07.12.2018 | Job & Berufsleben Zulassungsreform: Medizin studieren ohne Super-Abi

Nicht nur Abiturienten mit Spitzen-Noten haben bald die Chance auf einen Studienplatz in Medizin. Denn in der Kultusministerkonferenz wurde beschlossen, dass ab dem Sommersemester 2020 andere Zulassungskriterien gelten.

Das Zulassungsverfahren für das Medizinstudium ist teils verfassungswidrig, wie das Bundesverfassungsgericht 2017 festgestellt hat. Aktuell haben nur Abiturienten mit Spitzenabitur ein Chance auf einen Studienplatz. Damit die Auswahl gerecht abläuft ordneten die Richter, transparente Verfahren und mehr Vergleichbarkeit der Abiturnoten an.

Nun haben sich die Kultusminister bei der letzten Konferenz in Berlin darauf geeinigt, auch qualifizierten Fachkräften, ohne Abitur die Möglichkeit auf ein Medizinstudium zu bieten. Der Zugang zu den Studiengängen Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie soll somit reformiert werden.

Bevor die Änderung aber letztendlich in Kraft tritt, muss der Entwurf für den Staatsvertrag den 16 Ministerpräsidenten vorgelegt werden. Momentan schaffen es nur 11.000 von 50.000 Bewerbern sich für das Fach zu qualifizieren - das ist jeder Fünfte. Wer sich aktuell mit einer durchschnittlichen Abinote bewirbt, muss bis zu 15 Wartesemester einplanen, um studieren zu können.