05.10.2018 | Liebe Große Studie der TU München: So sieht das Sexleben deutscher Männer aus

Über zwei Jahre hinweg befragten Ärzte in Deutschland Männer zu ihrer ersten sexuellen Erfahrung, ihrer sexuellen Orientierung, der Anzahl ihrer Partnerinnen und Partner und ihren sexuellen Praktiken. Wir haben die Ergebnisse der großen Sexstudie für euch!

12.354 Männer haben für eine Studie der Technischen Universität München (TUM) über Sex gesprochen. Über zwei Jahre hinweg befragten Ärztinnen und Ärzte die Männer im Alter von 45 Jahren in Düsseldorf, Hannover, Heidelberg und München unter anderem über ihre erste sexuelle Erfahrung, ihre sexuelle Orientierung, die Anzahl ihrer Partnerinnen und Partner und ihre sexuellen Praktiken.

Die Ergebnisse der im kurzen Überblick haben wir für euch in unserer Bildergalerie zusammengefasst!

Überraschende Ergebnisse der Sexstudie

Die Studie macht einige Diskrepanzen erstmals statistisch sichtbar: So hatten etwa zehn Prozent der homosexuellen Männer in den letzten drei Monaten Sex mit einer Frau. Rund sechs Prozent waren „hidden homosexuals“, die sich selbst als homosexuell sahen, Sex aber nur mit Frauen hatten und häufig verheiratet waren. 

Erste sexuelle Erfahrungen mit 18

Unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung machten die Männer ihre ersten sexuellen Erfahrungen im Alter von etwa 18 Jahren – mit Frauen. Erst im Durchschnitt zwei Jahre später hatten einige auch sexuelle Kontakte zu Männern und auch das unabhängig von ihrer in der Studie angegebenen Orientierung. Die Studienleiterin erklärt das so: „Es handelt sich dabei wohl um eine Findungsphase, in der sexuell Unterschiedliches ausprobiert wird.“

Mehrheit in langjährigen Beziehungen

Im Alter von 45 waren über drei Viertel der heterosexuellen Männer zwischen fünf und zehn Jahren mit ihrer Partnerin zusammen, auch über die Hälfte der homo- und bisexuellen Männer war in einer festen und langjährigen Partnerschaft. Knapp 70 Prozent der heterosexuellen Männer waren verheiratet, 80 Prozent waren Vater geworden.

Anzahl der Sexpartner

Bis zum 45. Lebensjahr hatte der Großteil (98 Prozent) der heterosexuellen Männer mit bis zu zehn unterschiedlichen Menschen Sex. Etwa ein Drittel der bisexuellen Männer und knapp die Hälfte der homosexuellen Männer waren sexuell deutlich aktiver: sie hatten mehr als 30 unterschiedliche Sexualpartner beziehungsweise -partnerinnen.

Art des Geschlechtsverkehrs

Die Studie beinhaltete auch Fragen zur Art des Geschlechtsverkehrs, den die Männer in den letzten drei Monaten hatten. Der vaginale Sex lag bei heterosexuellen Männern deutlich auf Platz 1 (98 Prozent), gefolgt von oralem Sex, den knapp 60 Prozent ausübten. Diese Form des Sexes wurde von homosexuellen Männern (91 Prozent) am häufigsten praktiziert, weitaus weniger häufig Analverkehr (64 Prozent).

Homosexuelle mit Ehefrau und Kindern

Auffällige Diskrepanzen zwischen der angegebenen sexuellen Orientierung und der gelebten Sexualität zeigten sich vor allem bei den Homosexuellen. „Wir haben eine Gruppe gefunden, die ihre Homosexualität zwar kennen, diese aber nicht ausleben, sondern ein rein heterosexuelles Leben führen und geführt haben - häufig mit Ehefrau und Kindern. Es gibt Hinweise darauf, dass eine solche Diskrepanz zu psychischen Problemen führen kann. Unsere Studie liefert wichtige Daten, um das Phänomen weiter zu erforschen.“, sagt Prof. Herkommer und ergänzt: „Andere Studien gaben bereits Hinweise, dass es diese Gruppe gibt. Wir konnten es jetzt erstmals wissenschaftlich beweisen.“ Betroffen waren davon 5,9 Prozent der homosexuellen Männer.

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