitsweg oder den Weg nach Hause fortsetzen.

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  • Viele Arbeitnehmer bilden Fahrgemeinschaften. Klar, wer fährt, muss dann auf dem Weg zur Arbeit die Kollegen von zuhause abholen und von seinem gewohnten Weg abweichen. Solche Umwege sind in Ordnung, der gesetzliche Versicherungsschutz bleibt erhalten.

Wer sich auf dem Weg zur Arbeit verfährt, ist nicht mehr von der gesetzlichen Unfallversicherung geschützt. Dieses Urteil hat das Bundessozialgericht jetzt gefällt (Aktenzeichen: B 2 U 16/15 R). Der konkrete Fall: Geklagt hatte ein Lagerist, der an einem neuen Ort eingesetzt werden sollte. Auf dem Weg dorthin hat er sich verfahren und vor lauter Aufregung einen Unfall verursacht.

Das Gericht sagt dazu: Nur der "unmittelbare Weg" ist vom Versicherungsschutz gedeckt. Aber was heißt das genau? Wann bin ich überhaupt auf dem Arbeitsweg durch die gesetzliche Unfallversicherung geschützt, wenn ich vom Arbeitsweg abweiche - also einen Umweg fahre? Sie erfahren es in unserer Bildergalerie.